






















Der Weltraum wurde zuletzt immer wieder zur Bühne internationaler Politik. Die US-Weltraumbehörde NASA schmiss ihre Mond- und Marspläne unter ihrem von Donald Trump ausgewählten Chef Jared Isaacman – Privatastronaut und enger Vertrauter Elon Musks – gründlich um. Projekte wie die fliegende Raumstation Lunar Gateway oder der Rücktransport von Marsproben, an denen auch die europäische Weltraumorganisation ESA beteiligt war, wurden gestoppt oder verschoben. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine hingegen beendete die ESA ihre Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos bereits vor einigen Jahren, etwa beim Raumsondenprojekt ExoMars und dem Transport europäischer Astronauten ins All.
Dabei geht es nicht nur um die Erkundung fremder Welten. Vielen ist nicht bewusst, wie sehr die Gesellschaft auf funktionierende Raumfahrtsysteme angewiesen ist: Synchronisierte Zeitsignale ermöglichen dem Geldautomaten, Bargeld für den Wocheneinkauf auszugeben. Präzise Navigation entscheidet, ob ein Flugzeug auf oder neben der Piste landet. Erdbeobachtungssatelliten geben das rechtzeitige Signal zur Evakuierung vor der nächsten Flut.
„Europa ist heute in zu hohem Maße Beschlüssen ausgesetzt, die sich seiner Kontrolle entziehen“, kommentierte ESA-Chef Josef Aschbacher vergangenen Mai. Autonome astronautische Raumfahrt sei kein Luxus, sondern „unverzichtbar, um Europa die Freiheit zu sichern“. Er fragt: „Die Entscheidung liegt auf der Hand: Sitzt Europa im Cockpit, oder ist es lediglich Passagier?“ Seine Meinung ist klar. „Wir haben alles, was wir brauchen. Was fehlt, sind das Vertrauen und der politische Wille, zu handeln.“ Aber stimmt das? Wir analysieren, in welchen Schlüsselbereichen Europa besonders abhängig von anderen Nationen ist und wo es bereits auf eigenen Füßen steht. Wir sichten aktuelle Großprojekte und fragen, was fehlt, um Europa zu einem souveränen Akteur im All zu machen.
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