


























Das Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in Évian auf der französischen Uferseite des Genfer Sees. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Gegendemonstranten ihren Aufzug in Genf unter dem Motto »No G7« an. Die Veranstalter sprachen am späten Nachmittag von »Zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern«.
Einzelne Demonstranten rissen im Verlauf der Demonstration Sperrholzplatten, die an Schaufenstern angebracht waren, teils ab. Scheiben gingen zu Bruch, etwa an einer Bank und einem Geschäft für Mopeds. Nahe dem Busbahnhof geriet ein Tesla in Brand.
Einige Demonstranten skandierten nahe den Polizeiketten: »Die ganze Welt hasst die Polizei«. Sie zogen aber auf der vorgeschriebenen Route friedlich weiter. Es seien mehrere Gegenstände sichergestellt worden, die offenbar für Konfrontationen mit der Polizei vorgesehen waren, teilte die Polizei auf Facebook mit.
Viele Teilnehmer trugen Palästinenserfahnen. Der Marsch wurde von einer Koalition aus rund 60 verschiedenen Gruppen organisiert, darunter auch Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein »revolutionärer Block«, wie eine Sprecherin vorher angekündigt hatte.
Genf fürchtete Ausschreitungen in Erinnerung an verheerende Schäden und Geschäftsplünderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G8 noch mit Russland. Hunderte Genfer Geschäftsleute und Hoteliers verriegelten seit Tagen ihre Schaufenster mit Sperrholz.
Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma für die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Die Genfer Polizei hat Verstärkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen überall in der Stadt Autos und Personalien von Passanten.
Die »No G7«-Koalition protestierte laut einem Manifest unter anderem gegen US-Militärbasen in Europa und für höhere Mindestlöhne. Sie prangert zudem das Fehlen international bedeutender Themen beim G7-Gipfel an, etwa den Kampf gegen die Klimakrise oder die Solidarität mit Entwicklungsländern. Auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die extreme Konzentration des Reichtums stünden nicht auf der Tagesordnung, kritisieren Organisatoren.
Die G7 erwähnen sie auch. Das sei eine »illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht«. Dort fällten »Großmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung«.
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