



















Das Global Incubator Network Austria (GIN Austria) feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum! Seit seiner Entstehung im Jahr 2016 baut das gemeinsame Programm der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) Brücken zwischen den Startup-Ökosystemen von Österreich und anderen internationalen Märkten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Asien. Das Programm GO AUSTRIA hilft innovativen Startups aus diesem Raum dabei, in Österreich Fuß zu fassen.
Bei einem Event im Rahmen der ViennaUP präsentierten sich am vergangenen Montag im Business Hub Lumia Startups aus sieben Delegationen, die mit GIN den Sprung nach Österreich wagen wollen.
Innerhalb der vergangenen zehn Jahre konnte GO AUSTRIA bereits eine beeindruckende Bilanz aufbauen. Insgesamt 379 asiatische Jungunternehmen, die den österreichischen Markt erkunden wollten, hat das Programm begleitet. An dem diesjährigen Programm haben 56 asiatische Startups teilgenommen.
GIN arbeitet im Rahmen von GO AUSTRIA mit sechs Partnerregionen: China, Japan, Südkorea, Indien, Israel und Singapur. Hier kooperiert das Netzwerk mit mehr als 30 Innovationspartnern.
“Wir sind sehr stolz auf 10 Jahre GIN. Unser Ziel war es und ist es auch in Zukunft, als Sprungbrett für die internationale Expansion zu dienen”, erklärte der GIN-Programmleiter Werner Müller bei dem Event im Lumia.
Am Montag präsentierte sich im Lumia eine Fülle spannender Startups aus dem asiatischen Raum, die im Rahmen des aktuellen Batch des GO AUSTRIA-Programms von GIN erste Schritte in den österreichischen Markt unternehmen. Diese Ausgabe richtete sich speziell an Startups aus dem DeepTech-Bereich. Wir haben mit Repräsentant:innen aus allen sieben Delegationen über ihre Startups, die Zusammenarbeit mit GIN sowie die ersten Eindrücke von Wien gesprochen.
Bei Ackcio handelt es sich um ein Startup aus Singapur, das drahtlose Konnektivität für sicherheitskritische Anwendungen wie Baustellen und Bergwerke bereitstellt. Durch Sensordaten macht die Jungfirma Baustellen sicher. Mobashir Mohammad, CEO von Ackcio, hat hohe Erwartungen an Wien und setzt sein Vertrauen in GIN.
“Wir haben unser Geschäft in Europa ziemlich stark ausgebaut und ich möchte noch einen Gang zulegen. GIN bietet für uns eine sehr gute Gelegenheit, das Wiener Ökosystem kennenzulernen, uns bei der Gründung einer Niederlassung zu helfen und Zugang zu Talenten sowie zu Fördermitteln zu erhalten, die uns bei unserer Forschung und Entwicklung unterstützen“, so der CEO.
Mobashir Mohammad zeigt sich auch begeistert von Wien. “Es ist eine wunderschöne Stadt. Ich bin schon zum dritten Mal hier und ich liebe es, durch die Stadt zu spazieren. Ich bin aber auch ziemlich überrascht von dem bestehenden Startup-Ökosystem und davon, wie GIN alles zusammengebracht hat. Es gab viel Austausch mit vielen lokalen Startups sowie mit denen aus dem Ausland.”
Ein Startup aus der Delegation “Mainland China” ist Sengine Technology aus der Tech-Metropole Shenzhen. Hierbei handelt es sich um einen Hersteller von KI-gestützten Systemen zur Erzeugung räumlicher 3D-Umgebungen, die es ermöglichen, innerhalb von Sekunden realistisch und menschenzentriert interaktive digitale Umgebungen sowie unbegrenzte durchgängige 3D-Räume zu erstellen.
Kent Wong, Mitgründer von Sengine, sieht Wien und Österreich als wichtigen Standort für die Europa-Expansion. “Wir haben bereits eine gewisse Fangemeinde in China, deshalb wollen wir neue Wege gehen, vor allem in Europa. Ich denke, Wien und alles, was mit Österreich zu tun hat, ist für uns sehr gut geeignet, um etwas Neues auf den europäischen Märkten einzuführen.”
Vor allem die Stadt Wien begeistert Kent Wong: “Da ich auch Designer bin, liebe ich Wien sehr, denn man begegnet hier so viel Kunst. Ich denke, im Zeitalter der KI sind Kunst und der menschliche Ansatz noch wichtiger.” Essenziell ist für Wong die Unterstützung durch GIN. “Ohne GIN hätten wir vielleicht gar nicht erst daran gedacht, nach Wien zu kommen”, so der Mitgründer.
Aus Hongkong kommt das Scale-up XTRA Sensing Limited, das seinen Kunden ein breites Spektrum an Vor-Ort-Prüfungen, Beratungsleistungen und Dienstleistungen zur Integration von IoT-Fernerkundungssystemen in Bereichen wie Zustandsüberwachung bietet. Nigel Ko von XTRA Sensing Limited erzählt davon, wie GIN bei der Akklimatisierung an das österreichische Startup-Ökosystem hilft.
“GIN hat uns bis jetzt umfassende Unterstützung geboten, angefangen vor Ort – also in Hongkong – bis hin zu den Reisen nach Österreich. Wir konnten so einen Eindruck von der Kultur und dem Stil der lokalen Unternehmen und akademischen Institutionen erhalten. Als Scale-up brauchen wir Finanzierung für unsere Plattform, und Europa ist einer der Märkte, auf die wir abzielen. Der europäische Markt ist riesig und wunderbar. Ich denke, das ist eine sehr gute Gelegenheit, in Österreich zu starten”, erklärte Ko.
Aus Indien kommt das Startup Inteelabs Private Limited, das sich speziell auf den MedTech-Bereich konzentriert. Inteelabs entwickelt leistbare Therapien für schwere, aber in der Medizin vernachlässigte Krankheiten. Beispielsweise beschäftigt sich die Jungfirma mit Tollwut und Therapien gegen Schlangenbisse.
Inteelabs-Gründerin Sonia Madan setzt große Hoffnungen auf Wien: “Ich möchte die Synergien zwischen dem österreichischen und dem indischen Ökosystem erkunden. Wien verfügt in Bezug auf die Forschung tatsächlich über ein großartiges Ökosystem. Die Art und Weise, wie man Startups aus verschiedenen Bereichen und verschiedenen Ländern zusammenbringt, finde ich ziemlich ermutigend. Ich freue mich also darauf, Teil dieses Ökosystems zu sein.”
Laut Madan spielt GIN eine entscheidende Rolle. Das Netzwerk bringt Menschen zusammen und führt verschiedene Startups auf einer Plattform zusammen. “Es handelt sich im Grunde um eine Zusammenarbeit verschiedener, vielfältiger Disziplinen.”
SAESOL Tech aus Südkorea entwickelt Sicherheitstechnologien und -Standards, die durch integrierte Authentifizierungslösungen eine sichere Kommunikation im Bereich vernetzter Fahrzeuge und Mobilität ermöglichen. Meadow Cho, Product Owner bei SAESOL, erinnert sich noch gerne an die erste Kontaktaufnahme durch GIN.
“Als wir diese E-Mail vom GIN-Programm erhielten, dachten wir, das sei der perfekte Zeitpunkt für uns, unseren Markt in Europa zu erkunden und dort auch Partnerschaften aufzubauen. Außerdem ist Wien ein hervorragender Knotenpunkt für Startups. Was wir also suchen, ist eine Partnerschaft sowie zukünftige Investitionen in Europa und eine Markterweiterung”, erzählt Cho.
Aus Japan kommt das Startup JasmyLab. Bernd Hollerit, ein Österreicher, der seit 15 Jahren in dem asiatischen Land lebt und arbeitet, ist CTO des Jungunternehmens. JasmyLab hat sich auf GPUs, also Grafikprozessoren, spezialisiert. Auf der Plattform des Startups können Nutzer:innen ihre GPUs anschließen und damit Geld verdienen. Wer Rechenleistung benötigt, kann die GPUs bei JasmyLab günstiger mieten als bei den größten Mitbewerbern.
“Wir haben unseren Hauptsitz in Japan, aber wir möchten unser Geschäft ausweiten. Wir suchen nach Investoren, damit wir eine Tochtergesellschaft in Österreich gründen und so Zugang zum europäischen Markt erhalten können”, so Hollerit. Der Unternehmer ist davon beeindruckt, wie sich das österreichische Ökosystem entwickelt hat, seitdem er nach Japan gezogen ist.
“Alles ist gut organisiert und jetzt sind so viele Delegationen aus ganz verschiedenen Ländern da. Man trifft hier so viele verschiedene Menschen und es gibt ein sehr schönes Programm. Mir gefällt, dass so viel los ist und es viele Anschlusstermine an die Events gibt”, meint der JasmyLab-CTO.
Das israelische Startup DataDudes hat eine KI-Plattform entwickelt, die Herstellern auf Grundlage von Sensordaten dabei hilft, ihre Effizienz und Produktqualität zu verbessern. Mitgründer Nati Shimoni zeigte sich begeistert von seinem Besuch in Wien. “Wien ist großartig”, so der Founder. Shimoni beeindruckt vor allem das äußerst kooperative Wiener Ökosystem, das sowohl wirtschaftlich als auch technologisch hochwertig ist.
Auch GIN hat es dem Gründer angetan: „GIN ist insofern großartig, als es sich um ein langfristiges Programm handelt und wir gute Empfehlungen von früheren Teilnehmer:innen erhalten haben. GIN hat uns dabei geholfen, wichtige Termine zu vereinbaren, die hoffentlich zu Pilotprojekten innerhalb der österreichischen Fertigungsbranche führen. Im besten Fall werden wir irgendwann auch eine eigene Niederlassung hier in Österreich haben.“
Die Teilnahme an der ViennaUP stellt einen wichtigen Teil von GO AUSTRIA dar. Hier hatten die Startups aus Asien die Möglichkeit, das österreichische Ökosystem in seiner ganzen Pracht kennenzulernen. Neben wichtigen Networking-Möglichkeiten hatten die Jungunternehmen auch Zugang zu Workshops wie Pitch-Trainings, Veranstaltungen zu Fördermöglichkeiten und Rechtsberatung.
Individuelle Unterstützung erhielten die Startups im Rahmen der ViennaUP durch Gruppenmentoring, Delegationsleitung und spezialisierte Coaches. Sie hatten auch die Möglichkeit, individuelle Einzelgespräche mit potenziellen Partnern aus Wirtschaft, Forschung und dem Förderbereich zu führen.
Weitere Informationen zu GIN und dem GO AUSTRIA-Programm finden sich hier. Eine Auflistung der Startups aus dem diesjährigen GO AUSTRIA-Batch finden sich in diesem Report.
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