























SpaceX hat einen fulminanten Start an der Börse hingelegt. Die Aktie des Raumfahrt- und Satellitenunternehmens von Elon Musk, die unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq notiert, erreichte am ersten Handelstag am Freitag zeitweise einen Kurs von 175 Dollar. Das sind 40 Dollar bzw. rund 30 Prozent mehr als der Ausgabepreis von 135 Dollar, zu dem die Papiere am Donnerstagabend bei institutionellen Investoren platziert worden waren.
Der Handel verlief volatil: Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar, kletterte zwischenzeitlich auf 162 Dollar und markierte schließlich das Tageshoch bei 175 Dollar. Auf Basis dieses Kurses ergibt sich zur Stunde eine Marktkapitalisierung von mehr als 2,2 Billionen Dollar – beim Ausgabepreis war SpaceX noch mit rund 1,8 Billionen Dollar bewertet worden.
Mit dieser Bewertung steigt SpaceX aus dem Stand zum sechstwertvollsten Unternehmen der Welt auf. Das Unternehmen lässt damit Schwergewichte wie den Chipfertiger TSMC, den Halbleiterkonzern Broadcom und den saudischen Ölriesen Saudi Aramco hinter sich. Wertvoller als SpaceX sind derzeit nur noch Nvidia, Alphabet, Apple, Microsoft und Amazon.
Hier die aktuelle Rangfolge der größten Unternehmen nach Market Cap:

Der Börsengang ist der größte der Wall-Street-Geschichte: SpaceX verkaufte 555,6 Millionen Aktien und nahm damit 75 Milliarden Dollar ein. Parallel zur Notierung an der Nasdaq in New York ist das Unternehmen auch an der im März gestarteten Nasdaq Texas gelistet – ein Verweis auf den Firmensitz in Starbase, Texas.
Das 2002 gegründete Unternehmen erwirtschaftete laut Börsenprospekt im vergangenen Jahr 18,67 Milliarden Dollar Umsatz, getrieben vor allem vom Abo-Modell des Satelliteninternets Starlink, das in 164 Ländern verfügbar ist. Anfang des Jahres wurde zudem Musks KI-Unternehmen als SpaceX-AI in den Konzern integriert, inklusive der Colossus-Rechenzentren und des KI-Modells Grok. Langfristig will SpaceX KI-Rechenzentren im Orbit aufbauen. Nebenbei erhalten Anleger auch Zugriff auf einen der größeren Bitcoin-Bestände börsennotierter Unternehmen: SpaceX hielt per Ende März 18.712 Bitcoin im Wert von knapp 1,2 Milliarden Dollar.
Die Eröffnungsglocke wurde gleich an zwei Standorten geläutet: an der Nasdaq MarketSite am Times Square in New York und in der SpaceX-Zentrale Starbase in Texas. COO Gwynne Shotwell feierte das Debüt nach 24 Jahren als Privatunternehmen am Times Square: „Heute schreiben wir wieder Geschichte – und wir haben eine Geschichte darin, Geschichte zu schreiben. Wir sind rund 22.000 Leute, und der Dank geht an euch alle – dafür, dass ihr durchgehalten habt, dass ihr Rückgrat bewahrt habt, während die Zweifler zweifelten, um jeden Tag Historisches zu erreichen.“
Nasdaq-CEO Adena Friedman begrüßte das Unternehmen an der Börse: „Als Heimat der Innovation und der Innovationsökonomie ist Nasdaq unglaublich stolz, SpaceX‘ Partner zu sein, während das Unternehmen die physische und digitale Infrastruktur der Zukunft baut. Glückwunsch an das gesamte SpaceX-Team – wir können es kaum erwarten zu sehen, was als Nächstes kommt.“
Elon Musk meldete sich aus Starbase in Texas zu Wort: „Eine kleine Firma, die in einem Lagerhaus in El Segundo angefangen hat, geht jetzt mit dem größten IPO aller Zeiten an die Börse. Es gibt immer Probleme, die wir hier auf der Erde lösen wollen, und wir lösen sie. Aber es muss auch Dinge geben, die einen für die Zukunft begeistern, die einen froh machen, morgens aufzuwachen, weil man es kaum erwarten kann zu sehen, was als Nächstes passiert. Das ist die Zukunft, die SpaceX euch bringen will.“ Und er ergänzte: „Genau darum geht es bei SpaceX – die Fiktion aus der Science-Fiction zu nehmen.“
Der starke Kursanstieg am ersten Handelstag ist ein klassischer „IPO Pop“. Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass eine Aktie unmittelbar nach dem Börsengang deutlich über ihrem Ausgabepreis notiert. Ein Pop signalisiert einerseits eine hohe Nachfrage von Investoren, die bei der Zuteilung nicht zum Zug gekommen sind und nun über die Börse kaufen. Andererseits bedeutet er auch, dass die begleitenden Investmentbanken den Ausgabepreis zu niedrig angesetzt haben: Die Differenz zwischen Ausgabe- und Handelskurs – im Fall von SpaceX zeitweise 40 Dollar pro Aktie – fließt nicht dem Unternehmen zu, sondern den Erstzeichnern.
Man spricht dabei von „money left on the table“: Hätte SpaceX die Aktien zu 175 statt 135 Dollar platziert, wären dem Unternehmen rechnerisch gut 22 Milliarden Dollar mehr zugeflossen. Banken kalkulieren den Pop allerdings oft bewusst ein, um den Erstinvestoren einen Anreiz zu bieten und ein positives Börsendebüt sicherzustellen.
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