






















Das Industrieunternehmen Twelve hat am Standort Moses Lake im US-Bundesstaat Washington mit Airplant One eine erste kommerzielle Anlage eröffnet, die aus CO₂ und Strom aus erneuerbaren Energien einen nachhaltigen Flugkraftstoff auf Power-to-Liquid-Basis herstellt. Das erstellte Kerosin entspricht den Spezifikationen und Zertifikationsstandards der American Society for Testing and Materials (ASTM) und ist für die Nutzung in der kommerziellen Luftfahrt geplant.
In der Airplant One entzieht Twelve der Luft CO₂ und kombiniert es mit Wasser und erneuerbarem Strom. Die Ausgangsstoffe werden dabei mithilfe eines Elektrolyseurs in Kohlenstoffwasserstoff-Kraftstoffmoleküle umgewandelt. Nach Angaben von Twelve sei der dabei entstehende Kraftstoff für Flugzeuge chemisch mit herkömmlichem Kerosin identisch.
Der Kraftstoff unterscheidet sich durch die Herstellungsweise von biobasierten Flugkraftstoffen, die in der Herstellung auf landwirtschaftliche Rohstoffe angewiesen sind und dadurch Ackerflächen benötigen, die eigentlich für den Anbau von Nahrungsmitteln dienen sollten. Twelve greift bei seinem Verfahren hauptsächlich auf Ausgangsstoffe zurück, die reichlich vorhanden oder keine vorgelagerte Rohstoffgewinnung erfordern.
Der in der Airplant One produzierte Flugkraftstoff sei mit heutigen Flugzeugen und der vorhandenen Betankungsinfrastruktur kompatibel und erfüllt die Norm ASTM D7566. Im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin sinken die CO₂-Emissionen bei der Herstellung um bis zu 90 Prozent. Zudem sei der Wasserbedarf bei dem Verfahren von Twelve geringer als bei Verfahren, die zur Erstellung von Biokraftstoffen angewendet werden.
Wie viel elektrische Energie aus erneuerbaren Energien für das Power-to-Liquid-Herstellungsverfahren von Twelve in der Airplant One benötigt wird, verrät das Unternehmen allerdings nicht. Auch ist unklar, wie viel des Kraftstoffs in welcher Zeitspanne in der Anlage überhaupt hergestellt werden kann.
In der Airplant One produziert Twelve außerdem E-Naphta. Dabei handelt es sich um ein synthetisches Rohbenzin, das als Ausgangsstoff etwa für Kunststoffe, Kosmetika und pharmazeutische Produkte dient. Da es im Vergleich zu Naphta, das auf Basis erdölbasierter Rohstoffe hergestellt wird, CO₂ bindet, gilt es als umweltfreundlicher.
(olb)
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