






















Es geht von Schmierereien über Beleidigungen bis hin zu massiver Gewalt: Die Meldestellen des Bundesverbands Rias haben im vergangenen Jahr 8725 antisemitische Vorfälle erfasst. Das waren in etwa so viele wie 2024, aber mehr als dreimal so viele wie im Jahr vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023. Wie schon 2024 ordnet Rias mehr als zwei Drittel der Vorfälle (68 Prozent) »israelbezogenem Antisemitismus« zu. Die Zahl der Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund wuchs laut Rias deutlich von 562 auf 807, auf einen Anteil von neun Prozent.
Rias steht für Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Die Stellen in zwölf Bundesländern dokumentieren und prüfen Fälle, die Betroffene oder Zeugen melden. Es sind also nicht nur strafbare Taten wie Angriffe, Bedrohungen oder Beleidigungen, sondern auch verletzende oder einschüchternde Äußerungen und Vorfälle im Alltag und im Internet.
Rias zufolge wurden Jüdinnen und Juden häufig im Alltag Opfer von Antisemitismus. So wurden Gemeindemitglieder vor einem Gebetsraum beleidigt und gespuckt, Rabbiner im Supermarkt gestoßen oder Menschen im Bus mit der Leugnung der Schoa konfrontiert. Auch Schmierereien an Wohnhäusern und von Stolpersteinen sowie antisemitische Äußerungen am Arbeitsplatz, in Bars oder in Schulen dokumentierte die Stelle erneut.
Insgesamt vier Fälle »extremer Gewalt« wurden laut Rias bekannt – im Vergleich zu acht Fällen im Jahr davor. Darunter war 2025 etwa der Messerangriff eines inzwischen verurteilten Islamisten auf einen Touristen am Holocaustmahnmal in Berlin, wo der Täter Juden vermutete. Rias dokumentierte zudem 178 andere Angriffe (im Vergleich zu 187 im Jahr davor), 257 Bedrohungen (302) und 413 gezielte Sachbeschädigungen (447).
In all diesen Kategorien zeigt die Rias-Statistik also einen Rückgang im Vergleich zu 2024. Fast 180 Fälle mehr entfielen hingegen auf die Kategorie »verletzendes Verhalten«. 2025 waren es 7770 Fälle nach 7593 im Jahr davor.
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