


















Bei BMW häufen sich die Sorgen: Durch die Krise auf dem chinesischen Automarkt und die Folgen des Nahostkriegs hat der Konzern seinen Jahresausblick korrigieren müssen. Statt einer operativen Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von 4 bis 6 Prozent geht man nun von rund 3 Prozent aus, wie BMW mitteilte. Die Aktie hat seit Jahresbeginn um gut ein Drittel verloren. Neue Modelle sollen den globalen Absatz stabilisieren. Dafür wird der Bestellstart des BMW i3 auf den 18. Juni vorgezogen, wie unter anderem die Automobilwoche berichtet. Zugleich bereitet BMW die nächste Generation des X5 vor, die noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll.
Am Tag vor dem möglichen Start der Bestellungen gibt es für den BMW i3 noch keinen Preis. Er wird mutmaßlich etwas unter dem eines vergleichbaren iX3 liegen. Dessen Basisausführung wird ab Juli ausgeliefert und kostet 63.400 Euro. Der erste i3, der bestellt werden kann, wird allerdings erheblich teurer. BMW legt eine 1st Edition auf, die vermutlich umfangreich ausgestattet ist. Fest steht bislang nur der Antrieb. Zwei E-Motoren leisten zusammen 345 kW und bieten 645 Nm. Die Batterie hat einen Energiegehalt von 109 kWh, was im WLTP für mehr als 900 km reichen soll. Maximal kann mit bis zu 400 kW geladen werden.
Bei absehbaren Einstiegsmodellen liegen die technischen Eckdaten etwas darunter. Sie werden dem entsprechen, was BMW auch im iX3 40 verbaut. Es gibt nur einen Motor im Heck, der 235 kW und 500 Nm liefert. Die Batterie hat einen Energiegehalt von 82,6 kWh und kann in der Spitze mit 300 kW geladen werden. Wir vermuten für diesen BMW i3 40 einen Preis von rund 62.000 Euro.
Die aktuelle Designsprache der Neuen Klasse wird auch auf den nächsten X5 übertragen. BMW betonte in der Vergangenheit immer wieder die angestrebte Technologieoffenheit. Der fünfte X5 soll das demonstrieren. Er bekommt Benziner und Diesel, die als Mildhybride ausgelegt sind, einen Plug-in-Hybriden, vermutlich mehrere batterieelektrische und einen wasserstoff-elektrischen Antrieb. Schon mit Eckdaten versehen sind:
Das Elektroauto bekommt für den US-Markt eine Batterie mit 144 kWh netto, in Europa sollen es 141 kWh sein. Zur Ladeleistung macht BMW noch keine Angaben, doch mit den 400 kW, die im iX3 möglich sind, ist wohl mindestens zu rechnen. Wer sich Hoffnungen auf ähnliche Batteriegrößen bei i3 und iX3 macht, wird vorerst enttäuscht. BMW hat auf dieser Plattform den zur Verfügung stehenden Platz komplett ausgeschöpft. Mehr Energiegehalt passt in diese Modelle schlicht nicht rein. Erst wenn die volumetrische Energiedichte weiter steigt, ist auch in i3 und iX3 noch mehr möglich.
2028 soll der X5 dann auch mit einer Brennstoffzelle angeboten werden. In der wird dann aus Wasserstoff Strom gewonnen, der die Antriebsmotoren versorgt – wahrscheinlich über den Umweg einer großzügig dimensionierten Pufferbatterie. Denn bislang reagierten die Brennstoffzellen auf plötzliche Leistungsanforderungen vergleichsweise zäh. Das umgeht man, indem sich der Antriebsmotor aus der Batterie bedient.
Die Fragezeichen hinter dem Konzept „Wasserstoff als Fahrenergie im Pkw“ werden allerdings nicht kleiner. Technisch ist die Brennstoffzelle durchaus beherrschbar, das haben zahlreiche Prototypen, auch von BMW, und Kleinserien wie die von Toyota und Hyundai gezeigt. Doch insgesamt hat der Betrieb eines Autos mit Wasserstoff als Fahrenergie einen, verglichen mit dem batterieelektrischen Antrieb, hohen Verbrauch.
Wasserstoff ist teuer, knapp und benötigt eine aufwendige Infrastruktur. Deutschland hat europaweit mit Abstand die meisten H2-Tankstellen, doch selbst hier ist das Netz weitmaschig. Ein massenhafter Ausbau ist ebenfalls keineswegs auch nur in Vorbereitung, eher ist derzeit Gegenteiliges zu beobachten. Woher BMW den Optimismus nimmt, für einen X5 mit Brennstoffzelle mehr als eine Handvoll Kunden zu begeistern, bleibt rätselhaft. Immerhin: Der X5 Hydrogen soll nicht weniger Platz bieten als die anderen X5 und kann auf einer gemeinsamen Produktionslinie mit den anderen Modellen gebaut werden. Damit eröffnet sich die Chance, das Projekt gegebenenfalls leise enden zu lassen.
(mfz)
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