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81% der Firmen fürchten bei KI-Ausfall schwere oder kritische Betriebsstörungen
https://www.facebook.com/trendingtopics.at · 2026-06-22 · via Trending Topics

Während Künstliche Intelligenz tiefer in zentrale Geschäftsprozesse vordringt, bleiben viele Unternehmen in KI-Systemen gefangen, die sie nicht ohne Weiteres austauschen können. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue globale Studie des IBM Institute for Business Value mit dem Titel „The Calculus of AI Sovereignty“. Die Untersuchung rückt KI-Souveränität als entscheidenden Faktor für Geschäftskontinuität und Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt – ein Thema, das auch die diesjährige VivaTech in Paris prägte, wo IBM die Erkenntnisse präsentierte und digitale Souveränität neben KI, Cybersecurity und Deeptech zu den Leitthemen der Jubiläumsausgabe zählte.

Für die Studie befragte das IBM Institute for Business Value gemeinsam mit Oxford Economics zwischen Februar und April 2026 insgesamt 1.000 Führungskräfte aus 16 Ländern und 17 Branchen, die in ihren Organisationen für KI, Daten, Technologie oder verwandte Bereiche verantwortlich sind.

Schwieriger Anbieterwechsel, mangelnde Transparenz

Laut Studie sagen 71 Prozent der Befragten, ein Wechsel ihres primären KI-Anbieters oder -Modells wäre schwierig. 68 Prozent bezeichnen es als Herausforderung, Anforderungen an Datenresidenz und Souveränität über verschiedene Regionen hinweg zu erfüllen – ein Umstand, der das Verschieben von KI-Systemen oder Daten zwischen Umgebungen erschwert.

Gleichzeitig fehlt vielen Organisationen der nötige Überblick: 91 Prozent geben an, ihre Abhängigkeiten über KI-Anbieter, Modelle und Infrastruktur hinweg nicht vollständig zu verstehen. Das schränkt die Fähigkeit ein, Risiken einzuschätzen und sich auf Störungen vorzubereiten. Im Durchschnitt verzeichneten die befragten Unternehmen sechs KI-bedingte Störungen innerhalb von zwei Jahren, überwiegend ausgelöst durch Anbieterdienste.

81 Prozent sagen, ein siebentägiger Ausfall eines Anbieters würde schwere oder kritische Betriebsstörungen verursachen und den Betrieb faktisch zum Erliegen bringen. Als weitere unerwartete Veränderungen im KI-Ökosystem nennen die Befragten Preiserhöhungen, Nutzungsbeschränkungen, das Auslaufen von Modellen sowie nachlassende Leistung.

Wirtschaftliche statt technische Frage

Ana Paula Assis, Senior Vice President und Chair für EMEA und APAC bei IBM, ordnet die Entwicklung im Vorwort der Studie ein: KI habe neue Formen von Abhängigkeit geschaffen, die sich schneller entwickelten, als es klassische Governance-, Beschaffungs- und Technologiezyklen vorgesehen hätten.

Deshalb sei KI-Souveränität zu einer der bestimmenden Führungsfragen der Gegenwart geworden. Der Einsatz sei nicht länger technischer, sondern wirtschaftlicher Natur: Jeder Kontrollverlust könne sich direkt in Margendruck, Compliance-Risiken oder Betriebsunterbrechungen niederschlagen.

Souveränität als Wettbewerbsvorteil

Die Studie zeigt zudem, dass Organisationen, die ihre KI-Systeme so gestalten, dass sie Daten, Modelle und Infrastruktur an veränderte Bedingungen anpassen können, besser abschneiden als ihre Wettbewerber. Unternehmen mit den fortschrittlichsten Kontrollfähigkeiten verzeichnen demnach weniger Ausfallzeiten und schützen 55 Prozent mehr operativen Gewinn vor KI-bedingten Störungen. Allerdings erreichen nur 7 Prozent der befragten Organisationen dieses Niveau – ein Hinweis auf eine wachsende Kluft zwischen Unternehmen, die anpassungsfähige KI-Systeme aufbauen, und solchen, die durch Abhängigkeiten eingeschränkt sind. 72 Prozent der Führungskräfte würden nach eigenen Angaben sogar einen Kostenanstieg von 20 Prozent in Kauf nehmen, wenn sich dadurch ihre strategische Flexibilität verbessern ließe.

Ein Großteil der befragten Organisationen (73 Prozent) beschreibt das eigene KI-Umfeld als bewusst auf mehrere Anbieter ausgelegt. In der Praxis entsteht diese Vielfalt allerdings weniger aus strategischem Kalkül als aus internen und operativen Gegebenheiten: Als wichtigste Treiber gelten unabhängige Entscheidungen einzelner Geschäftsbereiche (69 Prozent) sowie geografische Notwendigkeiten (69 Prozent). Auch gewachsene Komplexität durch Fusionen, Übernahmen und frühere Entscheidungen wird häufig genannt (57 Prozent).

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