Das Düsseldorfer Deep-Tech-Startup Wakeline hat sich eine Pre-Seed-Finanzierung von 2,1 Millionen Euro gesichert. Lead-Investor ist der TechVision Fonds aus Aachen, begleitet von neoteq ventures aus Köln. Das 2025 gegründete Startup entwickelt KI-Systeme, die nicht auf historischen Daten trainiert und dann statisch ausgerollt werden, sondern während des Betriebs weiterlernen.
Wakeline ermöglicht Continuous Learning
Wakeline verfolgt einen biologisch inspirierten Ansatz, bei dem Training und Anwendung ineinander greifen statt in getrennten Phasen abzulaufen. Die Architektur ermöglicht Continuous Learning. Systeme passen sich in Echtzeit an veränderte Umgebungen an.
Das erste produktive Einsatzfeld sind Prognosen für europäische Energiemärkte, wo sich Bedingungen kontinuierlich verschieben. Weitere Anwendungen zeigen sich in industriellen Produktionsumgebungen und in der neurologischen Forschung, etwa zur Früherkennung von Parkinson. Die Plattform funktioniert bewusst unabhängig von US-amerikanischen Hyperscalern und proprietären Modellen.
KI soll mit Realität Schritt halten
„Die meisten KI-Investitionen heute sind Wetten auf bessere Modelle innerhalb derselben Architektur. Wakeline stellt die Architektur selbst infrage und das ist der seltenere und interessantere Ansatz“, sagt Ansgar Schleicher, Managing Partner beim TechVision Fonds. Kontinuierlich adaptive Systeme lösen laut Schleicher „ein Problem, das die Industrie bisher schlicht akzeptiert hat: dass KI immer einen Schritt hinter der Realität liegt.“
Jan Jeske, Partner bei neoteq ventures, betont die Kombination aus wissenschaftlicher Substanz und klarem industriellem Fokus: „Was uns überzeugt hat, ist die Kombination aus wissenschaftlicher Substanz und einem Team, das genau weiß, welches industrielle Problem es zuerst lösen will.“ Die Investoren sehen strategischen Wert in europäischer Technologie-Souveränität. „Wir investieren, weil wir glauben, dass Europa in der nächsten KI-Generation eigene Architekturen braucht“, ergänzt Jeske.
Die Finanzierung fließt in die Weiterentwicklung der Plattform, den Ausbau des Go-to-Markets und den Teamaufbau. Wakeline positioniert sich damit in einem Markt, in dem die meisten Player auf inkrementelle Verbesserungen innerhalb etablierter Architekturen setzen, statt die grundlegende Struktur selbst zu hinterfragen.
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