
























10 Jahre GIN! Seit 2016 agiert das Global Incubator Network Austria als wichtiges Verbindungsstück zwischen der heimischen Startup-Welt und dem internationalen Innovations-Ökosystem. Am 21. Mai feierte GIN sein Jubiläum im Rahmen der ViennaUP im Wien Museum.
Insgesamt 756 Startups hat GIN in den letzten zehn Jahren bei der Expansion in neue Märkte begleitet. 71 Programm-Batches hat GIN durchgeführt und ist den Startups mit Know-how und seinem internationalen Netzwerk zur Seite gestanden.
Im Wien Museum versammelte sich für die Jubiläumsfeier eine Reihe wichtiger Player aus der heimischen Startup-Branche. Darüber hinaus waren auch sieben Startup-Delegationen aus den Partnerregionen Mainland China, Hong Kong, Japan, Südkorea, Indien, Israel und Singapur, die am GO AUSTRIA-Programm von GIN teilnahmen, anwesend.
Seit über einem Jahrzehnt knüpft GIN grenzüberschreitende Verbindungen zwischen Startups, Märkten und Innovationsgemeinschaften. Was als Programm zur Förderung der Internationalisierung begann, hat sich zu einer Plattform entwickelt, die eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien ermöglicht und Österreichs Rolle als Tor für globale Innovation stärkt.
Den Auftakt des Events machte eine Podiumsdiskussion, bei der unter anderem Startups aus Österreich und Asien über ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der internationalen Expansion berichteten.
Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice (aws), sieht die Startups aus den GIN-Programmen als echte Inspiration für das heimische Ökosystem. “Ich hoffe, GIN kann in den kommenden zehn Jahren eine noch größere Community aufbauen. Wir wollen auch mehr Gründer:innen begleiten, die eine Inspiration für alle sind. Nur so wird Österreich wirklich erfolgreich. Vor allem unsere Unicorns können viele andere Startups dazu bringen, selbst global zu denken.”
Dennoch sollten österreichische Startups den internationalen Vergleich nicht scheuen und sich auf ihre eigenen Stärken besinnen. “Österreichs Founder dürfen die eigenen Errungenschaften nicht kleinreden. Wer es in Österreich schafft, der schafft es überall”, meinte Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.
In den letzten Jahren hat GIN rasant mehrere spannende Märkte erschlossen. Bereits im ersten Jahr hat sich das Netzwerk in Tel Aviv etabliert. Im Jahr 2017 folgte dann Hongkong. Mittlerweile ist GIN auch in Mainland China, Japan, Südkorea, Singapur und seit Neuestem auch in Indien aktiv. Das Netzwerk hilft nicht nur österreichischen Startups bei ersten Schritten in diesen Märkten, sondern auch den Jungunternehmen aus dem asiatischen Raum bei der Etablierung in Österreich.
“Die internationale Expansion ist ein tolles Gefühl. Wenn Startups wachsen, wird ihnen Österreich und sogar Europa früher oder später zu klein. Dennoch ist es eine große Herausforderung, andere Märkte zu erschließen, denn diese funktionieren oft nach ganz anderen Regeln. Deswegen ist es wichtig, auf ein etabliertes Netzwerk setzen zu können, das sich bereits in andere Kulturen eingearbeitet hat”, so Marcus Berger, Mitgründer und CEO von Aviloo.
Markus Lang, General Partner bei Speedinvest, sieht die österreichische Startup-Szene mittlerweile sehr geübt im Bereich der Internationalisierung. “Der Markt ist reifer geworden. Heimische Startups benutzen heute bei der Expansion einen chirurgischen Ansatz, der besser überlegt und durchgerechnet ist. Das heißt nicht, dass weniger Enthusiasmus für die Internationalisierung besteht, doch es gibt mehr Vorbereitung und weniger Pay and Pray.”
Nach der Diskussion erwartete die Besucher:innen im Wien Museum ein praxisorientierter Workshop. In dieser interaktiven Veranstaltung kamen internationale Startups und österreichische Unternehmen zusammen, um konkrete unternehmerische Herausforderungen zu erörtern.
Ayashi Das Majumder, Mitgründerin und COO von Sensegrass aus Indien, war schon zum dritten Mal in Wien und hat nun im Mai 2026 die Europa-Niederlassung des Startups in Österreich gegründet. Ihr Startup entwickelt ein smartes System für das Nährstoff- und CO2-Management in der Landwirtschaft, das Satellitendaten nutzt.
“Ich erinnere mich noch an unseren ersten Besuch in Wien im Rahmen von GO AUSTRIA. Wir wurden während unseres gesamten Aufenthalts ziemlich gut betreut. Es war eine gute Einführung in das Ökosystem, das Netzwerk und die Menschen. Als wir dann das zweite Mal kamen, erhielten wir noch mehr gezielte Informationen, da wir zu dieser Zeit einen persönlichen Mentor für das Follow-up hatten und nun haben wir mit Hilfe des GO AUSTRIA PLUS Programmes in Wien gegründet“, erzählt Ayashi Das Majumder.
Das von der Gründerin erwähnte Mentoring-Programm ist ein wichtiger Aspekt von GO AUSTRIA. Die Mentor:innen erarbeiten gemeinsam mit den Startups eine maßgeschneiderte Internationalisierungsstrategie und kommen entweder aus einem relevanten Fachbereich oder verfügen über hervorragende Verbindungen zum Startup-Ökosystem. Malgorzata Goraczek, Funding Coach beim Impact Hub Vienna, ist eine dieser Mentor:innen. Sie hat bei der GIN-Jubiläumsfeier von ihren Erfahrungen erzählt.
“Ich freue mich, als Mentorin Teil des GIN-Programms zu sein. Entweder betreue ich die Startups individuell oder ich begleite die chinesische Delegation. Mentorin zu sein ist eine sehr unterhaltsame und interessante Tätigkeit. Wir heißen die Startups willkommen, unterstützen sie, bringen sie mit potenziellen Kunden hier in Kontakt und denken darüber nach, ob sie sich vielleicht auch in Österreich niederlassen könnten”, so Goraczek.
Andreas Mühlberger, Strategic Partner Manager bei Infineon, sieht den internationalen Austausch, den GIN ermöglicht, als extrem wichtig: “Das funktioniert in zwei Richtungen: Österreichische Startups lernen die internationale Arbeitsweise kennen und internationale Akteure sehen, was wir zu bieten haben. Österreich hat eine Zukunft als Startup-Drehscheibe, zum einen aufgrund seiner Lage, zum anderen aufgrund des hohen Lebensstandards, aber auch aufgrund des Know-hows und der Kompetenz, die hierzulande vorhanden sind.”
GIN sieht sich auch für die nächsten zehn Jahre gewappnet und gut aufgestellt. Chiara Witzemann, Program Manager für das GIN-Programm GO ASIA, kommentiert: “In den nächsten zehn Jahren wollen wir vor allem Startups noch tiefgehender unterstützen und gleichzeitig sicherstellen, dass das, was wir tun, nachhaltig ist. Außerdem wollen wir uns vermehrt um jüngere Startups kümmern und ihnen helfen, langfristig erfolgreich zu bleiben.”

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