Pacifico Biolabs hat eine Series-A-Finanzierung über 7 Millionen Euro abgeschlossen. Das deutsche FoodTech-Startup entwickelt mithilfe von Myzel-Fermentation alternative Proteine und setzt dabei auf bestehende Brauerei-Infrastruktur statt teurer Bioreaktoren. An der Runde beteiligten sich Stray Dog Capital, TGFS, Sprout & About Ventures, Simon Capital, FoodLabs sowie ein regionaler Brauerei-Partner. Das frische Kapital soll in den Ausbau der Produktion in Sachsen, neue Mitarbeiter:innen und den Markteintritt im DACH-Raum sowie in Nordeuropa fließen.
Die Technologie von Pacifico nutzt Standard-Fermentationstanks aus Brauereien statt speziell gebauter Bioreaktoren. Das Unternehmen produziert alternative Proteine durch Myzel-Fermentation und will so die hohen Kosten fermentationsbasierter Lebensmittelproduktion senken. Der Ansatz ermöglicht es, bestehende industrielle Infrastruktur zu nutzen, anstatt neue Produktionsanlagen von Grund auf aufzubauen.
Brauereien mit Überkapazitäten treffen auf Protein-Nachfrage
Pacifico geht damit zwei Entwicklungen zugleich an: Während Brauereien in Europa mit sinkendem Bierkonsum kämpfen und daher überschüssige Fermentationskapazitäten entstehen, ist Europa bei Proteinimporten stark abhängig vom Ausland. Das Startup will beide Probleme verbinden – durch lokal produzierte Proteine auf Basis bestehender Brauerei-Infrastruktur. Der Ansatz soll die Produktion günstiger machen und eine schnellere Skalierung ermöglichen.
Retail-Launch bis Ende 2026 geplant
Das frische Kapital fließt in die Produktionsskalierung. Darüber hinaus will das Berliner Startup den Ausbau des Teams am Standort Leipzig und kommerzielle Partnerschaften im DACH-Raum und Nordeuropa schließen. Bis Ende 2026 sollen die Produkte über Marken- und Handelspartner in den Regalen stehen. „Wir bauen nicht nur ein Unternehmen für Lebensmittelzutaten auf, sondern nutzen die europäische Industrieinfrastruktur für die Zukunft der Ernährung. Deutsche Brautradition trifft auf moderne industrielle Biotechnologie. Wir nutzen die Technik der Vergangenheit, um die Ernährung der Zukunft voranzutreiben“, erklärt Zac Austin, Co-Founder und CEO von Pacifico Biolabs.
Sören Schuster von TGFS betont: „Pacifico löst das Skalierungsproblem der Branche mit einem eleganten, ressourcenschonenden Modell. Die Kombination aus europäischer Eigenständigkeit und hoher Kapitaleffizienz macht das Unternehmen zu einem wichtigen Akteur in der aufstrebenden Bioökonomie. Sachsen bietet das perfekte Ökosystem aus qualifizierten Arbeitskräften und industrieller Infrastruktur, um diesen Wandel zu verankern.“


















