




















Für diese Lage am Morgen war der als überaus männlich zu erwartende »Cage Fight«, der Käfigkampf vor dem Weißen Haus, den sich US-Präsident Donald Trump zu Ehren seines 80. Geburtstags gönnen wollte, etwas zu spät angesetzt. Aber Kollegin Katharina Kort wird über diese besondere Geburtstagssause samt »Kriegern«, wie Trump die antretenden MMA-Sportler kürzlich nannte, berichten (Bilder des Spektakels finden Sie jetzt schon hier). MMA steht für »Mixed Martial Arts«, ein Vollkontaktkampfsport mit Schlägen, Tritten, Würfen und Würgegriffen.
Käfig auf dem Gelände des Weißen Hauses: Tritte und Schläge
Foto:Evan Vucci / Reuters / AP
Apropos Krieg: Lange sah es so aus, als würde zunächst nichts aus einem Geschenk, das Trump wirklich, wirklich gern hätte: einen Deal mit Iran, der zu einer Beendigung des Krieges führen soll. Noch einen Tag vor seinem 80. kündige der U-Präsident mal wieder an, dass just an seinem Wiegenfest ein Friedensdeal mit den Iranern unterzeichnet werden solle. Mal wieder widersprachen die Iraner, sie verwiesen auf die jüngsten Angriffe Israels auf den Libanon (mehr dazu hier) und drohten Vergeltung an. Für das Regime in Teheran ist ein Ende der israelischen Offensive dort eine Bedingung für einen Deal. Trump soll Israels Premier Benjamin Netanyahu dafür am Telefon zusammengefaltet haben, wie er der US-Nachrichtenseite »Axios« mitteilte.
Nun sieht es so aus, als würde Trump das Geschenk doch noch bekommen: Wie er, die Iraner und Chefvermittler Shehbaz Sharif, der Premierminister Pakistans, gestern Nacht verkündeten, hätten sich die USA und Iran auf ein Rahmenabkommen für ein Ende des Krieges geeinigt. Demnach sollten alle Kampfhandlungen eingestellt und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Kleiner Schönheitsfehler: Unterschrieben ist noch nichts. Das soll wohl am Freitag in Genf geschehen. Bis dahin kann viel passieren.
Man hätte Trump fast ein Durchschnaufen zugestehen wollen an seinem Geburtstag (wenn auch vielleicht nicht mit Tritten und Würgen). Aber auch nur fast – er gönnt es der Welt ja auch nicht.
Mehr Hintergründe hier: USA und Iran einigen sich auf Friedensvereinbarung
Es ist wohl ein Ergebnis aus der Kategorie »Noch einmal gut gegangen«: Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich bei dem gestrigen Referendum mehrheitlich gegen die »Keine 10-Millionen-Schweiz«-Initiative der rechtskonservativen SVP ausgesprochen. Sie sah vor, die Zahl der dauerhaft im Land lebenden Menschen für Jahrzehnte auf zehn Millionen zu begrenzen. Rund 55 Prozent stimmten nun dagegen.
Blick auf die Region Pfäffikon: Die Demokratie steht noch
Foto: Björn Trotzki / IMAGODie Gegner hatten es in den vergangenen Wochen nicht ganz einfach, gegen die Initiative anzuargumentieren (mehr dazu hier ). Sogar von einem möglichen Ende des Freizügigkeitsabkommens mit der EU wurde gesprochen. Auch in der vergleichsweise wohlhabenden Schweiz existieren Abstiegsängste, die die SVP ansprach: Sie warb unter anderem mit dem Slogan »Schweiz schützen« (vor allem gegen Deutsche als eine der größten Zuwanderergruppen – mehr dazu hier ) und lag damit zeitweise in den Umfragen vorn.
Aus Deutschland schaut man immer etwas skeptisch auf Volksbefragungen, das hat mit unserer Geschichte zu tun und mit unserem politischen System. Da schwingt, scheint mir, auch immer ein wenig Angst vor »dem Volk« mit. Aus Schweizer Sicht können Volksbefragungen die Demokratie durchaus stabilisieren und das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Politik festigen: »Die Themen kommen auf den Tisch, werden debattiert, die Menschen verfolgen die Diskussionen und bilden sich eine Meinung«, sagt mein Kollege Mathieu von Rohr, selbst Schweizer (lesen Sie seinen Leitartikel zum Thema hier ).
Und die Demokratie in der Schweiz steht ja auch noch. Im besten Fall nehmen die politischen Entscheider das Ergebnis als Auftrag, das starke Bevölkerungswachstum (um ein Fünftel in den vergangenen 20 Jahren) mit all seinen Folgen für etwa den Arbeits- und Wohnungsmarkt bekömmlicher zu managen.
Mehr Hintergründe hier: Die Schweizer lehnen die Bevölkerungsgrenze ab – bestätigen aber, dass es ein Problem gibt
Das norwegische Königshaus muss gerade einen Umgang mit zwei großen Skandalen finden: Da wird zum einen heute das Urteil im Prozess gegen Marius Borg Høiby erwartet (mehr dazu hier), den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit. Es geht unter anderem um Vorwürfe von Vergewaltigung, häuslicher Gewalt und weitere Delikte. Bei einer Verurteilung droht dem 29-Jährigen eine mehrjährige Haftstrafe. Die Vergewaltigungsvorwürfe weist er zurück – und scheint sich auch als Opfer eines Schicksals als öffentliches, ungleich behandeltes Kind des Königshauses zu sehen (mehr dazu hier ). Das öffentliche Interesse an dem Fall ist wenig überraschend groß.
Høiby, Kronprinzessin Mette-Marit (2022): Keine Sonderbehandlung für Mutter und Sohn
Foto:Lise Aserud / EPA
Zum anderen sieht sich Høibys Mutter selbst mit einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit konfrontiert: Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Mette-Marit engen Kontakt zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte (mehr dazu hier ). Epstein und Mette-Marit waren offensichtlich E-Mail-Freunde und schrieben sich Intimes. Auch besuchte ihn die Kronprinzessin offenbar mehrfach.
Das kommt alles nicht so gut an in der Bevölkerung. Nur eine Minderheit will die Abschaffung der Monarchie, aber die Öffentlichkeit diskutiert darüber, ob Mette-Marit unter diesen Umständen wirklich eines Tages Königin werden kann. Hinzu kommt, dass die 52-Jährige ernsthaft krank ist und auf eine neue Lunge wartet.
Eine Sonderbehandlung erhalten weder Mutter noch Sohn. Dennoch scheint das Schicksal der sterbenskranken Mette-Marit den Norwegern nicht egal zu sein: Die Registrierungen zur Organspende schossen zuletzt in die Höhe (mehr dazu hier).
Mehr Hintergründe: Ein Planschbecken für den »Bonusprins«
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…sind die deutsche Nationalelf und, ja, auch Bundeskanzler Friedrich Merz.
Bundeskanzler Merz beim FaceTime-Anruf nach Winston-Salem: »Hallo Jungs!«
Foto: Tobias Koch / Bundesregierung / dpaDas Team hat gerade den Auftakt gegen Curaçao gewonnen (mehr dazu hier ); der Bundeskanzler verliert gerade, vor allem an Zustimmung. Zu lachen haben beide Seiten nicht durchweg etwas, wie auch, bei rund 84 Millionen weiteren Bundestrainern und Bundeskanzlern im Land.
Aber der FaceTime-Moment vom Freitag zwischen Merz und drei Nationalelf-Stars ist jetzt schon ein zeitgeschichtliches Dokument. Es kommt zwar noch nicht an Angela Merkels Auftritt in der Kabine der Nationalmannschaft 2010 an, als sie in gewohntem Blazer-Holzketten-Outfit plötzlich vor Mesut Özil stand und ihm zum Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei gratulierte. Aber es tut dem einen Hobby-Bundestrainer oder der anderen Hobby-Bundeskanzlerin im Land vielleicht ganz gut, ein einigermaßen authentisch-sauerländisches: »Hallo Jungs. So! Und: Wie ist die Stimmung?« zu hören. Der nächste Schritt wäre, stärker zu zeigen, dass man sich für selbige auch in der Bevölkerung interessiert.
Mehr zur WM: Bis Samstag muss das DFB-Team einen Weg finden, Leipzigs Flügelstürmer Yan Diomande zu stoppen, der beim Auftaktsieg der Elfenbeinküste überragte. Und: Die japanischen Fans räumen mal wieder auf. Alles Wichtige zu Tag fünf der Fußball-Weltmeisterschaft hier im WM-Blog .
Russland überzieht Ukraine mit Angriffen – Polen lässt Kampfjets aufsteigen: Auch in dieser Nacht hat es massive russische Raketenangriffe auf ukrainische Ziele gegeben. Polen aktivierte als Reaktion seine Luftwaffe. In Kyjiw steht ein historisches Kloster in Flammen, die Stadt ist teilweise ohne Strom.
Ölpreis sinkt deutlich, Aktienkurse in Asien schnellen nach oben: Die Märkte reagieren erleichtert auf die Einigung zwischen den USA und Iran: Der Preis für Rohöl gab in der Nacht stark nach. Auch von den Börsen in Japan und Südkorea gibt es gute Nachrichten.
US-Sänger Oliver Tree stirbt bei Helikopter-Kollision über Rio de Janeiro: Über der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind zwei Hubschrauber zusammengestoßen und danach auf ein Autohaus gestürzt. Unter den sechs Todesopfern ist auch ein Musiker, der gerade durch Südamerika tourte.
[M] DER SPIEGEL; Foto: LordHenriVoton / E+ / Getty Images
In vielen Branchen finden Fachkräfte keine Jobs mehr, in anderen sind sie noch gefragt. Unsere interaktive Karte zeigt Ihnen, wer gesucht ist und in welchen Regionen Sie gute Chancen haben .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihre Özlem Topçu, Leiterin des SPIEGEL-Auslandsressorts
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