





















Der österreichische Business Angel Hansi Hansmann beteiligt sich mit seiner Hans(wo)men Group an dem Wiener Healthtech-Startup One100. Das Unternehmen entwickelt eine KI-Telefonassistentin für Arztpraxen und Therapiezentren im DACH-Raum. Hinter One100 stehen die Gründer der 2024 an karriere.at verkauften Jobplattform hokify.
Das Investment liegt im mittleren sechsstelligen Bereich und kommt nur drei Monate nach dem Marktstart von One100. Hansmann zählt zu den bekanntesten Business Angels Europas und hat unter anderem in Runtastic, Tractive, mySugr, Busuu und Haelsi investiert. Erst kürzlich war seine Hans(wo)men Group durch den Exit von Tractive im medialen Fokus.
Gegründet wurde One100 2025 von Karl Edlbauer, Daniel Laiminger und Simon Tretter – jenem Trio, das mit hokify eine der größten Jobplattformen im deutschsprachigen Raum aufgebaut und im Vorjahr an karriere.at verkauft hatte. Mit dem neuen Unternehmen wenden sich die drei dem Gesundheitswesen zu.
„Ich investiere in Teams, die ein echtes gesellschaftliches Problem durch Technologie skalierbar lösen“, begründet Hansmann sein Engagement. Probleme wie Personalmangel und überlastete Praxisteams seien mit klassischen Mitteln nicht mehr zu lösen.
Laut eigenen Angaben bleibt rund ein Drittel der Anrufe in österreichischen Arztpraxen unbeantwortet. Hier setzt One100 an: Die KI-Telefonassistentin nimmt Anrufe rund um die Uhr entgegen, erkennt das Anliegen, bucht Termine direkt in die Praxissoftware, verarbeitet Rezeptwünsche und leitet komplexere Anfragen strukturiert an die zuständige Person im Praxisteam weiter. Die Lösung ist DSGVO-konform, EU-gehostet und in Praxisverwaltungssysteme wie CARE01, CAS, Offisy oder mobi.MED integriert. Sie ist nach Angaben des Unternehmens in über 40 Sprachen verfügbar.
Im Praxisalltag wickelt die KI laut One100 etwa ein Drittel der Anrufe vollständig autonom ab – vom Erstkontakt bis zur Terminbuchung. Ein weiteres Drittel besteht aus strukturierten Anliegen wie Rezeptwünschen oder Befundanfragen, die automatisiert weitergeleitet werden. Das letzte Drittel entfällt auf komplexere Fälle, die kategorisiert und an die richtige Stelle übergeben werden. Die durchschnittliche Anrufdauer liegt bei knapp zwei Minuten.
Eingesetzt wird das System nach Angaben des Unternehmens unter anderem im Ärztezentrum The Aurora in Wien, in der Teampraxis Wien, bei Health Base in Straßwalchen und im PVZ Salzburg. Zu den Anwendern zählen neben Allgemeinmedizinern auch Fachärzte aus Dermatologie, HNO, Chirurgie und Orthopädie sowie Radiologien und Therapeuten.
„Wir ersetzen mit One100 keine Menschen, sondern das Dauerklingeln in der Ordination“, sagt Co-Founder und CEO Karl Edlbauer. Mitgründer Daniel Laiminger verweist auf das langfristige Potenzial: Künftig könnten persönliche KI-Agenten Termine, Rezepte oder Befundanfragen für Patient:innen organisieren – und dabei mit One100 sprechen.
One100 ist nicht das einzige Wiener Startup, das auf KI-Telefonassistenten setzt – differenziert sich aber über die Fokussierung auf das Gesundheitswesen. Branchenkollege fonio.ai, im September 2024 gestartet, bedient mit seinem KI-Telefonassistenten breit aufgestellt KMUs und automatisiert nach eigenen Angaben mehr als 500.000 Telefonate pro Monat; die Hauptanwendungsfelder liegen bei Hausverwaltungen, E-Commerce, Rechts- und Steuerkanzleien, Handwerksbetrieben sowie Autohäusern.
Cambioo aus Wien wiederum hat sich auf Anrufe in der Hausverwaltung und Immobilienvermittlung spezialisiert. Mit Adola.AI ist zudem ein weiterer Wiener Anbieter am Markt, der ebenfalls auf automatisierte ein- und ausgehende Anrufe setzt. Während die zugrundeliegende Technologie ähnlich ist, scheint sich der Markt zunehmend nach Branchen-Nischen zu segmentieren – ein Muster, dem One100 mit dem Healthcare-Fokus folgt.
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