Das RegTech-Startup sproof und der österreichische Vertrauensdienstleister A-Trust bauen ihre Zusammenarbeit aus. Kern der erweiterten Kooperation ist eine tiefere technische Integration der ID Austria in die digitalen Workflows von sproof, mit der die Nutzung qualifizierter elektronischer Signaturen in stark regulierten Branchen vereinfacht werden soll.
Konkret soll die qualifizierte elektronische Signatur (QES) von A-Trust direkt in die Software-Umgebung von sproof eingebunden werden. Dabei übernimmt sproof die digitale Orchestrierung der Signaturprozesse, also die Steuerung der Abläufe über Schnittstellen und Benutzeroberflächen, während A-Trust als qualifizierter Vertrauensdienstleister die rechtlich bindende Infrastruktur bereitstellt. Durch die technische Verknüpfung sollen Identitätsprüfungen in Echtzeit innerhalb der Plattform möglich werden, sodass digitale Prozesse ohne Medienbrüche abgeschlossen werden können.
Fokus auf regulierte Sektoren
Die Kooperation richtet sich vorrangig an Branchen mit hohen regulatorischen Anforderungen, darunter das Bankwesen, der Energiesektor und die öffentliche Verwaltung. In diesen Bereichen ist die rechtliche Gleichstellung der digitalen Signatur mit der handschriftlichen Unterschrift eine Grundvoraussetzung für die Digitalisierung von Verträgen.
Ein strategischer Aspekt der Zusammenarbeit ist die Positionierung als europäische Alternative zu US-amerikanischen Cloud-Anbietern. Beide Unternehmen verweisen auf eine vollständig europäische Wertschöpfungskette. Ziel sei es, die Abhängigkeit von Drittstaaten-Gesetzen wie dem US Cloud Act zu verringern, indem Datenverarbeitung und Hosting innerhalb Europas und im Einklang mit der EU-weiten eIDAS-Verordnung erfolgen.
Abhängigkeit von außereuropäischen Diensten senken
Nach Angaben beider Unternehmen soll die technische Integration die Komplexität für Endnutzer reduzieren. A-Trust-CEO Markus Vesely sieht in der Partnerschaft die Möglichkeit, regulatorisches Know-how mit verbesserter Usability zu verbinden und so die Abhängigkeit von außereuropäischen Diensten zu senken. sproof-CEO Clemens Brunner betonte, die Integration staatlich geprüfter Identitäten solle dazu beitragen, die digitale Unterschrift zum Standard in Unternehmen zu machen. Die Partnerschaft ist nach Unternehmensangaben das Ergebnis einer mehrjährigen Entwicklungsarbeit.
sproof ist ein in Salzburg und Wien ansässiges Unternehmen, das sich auf die Digitalisierung von Vertrags- und Onboarding-Prozessen mittels modularer Signatur- und Identitätslösungen spezialisiert hat. A-Trust zählt zu den führenden österreichischen Anbietern von Zertifikats- und Signaturlösungen, ist als qualifizierter Vertrauensdienstleister in der EU-Trusted-List eingetragen und stellt unter anderem die Infrastruktur für die ID Austria bereit.
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