























Eines der größten Tech-Events Europas feiert von 17. bis 20. Juni in Paris sein 10-jähriges Jubiläum. Deutschland ist „Country of the Year“, auf der Bühne stehen Amazon-Gründer Jeff Bezos, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Indiens Premier Narendra Modi, KI-Pionier Yann LeCun – und OpenClaw-Erfinder Peter Steinberger.
Zum runden Geburtstag fährt die VivaTech noch einmal alles auf, was die Tech-Welt zu bieten hat. Die Pariser Messe Porte de Versailles soll zum dichtesten Treffpunkt der Branche werden, erwartet werden rund 15.000 Startups, 4.000 Investor:innen, mehr als 450 Speaker:innen auf vier Bühnen und insgesamt etwa 180.000 Besucher:innen. Inhaltlich drehen sich die vier Tage vor allem um Künstliche Intelligenz, Deeptech, Cybersecurity und Energie.
Für die DACH-Region besonders relevant: Deutschland ist in diesem Jahr „Country of the Year“ und schickt nach Angaben der Veranstalter die größte Delegation in der Geschichte der VivaTech nach Paris. Indien wiederum tritt als „AI Country Partner“ auf – mit eigenem Stand und einer breiten Speaker-Riege.
Den prominentesten Auftritt absolviert Jeff Bezos. Der Amazon-Gründer und Blue-Origin-Eigentümer, der 2025 zusätzlich das KI-Industrie-Startup Prometheus mitgegründet hat und dort als Co-CEO fungiert, spricht am Mittwoch, 17. Juni, auf der neuen Theater-Bühne (Platz für über 2.000 Personen). An seiner Seite: Dave Limp, CEO von Blue Origin und langjähriger Amazon-Manager (Echo, Alexa, Kindle, Fire TV). Moderiert wird die Session vom früheren NASA-Astronauten Mike Massimino, der unter anderem an den Reparaturmissionen des Hubble-Weltraumteleskops beteiligt war. Thematisch dürfte es um die neue Raumfahrt-Ökonomie gehen – Blue Origin hat mit New Glenn zuletzt den Orbit erreicht und den Booster gelandet.
Einen Tag später, am Donnerstag, 18. Juni, betritt Emmanuel Macron das Theater. Der französische Präsident positioniert sich seit Jahren als einer der lautesten Fürsprecher eines souveränen, offenen und gemeinwohlorientierten Tech-Europas – von seinem AI Action Summit in Paris bis zu den globalen KI-Governance-Foren. Sein Auftritt fügt sich in die Erzählung, mit der Frankreich und die EU sich als ernstzunehmende KI-Player neben den USA und China behaupten wollen.
Bereits im Vorfeld bestätigt wurde Narendra Modi. Indiens Premierminister, dessen Besuch in das franko-indische Innovationsjahr fällt, gilt als einer der einflussreichsten Akteure in der internationalen Debatte um „verantwortungsvolle“ KI und brachte mit dem MANAV-Framework einen eigenen Governance-Ansatz aus Perspektive des Globalen Südens ein.
Aus dem KI-Maschinenraum kommt Yann LeCun, einer der Väter des Deep Learning. LeCun, der Meta nach Jahren als Chief AI Scientist verlassen hat, tritt mittlerweile mit seinem neuen Venture AMI Labs sowie als Professor an der NYU auf – sein Auftritt ist eines der Highlights für die Forschungs-Community.
Spannend für das heimische Publikum: Auch ein Österreicher steht im Theater. Peter Steinberger, in der Developer-Szene als „steipete“ bekannt, PSPDFKit-Gründer und Erfinder des viralen Open-Source-Projekts OpenClaw, ist seit Anfang 2026 Teil des Codex-Teams bei OpenAI. Er teilt sich die Bühne am 18. Juni mit Thibault Sottiaux, der bei OpenAI Product & Platform verantwortet. Pikanter Subtext: Steinberger hatte zuletzt öffentlich erklärt, in die USA zu ziehen – aus seiner Sicht ersticke zu viel Regulierung die KI-Entwicklung in Europa. Genau jene Debatte, die über der gesamten VivaTech-Jubiläumsausgabe schwebt.
Die weitere Gästeliste liest sich wie ein Querschnitt der globalen Wirtschaft: Bernard Arnault (LVMH), Shantanu Narayen (Adobe), Roland Busch (Siemens), Joe Tsai (Alibaba), Christophe Fouquet (ASML), Elizabeth Stone (Netflix), Octave Klaba (OVHcloud) und Glenn Fogel (Booking.com) zählen ebenso dazu wie EU-Kommissarin Henna Virkkunen und Deutschlands Digitalminister Karsten Wildberger. Die VivaTech hebt zudem ihre paritätische Bühnenbesetzung mit rund 50 Prozent Frauenanteil hervor.
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