VERAXA Biotech aus Heidelberg hat den Sprung an die Nasdaq geschafft. Seit 11. Juni 2026 notiert das Krebsforschungs-Jungunternehmen unter dem Ticker VRXA an der US-Technologiebörse. Die Business Combination bewertet VERAXA mit rund 1,3 Milliarden US-Dollar Pre-Money Equity Value.
Kein Cash-Exit bei VERAXA-Börsengang
Die Transaktion folgt einem ungewöhnlichen Muster: Die bestehenden Aktionäre Xlife Sciences, EMBL und EMBLEM rollen ihre Anteile vollständig in die börsennotierte Gesellschaft. Ein Cash-Exit findet nicht statt. Stattdessen setzen die Investoren auf Wertsteigerung über den US-Kapitalmarkt. VERAXA sieht darin ein Signal, dass die Geldgeber an langfristiges Wachstum glauben und den Zugang zu amerikanischen Investoren höher bewerten als kurzfristige Liquidität.
VERAXA baut auf wissenschaftlichen Durchbrüchen des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) auf. Das Jungunternehmen entwickelt in Heidelberg eine Plattform für neuartige Krebsmedikamente, die auf T-Zell-Engager und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate setzt. Die BiTAC-Technologie adressiert Krebszellen anhand zweier Zielstrukturen gleichzeitig. Dieser Ansatz soll gesundes Gewebe schonen und die Präzision der Therapie erhöhen.
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Forschung in Deutschland mit US-Finanzierung
Rechtlich sitzt VERAXA in der Schweiz, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich jedoch auf Heidelberg. Diese Struktur kombiniert schweizerische Corporate Governance mit deutscher Life-Science-Expertise.
Der Fall VERAXA illustriert ein strukturelles Dilemma des deutschen Biotech-Sektors: Laut EY leidet der Markt seit Jahren unter IPO-Dürre und fehlendem Scale-up-Kapital. Während europäische Grundlagenforschung Weltklasse liefert, findet die Kapitalisierung dieser Innovationen zunehmend in den USA statt. VERAXA nutzt den Nasdaq-Zugang, um eine Heidelberger Krebsforschungsplattform mit US-Investorengeldern weiterzuentwickeln. Somit soll Forschung in Deutschland mit Finanzierung aus Amerika möglich sein.
Die Transaktion zeigt laut dem deutschen Jungunternehmen, wie europäische Biotech-Startups auf amerikanische Börsen ausweichen, wenn heimische Kapitalmärkte nicht liefern. Es werde voraussichtlich nicht das letzte deutsche Life-Science-Unternehmen sein, das diesen Weg geht.
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