






















Qualcomm hat Snapdragon START (Scalable Turnkey AI-Ready Toolkit) angekündigt. Das Programm soll Unternehmen helfen, eigene KI-Wearables schneller auf den Markt zu bringen und in größerem Maßstab zu produzieren. Der Chipentwickler liefert dafür einen Baukasten aus Chipsätzen, Software, Referenzdesigns und Fertigungspartnern.
Den Anfang machen Smart Glasses, später sollen weitere Geräteklassen wie KI-gestützte Ohrhörer, Uhren, Schmuck, Anhänger und Pins folgen. Laut Qualcomm-CEO Cristiano Amon liegen dem Unternehmen derzeit mehr als 40 Designs solcher Geräte vor. Die Bandbreite möglicher Bauformen sei sehr groß.
Das Programm gliedert sich in die Bereiche Hardware, Software und Skalierung. Die Hardware umfasst kompakte Module auf Basis aktueller Snapdragon-Chipsätze, während die Software das Gerät selbst sowie die Anbindung an Smartphones und Cloud-Dienste abdeckt und sich für unterschiedliche KI-Systeme konfigurieren lässt. Für die Skalierung setzt Qualcomm auf ein Netzwerk aus Fertigungs- und Technologiepartnern sowie anpassbaren White-Label-Produkten.
Als erste Produktkategorie nimmt Qualcomm Smart Glasses ins Visier. Das Unternehmen zeigt dafür Referenzdesigns in drei Klassen: reine Audio- und Kamerabrillen nach dem Vorbild der Ray-Ban Meta sowie Smart Glasses mit monokularem oder binokularem Mini-Display. Der britische Brillenhersteller Inspecs, der unter anderem Marken wie Barbour, CAT, Superdry und O’Neill lizenziert, ist der erste exklusive Partner im Rahmen von Snapdragon START. Wann die ersten Smart Glasses aus dieser Zusammenarbeit auf den Markt kommen, ist allerdings nicht bekannt.
Qualcomm dürfte mit der Initiative zwei Ziele verfolgen: Das Unternehmen möchte die Entwicklung persönlicher KI-Wearables standardisieren und sich früh als wichtige Technologieplattform in einem entstehenden Hardware-Ökosystem positionieren. Eine ähnliche Rolle spielt Qualcomm bereits im Smartphone-Markt, vor allem bei Android-Geräten, wo viele Hersteller auf Snapdragon-SoCs, Modemtechnik, Referenzdesigns und weitere Plattformkomponenten des Unternehmens setzen.
Bei KI-Brillen ist Qualcomm bereits stark vertreten: Snapdragon-Chips stecken in den meisten aktuellen Modellen, darunter auch in den Ray-Ban Meta-Brillen, die sich millionenfach verkaufen. Völlig offen ist noch, wie groß die Nachfrage nach anderen KI-Wearables ist.
Am gleichen Tag hat Qualcomm mit Snapdragon Reality Elite auch einen Premium-Chipsatz für immersive Computerbrillen vorgestellt, der in den nächsten Jahren nicht nur VR-Geräte prägen dürfte.
(tobe)
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