





























Mehrere Entwicklerstudios von Xbox verhandeln über eine Abspaltung von Microsoft, um ihre drohende Schließung abzuwenden. Das berichtet der Bloomberg-Journalist Jason Schreier unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.
Betroffen sind laut dem Bericht das kanadische Studio Compulsion Games aus Montreal und das in San Francisco ansässige Double Fine. Beide sollen sich von Xbox zurückkaufen und unabhängig weiterarbeiten können, berichtet Bloomberg. Auch das britische Studio Ninja Theory, bekannt für die „Hellblade“-Reihe, ist demnach mit Microsoft im Gespräch, um eine Schließung abzuwenden.
Mitarbeiter mehrerer Studios seien bereits informiert worden und dürften sich nach neuen Stellen umsehen. Microsoft wollte den Bericht gegenüber Bloomberg nicht kommentieren.
Beim britischen Studio Ninja Theory ist die Lage ernst: Die Belegschaft sei bereits am Montag in einem Call über die Schließung des Studios informiert worden, berichtet The Verge. Das Team hoffe aber noch auf einen Käufer, der den Betrieb fortführt.
Ninja Theory hatte kurz zuvor beim Xbox Games Showcase ein neues „Hellblade“-Spiel mit dem Namen „Senua“ angekündigt. Microsoft hat dem Trailer eine große Bühne eingeräumt, Marketing- und Pressematerial produziert – nur wenige Tage später ist unklar, ob das Spiel überhaupt weiterentwickelt werden kann.
Compulsion Games hat zuletzt mit „South of Midnight“ ein von Kritikern hochgelobtes Adventure veröffentlicht, das mehrere Entwicklerpreise gewonnen hat. Double Fine unter der Leitung von Tim Schafer ist bekannt für „Psychonauts“ und hat im vergangenen Jahr das Puzzle-Abenteuer „Keeper“ veröffentlicht. Aktuell arbeitet das Team an einem Online-Spiel namens „Kiln“. Die 42 Mitarbeiter des Studios hatten erst am 7. Mai mit Unterstützung der Gewerkschaft Communications Workers of America einen Antrag auf gewerkschaftliche Anerkennung gestellt.
Die möglichen Studioschließungen fallen in eine umfassende Restrukturierung unter der neuen Xbox-Chefin Asha Sharma, die die Gaming-Sparte seit Februar leitet. Bloomberg hatte zuvor bereits über eine geplante Entlassungswelle bei Xbox im Juli berichtet. In einem daraufhin veröffentlichten internen Memo mit dem Titel „Next 100 Days: Xbox Reset“ hatten Sharma und Xbox-Studios-Chef Matt Booty die Lage zuvor bereits als unhaltbar beschrieben. Die Marge der Sparte liege im laufenden Geschäftsjahr bei nur noch rund 3 Prozent.
Ohne die Activision-Blizzard-Übernahme habe Microsoft in den vergangenen fünf Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, Plattform und Hardware-Subventionen investiert, während der Jahresumsatz im selben Zeitraum um knapp 500 Millionen US-Dollar gesunken sei. „So kann es künftig nicht weitergehen“, schreiben Sharma und Booty.
(dahe)
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