Das Berliner Climate-Tech Varm schließt eine Series A-Runde über 17,5 Millionen Euro ab. Varm dämmt Einfamilienhäuser an einem Tag zum Festpreis. Die Jungfirma bildet die dafür nötigen Fachkräfte selbst aus. Seit der Gründung 2023 hat sie nach eigenen Angaben tausende Projekte abgeschlossen und betreibt sieben Standorte in Deutschland.
Varm will Gebäude mit hohen Emissionen umrüsten
Lead Investor ist der ABN Amro Sustainable Impact Fund, Co-Lead der GET Fund. Aurum Impact sowie die Bestandsinvestoren Emerge Partners, Pale Blue Dot und noa beteiligen sich ebenfalls.
Deutschland muss laut Varm Millionen Gebäude sanieren, doch der klassische Handwerksmarkt skaliert nicht. Er sei fragmentiert, intransparent und vom Fachkräftemangel gelähmt. Energieberatungsportale vermitteln Aufträge, führen sie aber nicht aus. Generalunternehmer koordinieren Dritte, ohne eigene Ausführungskapazität aufzubauen.
CEO und Mitgründer Christian Grüner formuliert es so: „In den nächsten zehn Jahren müssen wir Gebäude mit hohen Emissionen so umrüsten, dass sie energieeffizient werden. Der wirksamste Weg dafür ist Dämmung. Skalierung in diesem Bereich ist daher eine Infrastrukturaufgabe.“
Aufbau von eigenem Fachkräftepool
Varm will einen eigenen Fachkräftepool aufbauen. Das Startup qualifiziert Quereinsteiger:innen und Unternehmer:innen aus handwerksnahen Berufen in zweiwöchigen Programmen zu zertifizierten Dämmspezialist:innen. Wer das System anschließend in einem eigenen Betrieb betreiben will, bekommt über das Partnerprogramm Software, Prozesse und Lead-Zugang.
Das Modell funktioniert wie eine dezentrale Produktionsinfrastruktur, gesteuert durch Jarvis, Varms KI-Plattform. Jarvis automatisiert Aufmaßerfassung, Materialmengenberechnung und Qualitätssicherung im Feld. Ein typisches Projekt kostet rund 5.000 Euro, mit BAFA-Förderung weniger als 4.000 Euro Eigenanteil.
Bewohner:innen sparen danach bis zu 50 Prozent Heizkosten, die Investition amortisiert sich nach vier bis sieben Jahren. Monatlich dämmen hunderte Eigentümer:innen in Deutschland ihr Haus mit Varm.
„Jobmotor, nicht Jobkiller“
Julian Klaiber, Principal beim GET Fund, erklärt: „Uns hat nicht nur überzeugt, wie schnell Varm wächst, sondern wie stabil, skalierbar und verifizierbar die Qualität bleibt. Das Team hat das richtige Verständnis, wie eine eigene Technologie, Plattform und KI genutzt werden können, um handwerkliche Tätigkeiten zu unterstützen. Damit wird Technologie zum Jobmotor, nicht zum Jobkiller.“
Das frische Kapital fließt in den Ausbau des Partnerprogramms, die Weiterentwicklung von JARVIS und die Expansion in Europa. Varms Mission: bis 2035 eine Million Gebäude in Europa dämmen.
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