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Der Geldschein der Zukunft: Soll das wirklich unser neues Bargeld werden? Ich gab meinen Job in die Gehalts-Suchmaschine der Arbeitsagentur ein. Danach hatte ich eine Frage an meinen Chef Nintendo Switch 2 bei MediaMarkt so günstig wie nie zuvor Darum solltest du diesen 7-Euro-Handytarif nicht verpassen Einer der besten Mähroboter bis 900 Euro: Roborock RockNeo Q105 im Test Dank 40 Prozent Rabatt: Dieser Poolroboter wird zum Preis-Leistungs-Hit Brauche ich MagentaTV für die WM oder reicht Free-TV? 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Neues EU-Gesetz legt die Gehälter der Deutschen offen: Verdient mein Kollege mehr als ich?
Blasius Kawalkowski · 2026-05-31 · via inside digital

Wer in Deutschland arbeitet, kennt das Spiel. Über Geld spricht man nicht. Zumindest nicht offen. Viele Beschäftigte wissen nicht, was die Kollegin am Nachbarschreibtisch verdient, ob der neue Mitarbeiter im gleichen Team mit einem deutlich höheren Gehalt eingestiegen ist oder ob sie selbst seit Jahren unter Wert bezahlt werden.

Für Arbeitnehmer ist das ein strukturelles Problem. Wer seine eigene Position im Gehaltsgefüge nicht kennt, kann kaum einschätzen, ob er fair bezahlt wird. Unternehmen hingegen verfügen über alle Informationen. Sie wissen, wer wie viel verdient, wer günstig eingestellt wurde und wer sich bei Gehaltsverhandlungen besonders gut verkauft hat. Dieses Ungleichgewicht verschafft Arbeitgebern einen erheblichen Vorteil.

Warum das Gehalt bei gleicher Arbeit noch so unterschiedlich ist

Die Folgen sind seit Jahren sichtbar. Männer verdienen oft mehr als Frauen, obwohl sie die gleiche oder eine gleichwertige Arbeit leisten. Beschäftigte mit Migrationshintergrund berichten immer wieder davon, dass sie schlechter bezahlt werden als Kollegen in vergleichbaren Positionen. Auch innerhalb eines Teams können erstaunliche Unterschiede entstehen. Nicht selten sitzen zwei Menschen nebeneinander, erledigen praktisch die gleiche Arbeit und erhalten am Monatsende völlig unterschiedliche Gehälter.

Solche Unterschiede müssen nicht einmal böse Absicht sein. Oft entstehen sie über Jahre hinweg. Der eine Mitarbeiter wurde in einer Phase des Fachkräftemangels eingestellt und konnte ein höheres Gehalt durchsetzen. Die andere Kollegin begann während einer wirtschaftlich schwierigen Zeit und akzeptierte ein niedrigeres Angebot. Wieder ein anderer verhandelte besonders geschickt oder wechselte mehrfach intern die Position. Am Ende entsteht ein Geflecht aus individuellen Vereinbarungen, das kaum noch jemand nachvollziehen kann.

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Für die Betroffenen fühlt sich das dennoch ungerecht an. Wer jahrelang gute Arbeit leistet und irgendwann erfährt, dass Kollegen in derselben Position mehrere Hundert Euro mehr verdienen, verliert schnell das Vertrauen in seinen Arbeitgeber. Genau an diesem Punkt setzt jetzt eine neue EU-Regelung an.

Firmen müssen Gehalt transparenter machen

Bis spätestens zum 7. Juni 2026 müssen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union die sogenannte Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Die Vorgabe kommt also nicht aus Berlin, sondern aus Brüssel. Die Europäische Union will damit den Grundsatz durchsetzen, dass gleiche oder gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt werden soll.

Der wichtigste Gedanke hinter der Richtlinie ist einfach: Solange Arbeitnehmer nicht wissen, wie Gehälter zustande kommen, können sie sich kaum gegen Benachteiligungen wehren. Transparenz soll dieses Machtgefälle verringern.

Künftig müssen Unternehmen deutlich offener mit ihren Vergütungsstrukturen umgehen. Wer sich auf eine Stelle bewirbt, soll bereits vor dem Vorstellungsgespräch erfahren, welches Einstiegsgehalt vorgesehen ist oder in welcher Gehaltsspanne sich die Position bewegt. Das dürfte dazu führen, dass viele Arbeitgeber die Gehaltsspanne direkt in die Stellenanzeige schreiben.

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Für Bewerber ist das eine erhebliche Veränderung. Bisher beginnen viele Verhandlungen im Blindflug. Unternehmen wissen oft genau, was sie zahlen möchten, während Bewerber lediglich hoffen können, nicht zu niedrig anzusetzen. Wer zu wenig fordert, verliert möglicherweise mehrere hundert Euro pro Monat. Wer zu viel verlangt, riskiert eine Absage. Künftig wird zumindest ein Teil dieser Unsicherheit verschwinden.

Was sich beim Gehalt ändern könnte

Arbeitgeber dürfen Bewerber nicht mehr nach ihrem bisherigen Gehalt fragen. Diese scheinbar kleine Änderung hat große Auswirkungen. Wer einmal zu niedrig eingestiegen ist, schleppt dieses Problem häufig über Jahre mit sich herum. Viele Gehaltserhöhungen orientieren sich am bisherigen Einkommen. Wer schon am Anfang unter Wert bezahlt wurde, bleibt oft dauerhaft hinter Kollegen zurück. Die neue Regelung soll verhindern, dass alte Benachteiligungen einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden.

Auch Beschäftigte innerhalb eines Unternehmens erhalten neue Rechte. Arbeitnehmer sollen künftig leichter erfahren können, nach welchen Kriterien Gehälter festgelegt werden. Unternehmen müssen nachvollziehbar darlegen, welche Faktoren für die Vergütung relevant sind und warum bestimmte Unterschiede bestehen. Gleichzeitig werden größere Unternehmen verpflichtet, ihre Gehaltsstrukturen systematisch auszuwerten.

Erstmals wird etwas sichtbar, was bislang im Verborgenen lag

Wer heute den Verdacht hat, schlechter bezahlt zu werden als vergleichbare Kollegen, muss häufig auf Vermutungen bauen. Künftig sollen belastbare Informationen verfügbar sein. Damit verändert sich auch die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer.

Denn plötzlich reicht nicht mehr die Aussage, dass Gehälter individuell ausgehandelt würden oder historische Gründe hätten. Unternehmen müssen Unterschiede erklären können. Besonders interessant wird das für Beschäftigte, die bislang unterbezahlt sind.

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Wenn ein Arbeitnehmer feststellt, dass Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit deutlich mehr verdienen, steigt der Druck auf den Arbeitgeber. Die Frage lautet dann nicht mehr, warum der Beschäftigte eine Gehaltserhöhung möchte. Vielmehr muss das Unternehmen erklären, warum die Unterschiede überhaupt bestehen. Genau deshalb erwarten viele Experten, dass sich die Gehälter innerhalb gleicher Tätigkeiten stärker angleichen werden.

Wer gewinnt, wer verliert?

Die großen Verlierer dieser Entwicklung könnten paradoxerweise nicht die schlecht bezahlten Arbeitnehmer sein, sondern die extremen Ausreißer nach oben. Natürlich wird es auch künftig Spitzenkräfte geben, die deutlich mehr verdienen als ihre Kollegen. Unternehmen müssen weiterhin Leistung belohnen können. Doch je transparenter die Gehaltsstrukturen werden, desto schwieriger wird es, sehr große Unterschiede zu rechtfertigen.

Wer in derselben Position doppelt so viel verdient wie andere Teammitglieder, wird künftig eher Fragen auslösen. Unternehmen müssen dann nachvollziehbar erklären können, weshalb dieser Unterschied besteht. Das erhöht den Dokumentationsaufwand und schafft potenzielle Angriffsflächen.

Deshalb erscheint die These plausibel, dass viele Arbeitgeber künftig stärker mit Gehaltsbändern arbeiten werden. Statt großer individueller Unterschiede könnten sich die Einkommen innerhalb einer Position stärker annähern.

Was sich nicht ändern wird

Ganz verschwinden werden Gehaltsunterschiede allerdings nicht. Und wahrscheinlich werden Unternehmen auch neue Wege finden, um die Regeln zu umgehen oder zumindest auszureizen. Ein möglicher Ansatz besteht darin, die Kriterien für die Gehaltsfestlegung so kompliziert zu gestalten, dass sie für Beschäftigte kaum verständlich sind. Ein Gehaltssystem kann auf dem Papier transparent sein und trotzdem aus Dutzenden Faktoren, Bewertungstabellen und Leistungsindikatoren bestehen, die kaum jemand nachvollziehen kann.

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Ein zweiter möglicher Weg besteht darin, kleine Unterschiede zwischen Mitarbeitern größer erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind. Wer erklären muss, warum zwei Beschäftigte unterschiedlich bezahlt werden, könnte etwa minimale Zusatzaufgaben, einzelne Projekte oder besondere Verantwortlichkeiten stärker gewichten, als sie im Arbeitsalltag tatsächlich ins Gewicht fallen.

Denkbar ist auch eine stärkere Verlagerung von Vergütungselementen außerhalb des Grundgehalts. Unternehmen könnten versuchen, Unterschiede über Boni, Sonderzahlungen, Sachleistungen oder individuelle Leistungsprämien abzubilden. Zwar erfasst die Richtlinie grundsätzlich das gesamte Entgelt, doch gerade variable Vergütungsbestandteile bieten oft mehr Interpretationsspielraum als ein festes Monatsgehalt.

Mehr Fairness?

Die neue Richtlinie wird daher vermutlich nicht alle Ungerechtigkeiten beseitigen. Sie wird auch nicht verhindern, dass manche Arbeitgeber kreative Wege suchen, um bestehende Strukturen zu erhalten. Trotzdem markiert der 7. Juni 2026 einen wichtigen Wendepunkt. Jahrzehntelang war fehlendes Wissen einer der größten Nachteile von Arbeitnehmern. Arbeitgeber verfügten über nahezu alle Informationen, während Beschäftigte oft nur ihr eigenes Gehalt kannten. Die neue Regelung verschiebt dieses Gleichgewicht zumindest ein Stück weit.

Ob sie tatsächlich zu mehr Fairness führt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Sicher ist jedoch schon heute: Das traditionelle Gehaltsgeheimnis, von dem viele Unternehmen profitiert haben, gerät zunehmend unter Druck. Und allein das könnte die Arbeitswelt stärker verändern, als es die nüchternen Paragrafen der EU-Richtlinie zunächst vermuten lassen.

Arbeitszeit: Jeden Tag ein bisschen betrogen

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