Die Erste Bank Oesterreich wird Anteilseignerin der European Payments Initiative (EPI) und unterstützt damit den Markteintritt der Bezahllösung Wero in Österreich. Das gab EPI am 22. Juni 2026 in Brüssel und Wien bekannt. Neben der Erste Bank treten auch die Raiffeisen Bank International (RBI) sowie drei Raiffeisen-Landesbanken als Anteilseigner bei.
Was hinter dem Schritt steht
Wero ist eine Account-to-Account-Bezahllösung, mit der sich Geld in Echtzeit zwischen Konten übertragen lässt – etwa über die Telefonnummer der empfangenden Person. Getragen wird die European Payments Initiative laut eigenen Angaben von 18 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern; über 50 weitere Institutionen sind als Mitglieder beteiligt. Ziel ist ein einheitlicher, paneuropäischer Bezahldienst als Alternative zu etablierten internationalen Anbietern.
Nach EPI-Angaben nutzen heute mehr als 55 Millionen Menschen Wero. Mit der laufenden Expansion in Luxemburg, den Niederlanden und nun Österreich tritt der Dienst in eine neue Wachstumsphase. Österreich mit rund neun Millionen Einwohner:innen gilt für EPI dabei als strategischer Wachstumsmarkt. Mit Erste Bank und Raiffeisen sichern sich die Initiative zwei der größten heimischen Player als Unterstützer.
Erste Bank: „Aktiv mitgestalten“
Für die Erste Bank Oesterreich ist der Einstieg mehr als die Aufnahme einer weiteren Zahlungsfunktion. CEO Gerda Holzinger-Burgstaller verweist darauf, dass das Senden von Geld per Telefonnummer in einigen europäischen Ländern bereits selbstverständlich sei, während in Österreich bislang eine breite, marktübergreifende Lösung fehle. Als Anteilseignerin von EPI wolle die Bank diese Entwicklung daher nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten.
„Wir haben eine lange Tradition darin, sichere und komfortable Innovationen zu unseren Kund:innen zu bringen“, so Holzinger-Burgstaller. An dieser Philosophie halte die Bank mit Wero fest. Im Zentrum stehe der Kundennutzen: Mehr Wahlfreiheit bei Zahlungen bringe Flexibilität und könne den Alltag einfacher machen – je nachdem, wie Menschen leben, reisen, einkaufen und Geld miteinander teilen. Auch für Händler:innen könne ein neues, einfach nutzbares Zahlungsangebot entstehen.
In der offiziellen EPI-Aussendung betont Holzinger-Burgstaller zudem, man wolle die Lösung nicht nur den eigenen Kund:innen anbieten, sondern auch eine aktive Rolle bei ihrer Gestaltung übernehmen.
Auch Raiffeisen an Bord – Start in Österreich noch offen
Neben der RBI beabsichtigen die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und die Raiffeisen-Landesbank Steiermark, gemeinsam mit der RBI als EPI-Anteilseigner einzusteigen und den Wero-Rollout in Österreich zu unterstützen. Dieser Schritt steht noch unter dem Vorbehalt der jeweiligen aufsichtsrechtlichen Gremienzustimmungen.
RBI-CEO Johann Strobl bezeichnet das Engagement als Bekenntnis, die Zukunft des Zahlungsverkehrs in Österreich und Europa mitzugestalten und Kund:innen wie Händler:innen mehr Auswahl zu bieten. EPI-CEO Martina Weimert spricht von einem Signal, das die Dynamik hinter Wero zu einem Zeitpunkt beschleunigter europäischer Expansion stärke.
Einen konkreten Starttermin für Wero in Österreich nennen die Beteiligten noch nicht. Holzinger-Burgstaller kündigte an, man werde sich melden, sobald die Lösung für den österreichischen Markt startklar sei – bis dahin sei noch einiges an Arbeit nötig.
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