























Am Dienstag, dem 9. Juni, fand im Belvedere 21 in Wien das Mastercard Innovation Forum statt. Bereits zum fünften Mal veranstaltete der internationale Payment-Pionier das Event in Österreich. Das Innovation Forum ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen, bei denen Mastercard wichtige Player aus der Payment- und Technologiebranche für den Austausch über die Zukunftsthemen aus dem Sektor versammelt. Bei der jüngsten Ausgabe, die unter dem Motto “Building Tomorrow Together“ lief, ging es um wesentliche Sujets wie Digitalisierung, AI, Cybersecurity und moderne Bezahlsysteme.
Durch den Abend führte die bekannte Fernsehmoderatorin Barbara Fleißner. Michael Brönner, Country Manager Austria von Mastercard, eröffnete das Event. Brönner lobte in seiner Begrüßung unter anderem die Partnerschaft zwischen Mastercard und dem Belvedere Museum Wien. Mastercard fungiert als „Preferred Payment Partner“ des Museums. „Unsere Partnerschaft mit dem Belvedere ist exemplarisch für die vielen produktiven Kooperationen, die Mastercard unterhält. Neben anderen Bereichen wollen wir auch auf diesem Gebiet in Zukunft kontinuierlich wachsen und innovativ bleiben“, so Brönner.

Starkes Wachstum und Innovation verzeichnet Mastercard auch im Bereich der Payment-Technologie. Kürzlich hat der Zahlungsdienstleister erste Agentic-Transaktionen mit österreichischen Banken gestartet. Dabei handelt es sich um Transaktionen, die von einer AI initiiert werden.
Diese Technologie ist noch nicht im Alltag der Konsument:innen angekommen, doch Mastercard arbeitet derzeit auf Hochtouren daran, sie auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus sollen bis Ende 2026 drei Viertel der Mastercard-Kund:innen Zugang zum Service Click to Pay erhalten. Ein weiterer großer Meilenstein beim Vorstoß in moderne Payment-Technologie war die Bekanntgabe von Mastercards geplanter Übernahme von BVNK, einem führenden Anbieter von Stablecoin-Infrastruktur.
Auch die Geschäftszahlen von Mastercard in Österreich lassen sich sehen. “Der österreichische Payment-Markt ist gut entwickelt. Wir haben 2025 ein Wachstum von 13 Prozent beim Transaktionsvolumen verbucht”, erzählte Brönner. Besonders der E-Commerce-Bereich befinde sich im Wachstum.
Wolfgang Bergmann, CFO des Belvedere Museum Wien, sprach im Anschluss an Brönner. Er zeigte sich begeistert darüber, Mastercard im Belvedere 21, dem Museum für zeitgenössische Kunst der Institution, willkommen zu heißen. “Es ist uns eine große Freude, dieses Firmenevent zu hosten. Mastercard ist ein wichtiger technologischer Partner des Belvedere, das sich ebenfalls weiter modernisieren will. Unser zeitgenössischer Ausstellungsraum ist daher die ideale Location für dieses Event.”

Eines der Hauptthemen beim Innovation Forum war Cybersecurity. Eine Keynote kam von einer echten Berühmtheit dieser Branche: Greg van der Gaast, in seiner Jugend ein notorischer Hacker, später Experte für die US-Regierung und heute bekannter Buchautor und Speaker. Er sprach über die Irrtümer, die Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit unterlaufen. Diese sind ihm zufolge immer noch gravierend und sehr kostenintensiv.
“Cybercrime wird immer häufiger und schädlicher, obwohl die Ausgaben von Unternehmen für Cybersecurity exponentiell steigen. Der Grund dafür ist, dass die meisten Firmen nur die Symptome adressieren”, so van der Gaast. Ihm zufolge behandeln die meisten Unternehmen Cybersecurity wie Risikomanagement. Sie reagieren lediglich auf die Probleme, die durch Schwachstellen entstehen, anstatt diese Schwachstellen zurückzuverfolgen und auszumerzen.
„Alle anderen Industrien machen das so, nur nicht die Cybersecurity: Sie akzeptiert Defekte. Diese entstehen jedoch nicht in einem Vakuum: Sie sind die Folgen von Entscheidungen und Fehlern, die vorgelagert passieren. Die meisten Cybersecurity-Fälle betreffen bekannte Schwachstellen, die nicht repariert wurden. Wenn man das täte, könnte man 99,9 Prozent der Fälle verhindern. Executives interessiert das jedoch oft nicht, ihnen sind die kurzfristigen Kosten zu hoch.”
Van der Gaast zufolge sind die Kosten dafür, Cybersecurity-Schwachstellen auszubügeln, auf lange Sicht Gold wert. Denn sie können auch auf andere Probleme hinweisen, deren Lösung ein Unternehmen in vielerlei Hinsicht besser machen kann.
Neben Cybersecurity lag ein Fokus beim Innovation Forum auch auf modernen Zahlungslösungen. Besonders stand hier der Bereich der Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) im Rampenlicht. Mit dieser Zahlungsmethode ist es möglich, über eine App Geld direkt auf ein Bankkonto oder in die digitale Geldbörse einer anderen Person zu überweisen. Diese Transaktionen kommen ohne Bargeld und herkömmliche Schecks aus. In Österreich ist dieses Konzept jedoch noch zu wenig angekommen, kritisierte David Goldschmidt, Senior Vice President von Mastercard, in seiner Keynote.
„Es gibt heute weltweit viele P2P-Anbieter, beispielsweise Revolut. Vor allem Stablecoins sind ein wichtiges P2P-Zahlungsmittel. Immer mehr Länder setzen massiv auf entsprechende Lösungen. Doch warum nicht Österreich? Ein Grund ist, dass P2P für Österreicher:innen noch eine schlechte und zu komplexe Erfahrung ist. Zu viele Trust- und UX-Barrieren stehen im Weg”, so Goldschmidt.
P2P ist laut Goldschmidt besonders im Bereich der Kundenakquise und -retention von wachsender Bedeutung. Österreichs Fenster für den P2P-Aufbau sei zwar noch offen, werde aber immer kleiner. In einer anschließenden Panel-Diskussion besprach Goldschmidt das Thema Stablecoins und ihre Rolle bei P2P gemeinsam mit Dorothea Ysenburg, VP Global Digital Assets bei Mastercard, ausführlicher. Der Tenor hierbei war, dass Stablecoins eine spannende Möglichkeit sind, um Geld und wertvolle Assets zu bewegen. Doch auch hier hinken Regulierung und Adoption in Österreich noch hinterher.

Ein weiteres Thema, das beim Innovation Forum im Mittelpunkt stand, war Bildung im Bereich der modernen Finanztechnologie. Exemplarisch dafür ist die „TalentsLounge“, eine Kooperation zwischen Mastercard und der österreichischen Bildungseinrichtung DaVinciLab. Ziel des Projekts ist es, Zukunftskompetenzen in Schulklassen zu fördern. Unter anderem stehen Themen wie Coding, AI und Financial Literacy dabei im Fokus.
Anna Gawin, CEO und Gründerin von DaVinciLab, sprach beim Forum über das Projekt. “Wir wollen, dass Kinder in Schulen echte Zukunftskompetenzen lernen. Unser Ziel ist es, Schulen dabei zu unterstützen. Die Partnerschaft mit Mastercard war für dieses Projekt besonders bei der Finanzierung unerlässlich.”
Das Programm der TalentsLounge, die in diesem Jahr ihren zweiten Durchgang hatte, beinhaltet unter anderem Lernreisen zu verschiedenen Themen, Lektionen, Challenges und Spiele. Der Höhepunkt des Projekts war ein landesweiter Wettbewerb zwischen den teilnehmenden Schulklassen. Beim Innovation Forum wurden die drei Klassen aus dem jüngsten Durchgang mit den besten Projekten ausgezeichnet. Zwei davon kommen aus Kärnten, eine aus Oberösterreich.
Weiter ging es im Programm des Innovation Forums mit dem heute praktisch allgegenwärtigen Thema AI. Agnieszka Śpionek, Vice President Mastercard Advisors, plädierte in ihrer Keynote für weniger Abhängigkeit von Künstlicher Intelligenz und für mehr Eigenaufwand. „Wachstum erfordert Anstrengungen und AI nimmt viel Anstrengung weg. Heute muss alles immer funktionaler und schneller werden, wobei die Technologie eine große Rolle spielt. Doch zu leichte Wege erzeugen weniger Bedeutung“, meinte Śpionek.
Sie riet den Anwesenden dazu, AI weniger Aufgaben selbst erledigen zu lassen, sondern die Technologie vielmehr als Assistenten zu verstehen. Menschen sollten ein Mindset aufbauen, das nicht vor schweren Aufgaben zurückschreckt. Eine besonders große Inspiration könnten dabei Jungunternehmer:innen sein, die keine Mühen scheuen, ihr Geschäft aufzubauen.

Das Thema Mindset stand auch im Mittelpunkt des letzten Themenblocks des Abends. Dieser stand ganz im Zeichen des Fußballs. Mastercard ist in der Welt des Sports eine Fixgröße, immerhin gehört der Zahlungsdienstleister unter anderem zu den Hauptsponsoren der UEFA Champions League. Sportkommentator Jan Platte, der das jüngste Champions League-Finale kommentiert hatte, erklärte beim Forum, dass dieses Event auch nach vielen Jahren immer noch ein Gänsehautgefühl erzeugt. “Um dieses finale Ereignis eines der größten Sportwettbewerbe der Welt entstehen immer unzählige spannende Geschichten. Egal, wie oft ich hierbei den Kommentar mache: Es ist immer noch so aufregend wie immer.“
Oliver Mintzlaff, CEO der Red Bull GmbH, sprach beim Forum über die Bedeutung von Mindset bei der Entwicklung von Sporttalent. „Die richtige Mentalität ist im Sport absolut ausschlaggebend. Es ist wichtig, Talenten schon in jungen Jahren die Spielphilosophie beizubringen.“ Dem pflichteten auch die ehemaligen österreichischen Nationalspieler:innen Stefan Maierhofer und Laura Feiersinger in der Diskussion bei. „Mentalität ist im Sport ganz entscheidend. Für mich war Fußball immer die große Liebe“, so Maierhofer. Laut Feiersinger ist auch ein sicheres und familiäres Umfeld von großer Bedeutung.
Auch vor dem Sport macht innovative Technologie nicht halt. Oliver Mintzlaff sprach über AI in der Fußball-Welt. Die Technologie komme bereits in vielen administrativen Prozessen zum Einsatz, doch auch auf dem Spielfeld werde sie früher oder später ihren Platz finden. “Es ist wichtig, sich mit diesen Zukunftsthemen früh zu beschäftigen und herauszufinden, wo ihr Einsatz wirklich Sinn macht.”
Nach den spannenden Keynotes und Diskussionen erwartete die Besucher:innen im Belvedere 21 noch ein angeregter Abend voller Gespräche und Networking-Möglichkeiten.
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