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WisdPi Prom21: AMDs B650-Chipsatz als PCIe-Erweiterungskarte
Mark Mantel · 2026-06-08 · via heise online News

WisdPi bringt mit der Prom21 zum ersten Mal eine herstellerunabhängige Erweiterungskarte mit AMDs Desktop-Chipsatz B650 zur Marktreife. Sie ist primär als interne PCI-Express-Karte (PCIe 4.0 x4) für Desktop-PCs gedacht, läuft grundsätzlich aber in und an allen möglichen Systemen.

Laut Entwickler funktioniert sie sogar mit einem Thunderbolt-5-Adapter an Apple-Macs und mit einem M.2-Adapter an einem Raspberry Pi 5. Eigenständige Treiber sind offenbar nicht notwendig; die generischen Treiber aktueller Betriebssysteme sollen genügen.

Moderne Chipsätze sind schlicht I/O-Hubs, die per PCI Express mit dem Prozessor kommunizieren und weitere Anschlüsse bereitstellen. Die Prom21-Karte von WisdPi stellt einmal USB 3.2 Gen 2x2 (20 Gbit/s, Typ C), viermal USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s, Typ A), vier M.2-Steckplätze und einen Oculink-Port bereit. An letzterem lassen sich etwa per Adapterkabel bis zu vier SATA-Laufwerke anschließen. Für Gehäuseanschlüsse gibt es noch sechs USB-2.0-Front-Header.

Die M.2-Steckplätze sind laut Dokumentation mit jeweils vier PCIe-4.0-Lanes angebunden. Wie bei Mainboards limitiert allerdings die PCIe-Verbindung zum Prozessor: Die SSDs schaffen einzeln die hohe Geschwindigkeit, lassen sich aber nicht gleichzeitig ausreizen.

PCIe-Erweiterungskarte von hinten vor weißem Hintergrund

Zwei der vier M.2-Steckplätze befinden sich auf der Kartenrückseite.

(Bild: WisdPi)

Damit auch alle angeschlossenen USB-Gerätschaften genügend Strom bekommen, hat die Prom21-Karte einen sechspoligen PCIe-Stromanschluss. Zur Kühlung genügt ihr ein Aluminiumkühlkörper ohne Lüfter.

Der Preis ist mit 199 US-Dollar im Hersteller-Shop hoch. Inklusive Einfuhrumsatzsteuer sind das etwa 205 Euro. Das dürfte auch der geringen Produktionsstückzahl geschuldet sein. B650-Mainboards starten schon bei 80 Euro. Aktuell können sich Interessierte benachrichtigen lassen, sobald die Erweiterungskarte wieder verfügbar ist.

WisdPi will außerdem eine B550-Version auflegen, die sich mit PCIe 3.0 und weniger Anschlüssen begnügt. Auf einem Prototyp ist etwa kein USB-C zu sehen. Hier sollen Bastelcomputer noch stärker in den Fokus rücken, die in der Regel gar kein PCIe 4.0 haben. Der Raspberry Pi 5 zum Beispiel stellt eine einzelne Lane bereit, die inoffiziell PCIe-3.0-Geschwindigkeit schafft.

Bild von Vorserien-Hardware in einem Mainboard

Prototyp einer B550-Erweiterungskarte.

(Bild: WisdPi)

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