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Stihl RMA 443 V im Test: Akku-Rasenmäher mit Einarm-Lenker für große Gärten | heise online bestenlisten
Wolf-Dieter Roth · 2026-06-15 · via heise online News

Der Akku-Rasenmäher Stihl RMA 443 V ist ideal ausgestattet, um dem Graswuchs in großen Gärten Einhalt zu gebieten.

Mit einer Schnittbreite von 41 cm und einer Reihe an Komfortfunktionen ist der Akku-Rasenmäher RMA 443 V aus dem Hause Stihl prädestiniert dafür, großen Rasenflächen den Kampf anzusagen. Sinnvolle Designaspekte versprechen derweil die Arbeit zu erleichtern. Dazu zählen unter anderem der Einarm-Lenker, der dafür sorgt, dass der Grasfangkorb unkompliziert entnommen werden kann. Wie sich der Stihl RMA 443 V tatsächlich im Einsatz schlägt, verraten wir im Test.

Lieferumfang

Stihl verkauft hauptsächlich über den Fachhandel sowie den herstellereigenen Onlineshop. Das bedeutet: Man erhält den Mäher außer bei der Online-Bestellung bereits fertig montiert und bekommt auch eine direkte Einweisung in das Gerät. Eine umfassende Anleitung ist trotzdem dabei. Selbstverständlich bietet der jeweilige Fachhändler oder im Falle der Bestellung direkt beim Hersteller dieser dann auch Reparaturen, Wartung und Ersatzteile an. Die Übergabe des Testgeräts durch einen Fachhändler in Jengen war jedoch so überzeugend, dass ein Online-Kauf nur für die interessant sein dürfte, bei denen wirklich meilenweit kein Stihl-Fachhändler im Umfeld ist.

Der Käufer muss dann nur noch Akku und Ladegerät auspacken, zusammenstecken und laden, so er noch keine Stihl-Akkugeräte besitzt und das Komplettset gekauft hat. Die Signalisierung „Akku leer/voll/wird geladen“ ist etwas anders als bei anderen Geräten, trotzdem eindeutig. Im Test verwendeten wir den AK 20 mit 4 Ah und den Akku AK 30 S mit 5 Ah. Für die volle Leistung des RMA 443 V wird der größere AK 30 S empfohlen, mit dem kleineren Akku könnte es Einschränkungen bei der Maximalgeschwindigkeit geben, die im Test aber nicht auftraten. Den noch kleineren AK 10 sollte man in diesem Mäher allerdings nicht öfter verwenden; er würde durch zu starke Entladung unnötig gestresst. Man kann also auch einen der kleineren Akkus als Reserve verwenden, wenn man ihn schon von einem anderen Gerät hat.

Da die Akkus mit 36 V arbeiten, konnte er das Testgrundstück ohne Probleme in einem Durchgang abdecken; der RMA 443 V kann mit einer Akkuladung Grundstücke mit bis zu 350 m² abmähen.

Design

Orange ist die Stihl-Kennfarbe. Das mag bei einem Gartengerät ungeschickt erscheinen, das so als Fremdkörper in Alarmfarbe in der Landschaft steht, doch ist es durchaus von Vorteil: Die Reinigung vereinfacht sich, wenn man gut sieht, wo etwas verschmutzt ist. Akku und Ladegerät nutzen schwarz und orange, Mäher und Fangkorb weiß und orange. Stihl hat eigene Akkusysteme, hier mit 36 V, die innerhalb des eigenen Sortiments für alle akkubetriebenen Geräte verwendet werden können. Diese sind dadurch für den einzelnen Akku teurer als die gängigeren 18-V-Systeme, aber auch leistungsfähiger, selbst größere Geräte kommen mit einem Akku aus.

Der Stihl-Akku-Rasenmäher überrascht in mehreren Punkten. Man hat hier vieles verbessert oder anders gelöst, was in der Vergangenheit gestört hat. Das auffälligste ist die einarmige Bedienung. Damit ist nicht gemeint, den Mäher mit nur einer Hand zu führen, sondern der Mäher selbst hat den Griffholm nur auf einer Seite anstatt wie sonst auf beiden. Damit kann man den Grasfangkorb leicht entnehmen, ohne ihn wie bei den meisten Mähern unter dem Griff hindurch manövrieren zu müssen. Auch ist es so einfacher, an einer Hecke oder Büschen entlang zu mähen, die sich so weniger im Mäher verhaken.

Stihl RMA 443 V - Bilder

Stihl RMA 443 V - Bilder

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Der Akku ist mit etwas Abstand unter einer undurchsichtigen Abdeckung verborgen, die sich durch die weiße Farbe auch wenig aufheizt und optisch, dank der Kühlrippen, an einen klassischen Benzinmäher erinnert. Tatsächlich kann man in den RMA 443 V sogar zwei Akkus einsetzen, doch ist der Steckplatz für den zweiten Akku eine rein passive Halterung ohne elektrischen Anschluss. Der Mäher nutzt also nicht zwei Akkus parallel oder schaltet bei Entladung des ersten automatisch um – das muss man leider händisch selbst tun.

Dafür ist er leicht einsetzbar und hält sicher mit zwei Raststufen. Auf den bei den meisten Mähern üblichen zusätzlichen Sicherheitsschlüssel hat Stihl verzichtet, was auch das Problem der Fehlbedienung oder des Verlusts verhindert. Bei Nichtbenutzung und Reinigung ist stattdessen der Akku zu entnehmen und im Haus aufzubewahren, was ohnehin schonender, sinnvoller und sicherer ist, als ihn im Gerät zu lassen.

Der Grasfangkorb fasst 52 l und ist damit recht massiv. Durch den einarmigen Griff kann man ihn besonders leicht abnehmen, während die zusätzliche Klappe dafür sorgt, dass das Schnittgut an Komposthaufen oder Biotonne leicht herausfällt. Im Gegensatz zum Mäher selbst, bei dem das natürlich tabu ist, kann der Grasfangkorb auch mit einem Wasserstrahl gereinigt werden und trocknet dann im Gegensatz zu Fangsäcken gut.

Der Betrieb ohne Grasfangkorb ist ebenfalls möglich – die Abdeckklappe vermeidet dann, dass man den Grasschnitt ins Gesicht geblasen bekommt. Eine Anzeige am Grasfangkorb zeigt an, ob dieser voll ist, indem sie sich dann nicht mehr hebt. Im Gegensatz zum bisherigen Testsieger RMA 239 C ist beim RMA 443 V auch das Mulchen inkludiert – hierzu ist nur ein Hebel umzulegen, der eine Klappe vor den Auswurf fährt. Zusätzlich gibt es auch noch eine seitliche Auswurföffnung, gedacht für besonders hohen Graswuchs oder die Heugewinnung für Kleintiere.

Der RMA 443 V ist dank stabiler und geschickt montierter Griffe trotz 26 kg Lebendgewicht ohne Akku leicht transportierbar und der Bedienholm zum Transport oder der Aufbewahrung platzsparend einfach umklappbar. Zusätzlich kann der Mäher zur Reinigung oder Aufbewahrung auch hochkant, sozusagen auf die Hinterbeine gestellt werden, lässt sich so komfortabel reinigen und braucht im Gartenhaus wenig Platz.

Bedienung und Ergebnis

Stihl hat nicht zu viel versprochen: Die Bedienung des RMA 443 V ist ausgesprochen praktisch und dabei ist er trotz seiner Größe verhältnismäßig leise: 90 dB gibt Stihl an, sogar 1 dB weniger als beim RMA 239 C – das Geräusch ist nicht nervend und sollte keine Nachbarn verärgern. Die Schnitthöhe lässt sich leicht zentral verstellen und der Schnitt geht schnell und leicht von der Hand. Trotz der etwas höheren Breite kommt man auch an Engstellen gut durch. Insgesamt macht der Mäher Freude – so man am Rasenmähen prinzipiell Freude hat.

Da der RMA 443 V dann doch schon ein größeres Kaliber für größere Gärten darstellt, ist er zumindest mit Grasfangkorb etwas weniger wendig als kleinere Modelle. Um einem etwas Anstrengung abzunehmen, ist er daher bei Bedarf selbstfahrend: Mit einem zweiten Bügel – der erste dient ja als Sicherheitsbügel – wird ein Vortrieb von 2,0 bis 4,6 km/h aktiviert. Dies allerdings ohne Sicherheitsmechanismus: Sobald der Bügel gedrückt wird, fährt der Mäher los. Da der Bügel anders als der Sicherheitsbügel fürs Mähwerk entgegen der Fahrtrichtung betätigt wird, kann dies zu Problemen führen, wenn er an Hindernissen hängen bleibt. Im für diesen Mäher zugegeben undankbar engen Testgarten blieb der Fahrbügel in der Hecke hängen, verhedderte und verknotete sich in einem Ast und der Vortrieb des nun hilflos strampelnden Mähers war nur noch durch Entnahme des Akkus abzuschalten.

Beim Mähen in Gegenrichtung, mit der Hecke auf der rechten Seite wiederum schob die Hecke den Geschwindigkeitswähler regelmäßig auf 0 und der Mäher blieb stehen: nicht ganz so unangenehm, doch auch nicht wirklich der Sinn der Sache. Zudem ist es eben nur ein Vortrieb – rückwärts muss man den RMA 443 V schon selbst bewegen, wenn man ihn wieder aus einem Engpass befreien oder an einer Stelle intensiver mähen will. Ein Rückwärtsgang wäre aber vermutlich auch zu gefährlich, da der Mäher einen dann umschubsen und überrollen könnte, wenn der Fahrbügel blockiert.

Im Mulchbetrieb ohne Grasfangkorb ist der RMA 443 V nur halb so lang, deutlich wendiger und leichter und kommt dann auch mit Engstellen gut klar. Den Antrieb braucht man in diesem Modus nicht unbedingt, da der Mäher durch das geringere Gewicht leichter läuft. Wer also einen großen Garten mit meistens freien Flächen und nur wenigen Engstellen hat, kann diese gegebenenfalls im Mulchmodus bequemer bedienen.

Der Griff ist leicht in der Höhe umstellbar, sodass auch verschiedene Familienmitglieder im Wechsel das Mähen übernehmen können. Der Mäher ist so designt, dass sich der Korb restlos füllt und nicht vorzeitig verstopft. Er ist aber eindeutig für größere, übersichtliche Gärten mit längeren geraden Mähstrecken konstruiert und tat sich mit dem eher kleinen Testgarten mit gebogener Hecke schwer, da fehlte es ihm einfach am nötigen Auslauf. Das Mähergebnis ist jedoch ohne Tadel und der erste Frühjahrs-Mähgang mit fast drei vollen Grasfangkörben war in weniger als einer halben Stunde erledigt.

Akkulaufzeit

Mit einer Kapazität von 180 Wh bei 36 V und 5 Ah war im Test der Rasen aus, lange bevor der Akku entleert war. Dazu trägt auch ein sparsamer Motor bei, den man auch auf einen Economy-Modus mit geringerer Drehzahl bei weniger Graswuchs umschalten kann. Sollte man größere Grundstücke mähen wollen, können weitere Akkus mit 2, 4 oder 5 Ah zugekauft werden. Das Laden eines leeren 5-Ah-Akkus auf 100 Prozent ist in maximal 3,5 Stunden erledigt.

Preis

Aktuell gibt es den Stihl RMA 443 V inklusive Akku und Ladegerät für 759 Euro. Das Modell ohne Akku und Ladegerät kostet momentan 622 Euro.

Fazit

Der Stihl RMA 443 V ist kräftig genug für hochgewachsene Wiesen und größere Grundstücke. Er bedient sich komfortabel und durchdacht und dank des sinnvollen Einarm-Lenkers wird auch das Entnehmen und Entleeren des Grasfangkorbs zum Kinderspiel. Auch, dass man per Knopfdruck zwischen regulärem Mähen und Mulchen wechseln kann, ist unglaublich praktisch.

In kleinen Gärten ist der Akku-Rasenmäher leicht überdimensioniert und aufgrund seiner Größe nicht so wendig, hier empfiehlt sich ein kleineres Modell. Während der Motorvortrieb in Anbetracht des großen Mähers durchaus sinnvoll ist, erweist sich der Vortriebsbügel als problematisch, da er sich leicht mit der Flora im Garten verheddern kann. Das sorgt im Test dafür, dass wir notgedrungen den Akku entfernen müssen, um dem Mäher Einhalt zu gebieten. Abgesehen davon bekommt man mit dem Stihl RMA 443 V einen performanten und komfortablen Akku-Rasenmäher, der besonders in mittelgroßen bis großen Gärten brilliert.