Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX hat am 12. Juni 2026 das größte Börsendebüt der Geschichte hingelegt – und damit nicht nur den Gründer reich gemacht. Nach einer Analyse der Pre-IPO-Handelsplattform Hill.com (vormals Hill Markets) dürften rund 4.400 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter:innen zu Millionären werden, etwa 400 davon halten Anteile im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar. Laut Hill.com-Gründer Andrew Benson ist es höchst ungewöhnlich, dass bei einem IPO nicht nur die Gründer, sondern hunderte Beschäftigte diese Schwelle überschreiten.
Der Rekord-IPO in Zahlen
SpaceX hat 85,7 Milliarden Dollar eingenommen – fast das Dreifache des bisherigen Rekords (Saudi Aramco, 2019, rund 29 Mrd. $). Unter dem Kürzel SPCX eröffnete die Aktie bei 150 Dollar und schloss am ersten Handelstag bei 160,95 Dollar (+19 %). Inzwischen wird das Unternehmen mit rund 2,2 Billionen Dollar bewertet – das entspricht einem Aktienkurs von etwa 168 Dollar. Der Börsengang machte Musk zum ersten Billionär der Geschichte.
Die größten Einzelgewinner
Abseits von Musk zeigt die bei der SEC eingereichte S-1, wo die größten Vermögen landen (gerechnet auf die aktuelle Bewertung von 2,2 Billionen Dollar):
- Antonio Gracias (Board-Mitglied, Chef der Private-Equity-Firma Valor) hält über seine Valor-Entitäten 503,4 Millionen offengelegte Class-A-Aktien – bei rund 168 Dollar je Aktie etwa 85 Milliarden Dollar. CNBC veranschlagt Valors Gesamtposition über mehrere Fonds sogar auf über 160 Milliarden Dollar.
- Bret Johnsen (CFO seit 2011) kommt mit 9,6 Millionen Aktien auf rund 1,6 Milliarden Dollar.
- Luke Nosek (Board-Mitglied und Founders-Fund-Partner) machte aus 20 Millionen Dollar von 2008 rund 5,6 Milliarden Dollar.
Die großen Investoren
Auch institutionelle Frühinvestoren verbuchen einige der größten Buchgewinne der VC-Geschichte:
- Alphabet/Google investierte 2015 rund 900 Millionen Dollar (gemeinsam mit Fidelity) bei einer 10-Milliarden-Bewertung und hält heute etwa 6–7 %. Die Position ist über 75 Milliarden Dollar wert (einzelne Schätzungen liegen deutlich höher).
- Founders Fund (Peter Thiel) stieg 2008 nach drei Fehlstarts mit 20 Millionen Dollar ein und sitzt nun auf einem Buchgewinn von ebenfalls über 75 Milliarden Dollar – einer der größten Einzelreturns der Risikokapitalgeschichte.
- Fidelity kam 2015 dazu, hält rund 2 % und kommt auf etwa 44 Milliarden Dollar – ein über 100-facher Return.
- Sequoia Capital investierte insgesamt rund 2 Milliarden Dollar für etwa 1,5 % – Buchgewinn über 25 Milliarden Dollar.
- D1 Capital (Einstieg 2020) hält Anteile im Wert von rund 25 Milliarden Dollar (über 33-facher Return).
- Andreessen Horowitz führte 2023 eine 750-Millionen-Dollar-Runde an; weitere Profiteure sind u. a. Ark Invest (Cathie Wood), Star-Investor Ron Baron, Coatue, Thrive Capital und Baillie Gifford.
Wichtig: Es handelt sich überwiegend um Buchgewinne, und die Schätzungen variieren je nach Verwässerungsannahme. Viele VC-Fonds sind nach Ablauf der Lock-up-Frist verpflichtet, Kapital an ihre Geldgeber auszuschütten – ein Teil dieser Anteile dürfte also über die Zeit auf den Markt kommen.
Vom Schweißer zum Millionär
Wie weit der Reichtum reicht, zeigt Juan Hernandez: Der aus Mexiko eingewanderte Familienvater heuerte 2015 als Schweißer bei SpaceX an, ohne die Firma zu kennen, und erhielt dort erstmals in den USA Aktien als Teil seiner Vergütung. Seine 6.500 Anteile sind bei der aktuellen Bewertung rund 1,09 Millionen Dollar wert. Aufhören will er trotz des plötzlichen Reichtums nicht – inzwischen arbeitet er allerdings beim Rivalen Blue Origin.
Nicht alle glaubten an den Wert ihrer Papiere: Laut New York Times tauschten einige Mitarbeiter:innen ihre Anteile über die Jahre sogar gegen Restaurant-Gutscheine ein – ein Schritt, den sie heute bereuen dürften.
Was macht eine Pre-IPO-Handelsplattform?
Plattformen wie Hill.com ermöglichen es Anleger:innen, Anteile an noch privaten Unternehmen wie SpaceX, OpenAI oder Anthropic zu kaufen und zu verkaufen – also bevor diese an die Börse gehen. Technisch investiert man dabei meist nicht direkt in Aktien, sondern in einen Single-Asset-Fund, der die Anteile (oder eine Beteiligung daran) hält; eine Fondseinheit entspricht wirtschaftlich einer Aktie des Zielunternehmens. Der Reiz liegt in Zugang und Tempo: Klassische Pre-IPO-Deals dauern oft Wochen, Hill verspricht den Abschluss in Sekunden.
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