






















Ein neues kostenloses Online-Tool prüft Playlists auf KI-generierte Musik. Entwickelt hat es der Musikstreamingdienst Deezer, der das Werkzeug in 27 Sprachen bereitstellt.
Um eine Playlist auf KI zu prüfen, müssen Nutzer zuerst ihr Konto verknüpfen. User wählen auf der Deezer-Website ihren Streamingdienst aus, verbinden ihren Account und lassen dann ihre Playlists durchsuchen. Anschließend zeigt der Dienst an, welche Titel als KI-generiert erkannt wurden. Unterstützt werden nach Angaben von Deezer 20 der gängigsten Plattformen, darunter Spotify und YouTube Music.
Das Tool prüft ausschließlich verknüpfte Playlists. Eine Funktion, um einzelne hochgeladene Songs zu analysieren, gibt es derzeit nicht. Wer keinen der unterstützten Dienste nutzt oder sein Konto nicht verbinden will, kann das Werkzeug nicht einsetzen. Für Geschäftskunden bietet Deezer eine KI-Erkennung schon länger an. Das Unternehmen lizenziert die Technik seit Anfang 2026 an Dritte. Sie erkennt unter anderem Musik von KI-Generatoren wie Suno und Udio.
Wie verbreitet KI-Musik inzwischen ist, zeigen Deezers eigene Zahlen. Täglich erreichen den Dienst knapp 75.000 KI-generierte Tracks, meldete Deezer im April. Das sind rund 44 Prozent der neu hochgeladenen Musik. Bei einer Erhebung ein Jahr zuvor waren es noch rund 20.000 Stücke pro Tag. Die Zahl hat sich damit fast vervierfacht.
Nach Angaben von Deezer haben 43 Prozent der Nutzer, die von einem anderen Dienst zu Deezer wechseln, bereits KI-Musik in ihren Playlists. Eine vom Unternehmen beauftragte Ipsos-Umfrage unter 9000 Personen in acht Ländern ergab zudem, dass 97 Prozent in einem Blindtest echte nicht von KI-generierter Musik unterscheiden konnten. 80 Prozent sprachen sich für eine klare Kennzeichnung aus.
An der Hörpraxis ändert die Masse an Uploads bislang wenig. Auf Deezer entfallen nur 1 bis 3 Prozent der Streams auf KI-Musik, weil der Dienst erkannte Titel aus seinen Empfehlungen ausschließt. 85 Prozent dieser Streams stuft Deezer als betrügerisch ein und zahlt dafür keine Tantiemen. Andere Plattformen gehen das Problem unterschiedlich an. Branchenprimus Spotify nennt keine vergleichbaren Upload-Zahlen, hat aber einen Spam-Filter eingeführt und kennzeichnet die Authentizität von Künstlern. Im vergangenen September gab Spotify an, 75 Millionen Spam-Tracks entfernt zu haben.
(dahe)
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