






















Ein Ausverkauf bei Technologiewerten hat die globalen Märkte am Dienstag erfasst. Der Fokus der Anleger verschob sich dabei von den Entwicklungen im US-Konflikt mit dem Iran hin zu den Aussichten jener KI-Unternehmen und Chiphersteller, die die Aktienmärkte zuletzt auf Rekordstände getrieben hatten. Turbulenzen bei asiatischen Technologiewerten schwappten auf die Wall Street über – getrieben von Sorgen über Zinserhöhungen, gewaltige Ausgaben und Überbewertungen.
Der technologielastige Nasdaq-Index schloss am Dienstag 2,2 Prozent tiefer. Der breite S&P 500 lag am Nachmittag mit einem Minus von 1,43 Prozent ebenfalls im roten Bereich, während sich der Dow Jones stabil hielt.
Besonders deutlich traf es die Speicherchip-Hersteller: Sandisk und Micron, die in den vergangenen Monaten enorme Kursgewinne verzeichnet hatten, brachen jeweils um rund 13 Prozent ein. Auf rasante Anstiege folgten oft ebenso schnelle Korrekturen, berichtete das Wall Street Journal – wobei die Aktien der beiden Unternehmen auf Jahressicht immer noch um 727 beziehungsweise 269 Prozent im Plus liegen.
Alle drei großen US-Indizes hatten im laufenden Jahr Rekordhochs markiert – getragen von einem Geldzustrom in KI-Technologie und entsprechende Infrastruktur. Auf Jahressicht liegt der Nasdaq rund 10 Prozent im Plus, der Dow Jones gewann etwa 6 Prozent und überschritt die Marke von 51.000 Punkten, der S&P 500 legte um 7,3 Prozent zu.
Einige Ökonom:innen warnen allerdings, dass die hohen KI-Investitionen Züge einer Blase tragen, die an die Dotcom-Blase der frühen 2000er-Jahre erinnere. Sieben Technologiekonzerne machen inzwischen rund 30 Prozent des Werts im S&P 500 aus. Diese starke Abhängigkeit von einer einzelnen Branche und wenigen Schlüsselunternehmen lässt manche Investor:innen die Frage stellen, ob ein Platzen der Blase nur eine Frage der Zeit sei.
Verstärkt wurden diese Bedenken durch Signale der US-Notenbank Federal Reserve in der Vorwoche, wonach sie die Zinsen – und damit die Finanzierungskosten – anheben könnte, um die steigende Inflation einzudämmen.
Den Anstoß gaben mehrere Entwicklungen am Montag. Google-Mutter Alphabet verzeichnete den schwächsten Börsentag seit über einem Jahr; die Aktie schloss 5 Prozent tiefer. Zuvor hatten zwei prominente KI-Forscher das Unternehmen verlassen, was Anleger:innen verunsicherte.
Auch Elon Musks SpaceX, das am 12. Juni mit großem Echo an die Börse gegangen war, verlor am Montag 16 Prozent – der Schwung nach dem Börsengang ebbt damit weiter ab. Zugleich kündigte das Unternehmen an, über eine Anleihe 20 Milliarden Dollar aufnehmen zu wollen, obwohl es beim IPO bereits mehr als 85 Milliarden Dollar eingenommen hatte. Das schürte Sorgen über die hohen Kosten der SpaceX-Projekte.
Ipek Ozkardeskaya, Senior-Analystin bei Swissquote, verwies darauf, dass SpaceX zwar noch nicht Teil der Nasdaq-Indizes sei, der Schritt zur Schuldenfinanzierung von KI- und Infrastrukturausgaben aber frühere Befürchtungen neu belebe, wonach Big Tech zu viel für KI-Infrastruktur ausgebe und dies zunehmend über Schulden finanziere. Morgan Stanley schätzt laut Ozkardeskaya, dass die KI-bezogene Kreditaufnahme in diesem Jahr 500 Milliarden Dollar übersteigen wird.
Nach Handelsschluss in den USA übertrug sich die Nervosität auf die asiatischen Märkte. Die Verunsicherung der Anleger:innen sorgte für instabile Verhältnisse: Besonders Südkoreas Leitindex KOSPI erlebte eine Achterbahnfahrt – er fiel am Dienstag um 10 Prozent, machte einen Teil der Verluste anschließend aber wieder wett. Die Schwankungsbreite des Index erreichte laut Financial Times ein Rekordhoch. Hintergrund waren Kursverluste der beiden größten Chiphersteller des Landes, SK Hynix und Samsung Electronics, die jeweils über 12 Prozent verloren. Japans Nikkei 225 ging mit einem Minus von 3,5 Prozent aus dem Handel.
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