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DER SPIEGEL - Schlagzeilen

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Bikepacking-Taschen im Test: Gepäcksets von Ortlieb, Cyclite, Topeak, Restrap, Capsuled
Markus Linden · 2026-06-14 · via DER SPIEGEL - Schlagzeilen
Bikepacking-Taschen: Ideal für sportliche Radreisen
Bikepacking-Taschen: Ideal für sportliche Radreisen

Bikepacking-Taschen: Ideal für sportliche Radreisen

Foto:

Viaframe / Getty Images

Dieser Testbericht erschien erstmals am 19. Juli 2025. Wir haben zwei neue Bikepacking-Sets getestet und den Artikel aktualisiert.

Bikepacking ist im Prinzip nichts anderes als das Verreisen mit dem Fahrrad. Allerdings nicht mit dem Trekkingrad und Gepäckträgertaschen links und rechts, sondern mit Rennrädern, Gravel- oder Mountainbikes. Weil die keinen Gepäckträger haben, müssen die Taschen direkt am Fahrrad montiert werden.

Pro Hersteller haben wir eine Lenkertasche, eine große Tasche für die Sattelstütze und eine Rahmen- oder alternativ Gabeltaschen getestet. Bei den Lenker- und den Satteltaschen gibt es Systeme mit Direktbefestigung und andere mit einem Holster. In letzterem Fall nimmt man bei der Ankunft beim Hotel oder Campingplatz nur den Packsack heraus. So muss man morgens nicht alles neu befestigen, sondern nur einschieben. Bei den Rahmentaschen haben wir uns auf Modelle konzentriert, die einen Teil des Rahmendreiecks freilassen, damit man einen Flaschenhalter verwenden kann. Für die Montage von Gabeltaschen gibt es einiges zu beachten. Näheres dazu erfahren Sie bei den jeweiligen Produktbesprechungen.

So haben wir getestet

Wir haben von allen Sets drei bis vier Taschen geprüft und haben damit Tages- und Mehrtagestouren absolviert. Alle Taschen wurden zusätzlich mit einem simulierten Starkregen aus einem Wasserschlauch auf Dichtigkeit geprüft.

  • Klickfix (Herstellerpreis für die vier Taschen: 409,90 Euro) (Neu)

  • Vaude (Herstellerpreis für die vier Taschen: 310 Euro) (Neu)

  • Cyclite (Herstellerpreis für die drei Taschen: 424,70 Euro)

  • Restrap (Herstellerpreis für die drei Taschen: 389,97 Euro)

  • Topeak (Herstellerpreis für die drei Taschen: 244,80 Euro)

  • Capsuled (Herstellerpreis für die drei Taschen: 399,97 Euro)

  • Ortlieb (Herstellerpreis für die drei Taschen: 445 Euro)

Fazit

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das günstige Bikepacking-Set von Topeak. Es ist dicht und das Holstersystem erleichtert die An- und Abreise im Hotel. Wer es sportlicher mag, dürfte eher mit den Taschen von Cyclite zufrieden sein. Das Klickfix-System von Rixen&Kaul ist bequem und einfach zu handhaben, aber nicht ganz so sportlich.

Klickfix – schnell montiert

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Marke Klickfix ist in erster Linie für ihre Korbhalterung für Fahrradlenker bekannt. Deren Lenkeradapter kommt auch bei der getesteten Lenkertasche zum Einsatz. Die Montage von Satteltasche, Oberrohrtasche und Gabeltaschen erfolgt über fest montierte Adapter, sodass man die Taschen flink abnehmen und ebenso schnell wieder einklinken kann. Das getestete Set kostet rund 410 Euro.

Am Lenker

Den Lenkeradapter von Klickfix gibt es zwar in vielen Varianten, jedoch nicht für die Dropbar-Lenker von Gravel- und Rennrädern. Wir haben das Standardmodell trotzdem an einem solchen Lenker montiert, mussten dabei das Lenkerband kürzen, damit die darunter verlegten Schaltzüge nicht geknickt werden.

Bikepack-Waterproof: Hoch am Lenker montiert, damit die Schaltgriffe bedienbar bleibern

Bikepack-Waterproof: Hoch am Lenker montiert, damit die Schaltgriffe bedienbar bleibern

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Bikepack Waterproof genannte Lenkertasche sitzt fest am Adapter. Abends beim Hotel nimmt man sie per Knopfdruck ab. Der Zugriff auf den Inhalt ist wie bei allen Lenker-Rolltaschen umständlich, ein Ventil zum Ablassen des Drucks beim Einrollen gibt es nicht. An normale Gravel-Lenker passt die Tasche knapp, bei schmalen Lenkern wird es eng. Ein Vorteil des Klickfix-Systems: Wir konnten die Lenkertasche durch Drehen des Adapters höher positionieren, sodass sie die Schalt- und Bremsgriffe nicht störte.

Am Rahmen und der Gabel

Die Bikepack Fork genannten Gabeltaschen haben je vier Liter Fassungsvermögen. Man sollte sie paarweise verwenden und gleichmäßig beladen, um eine gleichmäßige Gewichtsverteilung zu erreichen. Sie können nur an Fahrrädern montiert werden, die an der Außenseite der Gabel über Gewindebuchsen verfügen. Da an unserem Testrad nur eine Gewindebuchse pro Seite vorhanden war, mussten wir zusätzlich den optional erhältlichen Duo Adapter Unifit montieren. Im Test saßen die Gabeltaschen an dieser Konstruktion auch mit hoher Beladung sicher.

Davon, den Adapter an Gabeln ohne Gewindebuchsen zu verwenden, rät Klickfix-Hersteller Rixen & Kaul ausdrücklich ab. Das ist nachvollziehbar, denn wenn sich die Taschen am Gabelrohr verdrehen würden, könnten sie in die Speichen geraten und das Vorderrad blockieren. Mit allen Folgen, die man sich ausmalen kann.

Am Sattel

Die Satteltasche Bikepack X gibt es in zwei Größen: 4,5 bis 6,5 Liter und acht bis zehn Liter. Wir haben beide Varianten ausprobiert. Die kleinere passte an ein kleines Gravelbike, ohne am Hinterrad zu schleifen. Die Tasche werden mit Adaptern an den Sattelstreben befestigt und mit einem Klettband an der Sattelstange gesichert. Sie sitzen bei der Fahrt sicher und neigen auch beladen und im Wiegetritt nicht zum Wackeln. Um sie abzunehmen, muss man lediglich den Klettstreifen lösen und einen Sicherungstaster am Adapter drücken. Das ist bequem.

Fazit: Die Klickfix-Taschen sind hervorragend verarbeitet, aber schwer. Sie sitzen sicher am Fahrrad und lassen sich schnell lösen und fixieren.

Vaude – gemischte Halterung

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Vaude hat für sein neues Bikepacking-System teilweise bei Rixen & Kaul eingekauft: Die Sattel- sowie die beiden Gabeltaschen nutzen die gleichen Klickfix-Adapter wie die oben beschriebenen Kilckfix-Produkte. Die Lenkertasche wird per Riemen befestigt. Die vier getesteten Taschen kosten 310 Euro.

Am Lenker

Vaude hat sich bei der Trailfront Compact genannten Lenkertasche für eine doppelte Riemenbefestigung entschieden. Erst wird mit Klett fixiert, dann mit einem Riemen alles festgezogen. So sitzt die Tasche sicher und lässt sich schnell befestigen. Mit fünf Litern Fassungsvermögen ist sie klein, stört aber auch bei schmalem Lenker nicht die Schaltgriffe. Umständlich: Man muss sie vom Lenker lösen, um an den Inhalt zu kommen.

An der Gabel

Klickfix-Adapter an Vorderradgabel: Aus Sicherheitsgründen ist mindestens eine Gewindeschraube Pflicht

Klickfix-Adapter an Vorderradgabel: Aus Sicherheitsgründen ist mindestens eine Gewindeschraube Pflicht

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Auch von Vaude hatten wir zwei Gabeltaschen mit je vier Litern Fassungsvermögen im Test. Wie bei den Klickfix-Taschen gilt auch bei den Trailfork genannten Taschen, dass für die Montage mindestens ein Gewinde in der Gabel nötig ist. Ist das vorhanden, sitzen sie sicher und lassen sich mit einem Zug an einer Lasche lösen. Die Trailfork sind etwas schmaler als die Modelle von Rixen & Kaul. Aerodynamisch mag das ein Vorteil sein, in der Praxis haben wir keinen Unterschied bemerkt..

Am Sattel

Die Trailsaddle-Tasche fasst in der Größe L bis zu 14 Liter. Der Vorteil gegenüber dem Klickfix-Modell: Nur der vordere Teil besteht aus verstärktem Material. Der Rest der Tasche ist flexibel und lässt sich einfach einrollen, wenn die volle Größe nicht benötigt wird. Auch die Trailsaddle sitzt im Wiegetritt sicher, aber voll beladen kann der hintere Teil schwanken. Es hilft, den rückwärtigen Gurt stark festzuziehen.

Trailsaddle von Vaude: Wird nicht der volle Stauraum benötigt, lässt er sich einrollen

Trailsaddle von Vaude: Wird nicht der volle Stauraum benötigt, lässt er sich einrollen

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Mit einem Ventil kann die Luft beim Einrollen herausgepresst werden. Bei einem kleinen Gravelbike saß die Tasche knapp über dem Hinterreifen. Das könnte bei anderen kleinen Fahrrädern eng werden.

Fazit: Die Satteltasche und die Gabeltaschen überzeugen. Die kompakte Lenkertasche ist zwar gut verarbeitet, aber beim Thema Komfort fällt sie hinter Lenkertaschen mit Klickfix-Halterung oder einem Holster zurück.

Cyclite – leicht und sportlich

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Cyclite setzt auf geringes Gewicht: Das komplette Set aus den drei Taschen bringt nur 700 Gramm auf die Waage. Dennoch fasst es mehr als 28 Liter. Alle drei Taschen werden direkt an den Lenker, den Rahmen und die Sattelstütze gebunden. Das Set kostet beim Hersteller 425 Euro (die neue Serie 02 unterscheidet sich nur durch aufgedruckte Designelemente von der von uns getesteten Version 01).

Am Lenker

Die Rolltasche Roll Bag wird mit dünnen Gurtbändern an den Lenker gebunden und mit zwei weiteren an der Gabel fixiert. Das macht die Montage aufwendig, sorgt aber auch bei Geländefahrten für einen festen Sitz. Wir hatten sie an einem Gravelbike in XS mit schmalem Lenker im Einsatz. Kein Problem, denn mit Spanngurten kann man die aufgerollten Enden der Tasche nach innen ziehen und so die Roll Bag 01 kompakt zusammenbinden. Schalten und Bremsen sind damit kein Problem und sowohl das Akkulicht als auch der Fahrradcomputer passen weiterhin an den Lenker.

Roll Bag: Die Lenkertasche kann so gebunden werden, dass sie auch an schmale Lenker passt

Roll Bag: Die Lenkertasche kann so gebunden werden, dass sie auch an schmale Lenker passt

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Im Rahmen

Die Rahmentasche Frame Bag bleibt mit ihrer steifen Bauweise auch ohne Gepäck in Form. Sie hat rechts einen Reißverschluss für den Zugang zum Hauptfach, links einen weiteren für ein flaches Smartphone-Fach. Befestigt wird sie mit drei Klettbändern am Oberrohr, ein weiteres stabilisiert am Unterrohr.

Am Sattel

Die Saddle Bag wird mit Klettband an der Sattelstütze und mit dünnen Gurten etwas umständlich am Sattelgestänge befestigt. Das führte im Test frühmorgens vor einem Hotel zu mehrminütigen Montagearbeiten, die von gelegentlichen Flüchen begleitet wurden. Schön: Die Tasche lässt sich flach packen und passt auch an das kleine Fahrrad in XS, wenn auch nur knapp.

Fazit

Das Set ist wasserfest, leicht und passt an nahezu alle Fahrräder. Die Montage ist aufwendiger als bei der Konkurrenz, aber dafür hat man ein durchdachtes System, das zudem schick aussieht.

Restrap – solide und flexibel

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Beim britischen Hersteller Restrap haben wir uns für ein Set mit insgesamt 27,5 Litern Kapazität entschieden. Da die Rahmen- und Satteltaschen in verschiedenen Größen und zudem größere Lenkertaschen erhältlich sind, lässt das System auch mehr oder weniger Fassungsvermögen zu. Die drei getesteten Taschen bringen zusammen fast 1300 Gramm auf die Waage. Beim Hersteller kostet ein solches Komplettpaket knapp 390 Euro.

Am Lenker

Mit zehn Litern Kapazität ist die Bar Pack von Restrap kleiner als die Lenkertaschen der Konkurrenz. So stört sie auch bei schmalen Rennradlenkern nicht beim Schalten. Der Nachteil: Die Tasche ist so hoch, dass ein am Lenker montiertes Akkulicht nicht darüber hinwegleuchten kann. Abgesehen davon hat sie mir gut gefallen. Sie lässt sich mit Schnellverschlüssen einfach anbringen und hat neben dem Hauptfach ein kleines Fach für Smartphone und Co. sowie eine Halterung für ein Bügelschloss. Das Öffnen und Schließen geht leicht von der Hand.

Am Rahmen

Das Testmodell Frame Bag in der Größe M fasst 3,5 Liter. Der Reißverschluss rechts öffnet das Hauptfach, der linke ein schmales Fach für ein Smartphone. Obwohl beide Reißverschlüsse abgedichtet sind, kommt bei Starkregen etwas Feuchtigkeit durch. Am Oberrohr lässt sich die Tasche unkompliziert mit Klettbändern befestigen, die nötige Spannung erhält die Tasche durch drei weitere Gurte am Unter- und Sitzrohr, die etwas umständlicher anzubringen sind.

Am Sattel

Da hat man es mit der Saddle Bag leichter. Sie besteht aus deinem Holster und einem Packsack, der sich nach dem Lösen einer magnetisch arretierten Schnalle herausziehen lässt. Hier fehlt lediglich ein Ventil, um den Sack vor dem Einsetzen besser komprimieren zu können. Das Holster sitzt schön stabil an der Sattelstütze. Über zwei Gurte kann man es nachspannen und auch im Wiegetritt baumelt die Saddle Bag kaum. Im Einsatz hatte ich das Modell mit 14 Litern Kapazität. Erhältlich sind auch Modelle mit acht respektive 18 Litern.

Saddle Bag von Restrap: Ein stabiles Holster mit Magnetverschluss hält den Packsack sicher fest

Saddle Bag von Restrap: Ein stabiles Holster mit Magnetverschluss hält den Packsack sicher fest

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Fazit

Alle drei Restrap-Taschen machen einen soliden Eindruck. Die Rahmen- und die Lenkertasche eignen sich auch für Tagestouren. Alle drei sitzen sicher am Rad. Während der Fahrt habe ich die Taschen kaum bemerkt. So soll es sein.

Topeak – mit Stabilisator am Heck

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Das Set-up von Topeak fasst insgesamt 28 Liter. Die Taschen für Lenker, Rahmen und Sattelstütze wiegen zusammen mit einem Stabilisator 1450 Gramm und kosten rund 245 Euro.

Am Lenker

Der Frontloader von Topeak hat zwölf Liter Fassungsvermögen und besteht aus einem Holster sowie einem Packsack mit Rollverschlüssen. Ebenso wie das Holster für die Satteltasche habe ich es einmal angebracht und die folgenden Tage am Rad gelassen. Den Packsack kann man abends am Hotel einfach abnehmen, muss dafür nur zwei Gurte lockern. Morgens beim Einpacken lässt sich der Sack über ein Ventil entlüften und damit schön komprimieren und dann festzurren.

Frontloader: An schmalen Lenkern wird es beim Schalten und Bremsen eng

Frontloader: An schmalen Lenkern wird es beim Schalten und Bremsen eng

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Im Rahmen

Der Midloader hat ein Fach, das von beiden Seiten mit Reißverschlüssen zugänglich ist. Die getestete Variante fasst sechs Liter, passt aber nur an große Rahmen. Zwei kürzere Modelle mit 4,5 und 3 Litern Kapazität sind ebenfalls erhältlich. Zwar kann der Midloader einfach mit Klettband am Oberrohr befestigt werden, aber das Abspannen an dem Unter- bzw. Sitzrohr erfolgt mit umständlich zu lösenden Gurten. Ich hatte nie Lust, ihn vor dem Hotel abzumontieren, habe ihn stattdessen für die Nacht ausgeräumt und am Fahrrad gelassen.

Am Sattel

Der Backloader X besteht aus Holster und Packsack. Auch hier ist der Sack mit einem Ventil versehen, was das Komprimieren erleichtert. Wie die Modelle der Konkurrenz wird der Backloader an der Sattelstütze und mit je einem Gurt am Sattelgestell befestigt. So richtig stabil sitzt er – voll beladen – nicht. Das gilt für das getestete Modell mit zehn Litern Volumen, aber die Variante mit 15 Litern dürfte noch anfälliger sein. Für Abhilfe sorgt der Wishbone, ein kleines Gestell, das von unten an das Sattelgestell geschraubt wird und mit Stangen links und rechts das Wackeln des Backloaders verhindert. Schöner Nebeneffekt des Wishbone: An den stabilisierenden Stangen können Trinkflaschenhalter angebracht werden.

Fazit

Vorn und hinten lassen sich Packtaschen schnell entnehmen oder ansetzen. Während der Fahrt sitzt der Backloader X nur mit dem Halter Wishbone richtig stabil. Für schmale Rennradlenker ist die breite Lenkertasche ungeeignet. Starkregen kann den Taschen nichts anhaben.

Capsuled – mit Sichtfenster

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Von Capsuled kommt ein Set, dessen Taschen mit Sichtfenstern ausgerüstet sind. So erspart man sich gelegentlich das Herumkramen in den Taschen. Es gibt sie nur in einer Größe, die bei einem Gesamtgewicht von 930 Gramm ein Fassungsvermögen von insgesamt 24 Litern hat. Der vom Hersteller empfohlene Preis liegt knapp unter 400 Euro.

Am Lenker

Capsuled setzt für die Befestigung der Handlebar Bag auf ein Riemensystem mit je zwei übereinanderliegenden Gurten: Links und rechts wird zunächst ein Band mit Klettverschluss über den Lenker gezogen, danach stellen Gurte mit Schnalle den nötigen Druck her. Den Abstand zwischen Tasche und Lenker justiert man über die Anzahl der Abstandhalter aus Gummi. Ich musste am Gravelbike alle verwenden, um die bei moderater Beladung mindestens 44 Zentimeter breite Tasche so weit nach unten zu bekommen, dass ich weiterhin bequem schalten konnte.

Am Rahmen

Die Triangle Bag hat die Form eines fast gleichschenkeligen Dreiecks und wird im Rahmen am Ober- und Sitzrohr mit drei Klettbändern befestigt. Im Test passte sie sowohl an Gravelbikes als auch an ein Hardtail-Mountainbike. Raum für die Trinkflasche blieb in beiden Fällen. Unterschiedliche Winkel zwischen Sitz- und Oberrohr werden über eine Faltung in der Tasche ausgeglichen. Öffnet man die beiden um 90 Grad versetzten Reißverschlüsse auf der linken Seite, kommt man gut den Inhalt heran.

Capsuled Triangle Bag: Eignet sich mit ihrem geringen Eigengewicht auch für sportliche Tagesausflüge

Capsuled Triangle Bag: Eignet sich mit ihrem geringen Eigengewicht auch für sportliche Tagesausflüge

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Am Sattel

Die Saddle Bag wird mit Klettbändern an der Sattelstütze und mit zwei Gurten am Sattelgestänge befestigt. Im Wiegetritt neigt sie etwas zum Wackeln. Rund 14 Liter nimmt sie maximal auf. Dabei ist sie vorn schmal und hoch. Das dient der Stabilität an der Sattelstütze, führt allerdings dazu, dass an kleinen Fahrrädern nicht ausreichend Raum zwischen Hinterrad und Tasche bleibt. Die Saddle Bag hat einen Rollverschluss, an dessen Enden sich zwei Schnallen zum Fixieren befinden. Im simulierten Dauerregen kam etwas Feuchtigkeit durch.

Fazit

Das Set hinterlässt einen gemischten Eindruck: Es ist leicht und hat mit dem Sichtfenster ein Alleinstellungsmerkmal. An kleine Rennräder und Gravelbikes passt es allerdings nicht. Auch muss man die Taschen nach der Ankunft am Ziel komplett vom Fahrrad lösen.

Ortlieb – fix eingeklinkt

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Bei Ortlieb werden Lenker- und Satteltasche mit Schnellverschlüssen eingeklinkt. So ist zumindest ein Problem gelöst: Abends am Hotel sind die Taschen binnen Sekunden gelöst, morgens ebenso schnell wieder angebracht. Nur für die Rahmentasche muss man Klettbänder binden. Das Set fasst 32 Liter und wiegt 1285 Gramm. Ortlieb verlangt für die drei Taschen 445 Euro.

Am Lenker

Die Handlebar Flex wird mit dem weitverbreiteten Klickfix-System am Lenker angebracht. Von Ortlieb gibt es einen Lenkeradapter, der mit Spanngurten arbeitet und nach einer Bikepacking-Tour leicht wieder entfernt werden kann. Allerdings musste ich für dessen Montage einen langen Blick in den Beipackzettel werfen. Je nachdem, wie Bowdenzüge und Bremsleitungen am Fahrrad verlegt sind, kann es eng werden. Bei vollständiger Beladung ist die Lenkertasche breit und passt gerade noch in meinen Gravelbike-Lenker. Hoch ist sie auch: Mein Stecklicht kann nicht darüber leuchten. Am Mountainbike gibt es keine Probleme.

Ortlieb Handlebar Flex: Dank Klickfix-Adapter lässt sich die Lenkertasche schnell an- und abmontieren

Ortlieb Handlebar Flex: Dank Klickfix-Adapter lässt sich die Lenkertasche schnell an- und abmontieren

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Am Rahmen

Die Rahmentasche Framepack RC hat einen Rollverschluss. Sie fasst vier Liter und wird an drei Punkten mit Klettband am Oberrohr sowie mit zwei weiteren an Unter- und Sitzrohr befestigt. Eine Trinkflasche passte bei meinem Rad immer noch gut darunter. Der Rollverschluss wird mit drei Spannbändern geschlossen. Auf Dauer ist das nervig, weil – anders als bei Reißverschlüssen – der Rollverschluss immer komplett geöffnet werden muss, auch wenn man nur mal kurz das Smartphone herausziehen will. Das bedeutet jedes Mal: Drei Spannbänder lösen und danach wieder einrollen und schließen. Das dauert.

Am Sattel

Die Seat-Pack QR hat einen Schnellverschluss für das Sattelgestänge. Hat man den einmal mit Werkzeug eingestellt, muss die 13 Liter fassende Satteltasche nur noch eingehängt und mit einem breiten Klettgurt an der Sattelstütze fixiert werden. Eine feine Sache. Allerdings funktioniert das nicht bei jedem Sattel. Weil die Seat-Pack sehr flach ist, passt sie auch an kleine Fahrräder. Zieht man die Spannbänder fest, sitzt sie sicher und wackelt nicht.

Fazit

Die drei Taschen von Ortlieb sind gut verarbeitet und wasserdicht. Sie sitzen fest und sicher am Rad und lassen sich dennoch schnell lösen und wieder anbringen. Der Rollverschluss der Rahmentasche hat mich genervt. Lenker- und Satteltasche passen nicht an alle Fahrräder.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests