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Was bei der Cloud-Konfiguration schiefläuft – und wie es ...
2026-04-16 · via CSO Online
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Fehlerhaft konfigurierte Cloud-Dienste sorgen regelmäßig für Datenlecks – und schlimmeres.

DC Studio | shutterstock.com

Konfigurationsfehler in der Cloud, die Unternehmensdaten gefährden, sind nicht unbedingt etwas Neues – eher im Gegenteil. Umso schlimmer, dass Unternehmen ihre Cloud-Ressourcen immer noch nicht durchgängig absichern. Zumindest legt das ein aktueller Report nahe. Dafür hat der Cloud-Sicherheitsanbieter Qualys 101 Cybersecurity- und IT-Profis befragt, zu deren Aufgaben es gehört, Cloud-Umgebungen abzusichern. Demnach:

  • haben 28 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr einen Breach in Zusammenhang mit der Cloud oder SaaS-Applikationen verzeichnet.
  • sehen 24 Prozent falsch konfigurierte Services als das größte Risiko für ihre Cloud-Umgebung an.

Qualys nahm für seine Studie außerdem rund 44 Millionen virtuelle Maschinen (VMs) unter die Lupe, die in Public Clouds gehostet werden. Dabei stellten die Experten fest, dass 45 Prozent der AWS-VMs, 63 Prozent der GCP-VMs und 70 Prozent der Azure-VMs über falsch konfigurierte Ressourcen verfügten.

Die häufigsten Cloud-Konfigurationsfehler

Laut Ayan Roy, Leiter des Bereichs Cybersicherheit bei EY Americas, aktivieren Unternehmen zwar durchaus bestimmte Cloud-Security-Funktionen, allerdings nicht alle. So blieben Logging, Monitoring und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) in vielen Fällen unbeachtet: “Unternehmen wollen schnell vorankommen, und die Time-to-Value ist absolut entscheidend. Wenn Cybersicherheitsteams jedoch nicht in diese Entscheidungen eingebunden werden, beginnen die Probleme. So können die Sicherheitsprofis oft nur nachträglich Maßnahmen ergreifen.”

Einen weiteren blinden Fleck in Sachen Cloud Security sieht Roy während Fusionen und Übernahmen. Er mahnt Unternehmen dazu, in solchen Fällen proaktiv vorzugehen: “Führen Sie eine Due Diligence durch, berücksichtigen Sie diese auch und stellen Sie sicher, dass Sie den richtigen Cybersecurity-Investitionsplan haben.”

Laut Scott Wheeler, Cloud Practice Lead bei Asperitas, treten mit steigender Unternehmensgröße auch weniger Cloud-Konfigurationsfehler auf. Das liegt laut dem Cloud-Experten vor allem an der Aufsicht durch Regulierungsbehörden. Kleine Firmen hätten hingegen enorme Probleme, da sie weder über das Personal noch die nötigen Tools verfügten, um Risiken im Zusammenhang mit der Cloud-Konfiguration zu managen – etwa exponierte Speicher-Buckets oder Web Services.  

“Das gesamte Konzept von Zero Trust basiert auf der Tatsache, dass man den Zugriff auf das benötigte Minimum beschränken kann. Aber das ist in der Praxis schwer zu bewerkstelligen”, erklärt Wheeler. Oftmals würden während der Entwicklung Berechtigungen erweitert und nach der Inbetriebnahme nicht wieder zurückgesetzt, wie er beispielhaft anführt. Der regelmäßig größte Fehler, den Wheeler beobachtet, sind jedoch Datenbanken oder andere Cloud-Assets, die über nicht sichere, private Netzwerke kommunizieren. “Viele dieser Services unterstützen das nicht ‘out of the box’. Es erfordert einiges an Arbeit, sie so zu konfigurieren, dass ausschließlich privater Netzwerkverkehr in private Cloud- oder lokale Umgebungen fließt. Das ist ein großes Problem, das oft von kriminellen Hackern ausgenutzt wird.”

Und auch wenn viele Anbieter versprechen, dass KI auch Cloud Security einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten wird: Sie sollten nicht damit rechnen, dass Cloud-Konfigurationsprobleme schon morgen der Vergangenheit angehören. Bis KI-Agenten soweit sind, dass sie das zuverlässig übernehmen können, wird noch ein bisschen Zeit ins Land ziehen.

9 Tipps für sicherere Cloud-Konfigurationen

Tun können Sie dennoch etwas gegen fehlerhafte Cloud-Konfigurationen. Zum Beispiel:

1. Multi-Faktor-Authentifizierung implementieren

MFA sollte für jede Form von Cloud-Zugriff zur Anwendung kommen, nicht nur für bestimmte Benutzer.

2. Private Netzwerke für alle Services nutzen

Konfigurieren Sie Datenbanken und Cloud-Dienste so, dass sie nur über private Netzwerke und nicht über das öffentliche Internet kommunizieren.

3. Daten verschlüsseln

Datenverschlüsselung sollte für alle neuen und bestehenden Ressourcen standardmäßig aktiviert sein. Angesichts des nahenden Quanten-Zeitalters empfiehlt es sich für Unternehmen bereits jetzt auf quantensichere Verschlüsselungsalgorithmen zu setzen, um sich gegen sogenannte “Harvest now, decrypt later”-Angriffe zu schützen.

4. Least-Privilege-Zugriffskontrollen anwenden

Benutzern und Systemen Zugriff auf möglichst wenige Ressourcen zu gewähren, ist ein Grundpfeiler moderner Zero-Trust-Sicherheitsprinzipien. Konten mit übermäßigen Berechtigungen können schnell zu Datenverlust führen, wenn sie missbraucht werden.

5. Infrastructure as Code verwenden

Wenn Administratoren oder Benutzer Änderungen an Cloud-Konfigurationen in den Cloud-Management-Konsolen vornehmen, ist es oft schwierig, diese nachzuvollziehen – und rückgängig zu machen, wenn etwas schiefgeht. Das Prinzip von Infrastructure as Code hilft an dieser Stelle: Verwenden Sie entsprechende Konfigurationsmanagement-Tools, um sämtliche Änderungen anhand von Richtlinien zu überprüfen, nachzuverfolgen und auditieren zu können.

6. Kontinuierlich scannen

Einmal bei der Ersteinrichtung der Cloud-Ressourcen zu überprüfen, ob die Konfigurationen aktuell sind, reicht nicht aus. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sich nichts verändert. Zu diesem Zweck haben einige Cloud-Anbieter native Tools im Angebot. Lösungen aus dem Bereich Cloud Security Posture Management (CSPM) können außerdem dabei unterstützen, Lücken zu schließen oder Multi-Cloud-Umgebungen zu überwachen.

7. Speicher-Buckets sperren

Unsichere Amazon-S3-Buckets waren vor einigen Jahren bei Cyberkriminellen sehr populär – und sind nach wie vor ein gängiges Problem für Unternehmen. Um sicherzustellen, dass der Storage standardmäßig privat ist, empfehlen sich Bucket Policies und -Zugriffskontrollen.

8. Logging und Monitoring einziehen

Viele Unternehmen überwachen essenzielle Cloud Services, dabei bleibt Schatten-IT jedoch oft außen vor. Das ist weniger ein technologisches, als vielmehr ein Management-Problem und lässt sich durch bessere Kommunikation mit den Geschäftsbereichen und einen disziplinierteren Ansatz bei der Bereitstellung von Technologien lösen.

9. Security by Design verinnerlichen

Integrieren Sie Sicherheit von Anfang an in Ihre Cloud-Architektur – es ist immer deutlich schwieriger, nachträglich aufzurüsten. (fm)

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