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N25 erreichte 2025 erstmals Profitabilität - mit Gewinn v...
https://www.facebook.com/jakkse · 2026-06-25 · via Trending Topics

Die von zwei Österreichern gegründete Berliner Digitalbank N26 hat am Mittwoch ihre Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt und dabei einen Meilenstein verkündet: Erstmals in der Unternehmensgeschichte hat die Neobank ein vollständiges Geschäftsjahr profitabel abgeschlossen. Unter dem Strich blieb ein Konzernjahresüberschuss von 1,6 Mio. Euro – nach einem Fehlbetrag von 42,0 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das entspricht einer Ergebnisverbesserung von 43,6 Mio. Euro binnen eines Jahres.

Der Schritt in die schwarzen Zahlen fällt in ein wirtschaftlich und regulatorisch anspruchsvolles Umfeld – und vor dem Hintergrund eines Wettbewerbers, der in einer deutlich höheren Gewichtsklasse operiert.

Die Zahlen im Überblick

Die Bruttoerträge stiegen 2025 um 13 Prozent auf 501,6 Mio. Euro (2024: 445,4 Mio. Euro). N26 überschritt damit erstmals die Marke von einer halben Milliarde Euro. Stärker noch wuchs der Rohertrag (Gross Profit), der dank geringerer direkter Kosten um 33 Prozent auf 350,5 Mio. Euro zulegte – ein Hinweis auf die zunehmende operative Hebelwirkung der Plattform.

Die wichtigsten Kennzahlen im Jahresvergleich:

Kennzahl 2024 2025 Veränderung
Ertragsrelevante Kund:innen (Mio.) 4,8 5,6 +16 %
Bruttoerträge (Mio. EUR) 445,4 501,6 +13 %
Rohertrag / Gross Profit (Mio. EUR) 264,0 350,5 +33 %
Provisionsüberschuss (Mio. EUR) 152,5 184,2 +21 %
Zinsüberschuss (Mio. EUR) 111,6 166,3 +49 %
Jahresüberschuss/-fehlbetrag (Mio. EUR) –42,0 +1,6 n. a.

Die Zahl der ertragsrelevanten Kund:innen kletterte um 16 Prozent auf 5,6 Millionen, die Kundeneinlagen überschritten 10,5 Mrd. Euro, das Transaktionsvolumen legte um 14 Prozent auf 170,7 Mrd. Euro zu.

Bemerkenswert ist die Diversifizierung der Ertragsbasis: Der Provisionsüberschuss – getrieben von Abonnements und höherem Kartentransaktionsvolumen – steuerte mit 184,2 Mio. Euro rund 53 Prozent zum Rohertrag bei. Der Zinsüberschuss aus Treasury- und Kreditgeschäft trug die restlichen 47 Prozent bei. Damit ist N26 weniger abhängig von der Zinsentwicklung der EZB als reine Tagesgeld-Plattformen.

CEO Mike Dargan sprach von einem „bedeutenden Meilenstein“ und betonte, das Ertragswachstum spiegle sich „direkt in nachhaltiger Profitabilität“ wider. CFO Arnd Schwierholz verwies auf ein „diszipliniertes Kostenmanagement“ und ein „diversifiziertes Gewinnprofil“.

Der Gewinn kommt nach Jahren unter regulatorischem Druck

Der Turnaround fällt nicht in eine sorgenfreie Phase. N26 stand jahrelang unter Aufsichtsdruck der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Diese hatte dem Institut 2021 wegen Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung und im Risikomanagement eine Wachstumsbeschränkung auferlegt: Zunächst durfte N26 nur 50.000, später 60.000 Neukund:innen pro Monat aufnehmen. Erst zum 1. Juni 2024 wurde diese Bremse vollständig gelöst – begleitet von einer Geldbuße von 9,2 Mio. Euro wegen verspäteter Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus dem Jahr 2022. Der zuvor schnelle Anstieg der Kundenzahlen ab Mitte 2024 ist auch im Lichte dieser Vorgeschichte zu lesen.

Auch zuletzt blieb die Lage nicht entspannt: Im Dezember 2025 ordnete die BaFin ein erneutes Maßnahmenpaket an, darunter einen Sonderbeauftragten, zusätzliche Eigenmittelanforderungen sowie Geschäftsbeschränkungen – unter anderem ein Verbot von Neugeschäft mit Hypothekenkrediten in den Niederlanden. Hintergrund waren erhebliche Mängel in der Geschäftsorganisation, die im Zuge einer Sonderprüfung sowie der Jahresabschlussprüfung 2024 festgestellt wurden.

Der erste Jahresgewinn ist somit ein Beleg dafür, dass das Geschäftsmodell trotz dieser Belastungen trägt – aber kein Schlusspunkt unter das Kapitel der aufsichtsrechtlichen Auflagen.

Der Vergleich mit Revolut: zwei verschiedene Ligen

Während N26 seinen ersten Jahresüberschuss feiert, hat der britische Konkurrent Revolut bereits im März seine Zahlen für 2025 vorgelegt – und dabei das fünfte profitable Jahr in Folge verkündet. Der Größenunterschied ist erheblich:

Kennzahl 2025 N26 Revolut
Umsatz/Bruttoerträge 501,6 Mio. EUR 6 Mrd. Dollar
Nettogewinn 1,6 Mio. EUR 1,7 Mrd. Dollar
Kund:innen 5,6 Mio. (ertragsrelevant) ca. 75 Mio.
Bewertung 9 Mrd. Euro ca. 65 Mrd. Euro
Profitable Jahre erstes volles Jahr fünftes Jahr in Folge

Allein der Nettogewinn des Londoner Unternehmens übertrifft die gesamten Bruttoerträge von N26 um ein Vielfaches. Nach eigenen Angaben nutzt in Europa inzwischen jede:r fünfte Erwachsene im erwerbsfähigen Alter die App. Mit einer Bewertung von 75 Mrd. US-Dollar gilt Revolut als das wertvollste private Technologieunternehmen Europas und treibt parallel seine Expansion in die USA voran, wo es im März einen Antrag auf eine nationale Banklizenz gestellt hat.

Für N26 bedeutet das: Der Beweis der Profitabilität ist erbracht, doch im direkten Vergleich mit dem Branchenführer bleibt der Abstand groß. Die Berliner setzen weniger auf reine Skalierung als auf die Vertiefung bestehender Kundenbeziehungen – das Ziel, zur „Hauptbank“ ihrer Nutzer:innen zu werden, zieht sich durch die Kommunikation des Unternehmens.

Dynamik hält 2026 an – mit Blick auf einen möglichen Börsengang

Vorläufige Zahlen für das erste Quartal 2026 deuten auf eine Beschleunigung hin: N26 meldet für die ersten drei Monate einen Überschuss von 9,8 Mio. Euro, einen Rohertrag von 92,0 Mio. Euro sowie Bruttoerträge von 130,0 Mio. Euro – allein im Auftaktquartal also bereits mehr Gewinn als im gesamten Vorjahr.

Für 2026 stellt das Management anhaltende Profitabilität in Aussicht und will Kundenbindung, Mehrprodukt-Nutzung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Kundenservice, Personalisierung und internen Prozessen ausbauen. Mit nachhaltigen Gewinnen, einer breiteren Ertragsbasis und – nach der Aufhebung der Wachstumsbeschränkung auch im italienischen Markt – wieder voll bespielbaren Kernmärkten festigt N26 eine Ausgangslage, die in der Branche zunehmend als Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang gedeutet wird. Offiziell bestätigt ist ein solcher Schritt bislang nicht.

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