



















Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2018 galt Abiy Ahmed zunächst als Hoffnungsträger, doch längst steht der Friedensnobelpreisträger international in der Kritik. Ungeachtet dessen hat Abiys Regierungspartei PP die Parlamentswahl in dem Land am Horn von Afrika klar gewonnen. Sie erhielt 438 von 501 Abgeordnetenmandaten, wie die Nationale Wahlbehörde mitteilte. Den Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung bei der Wahl am 1. Juni bei 94 Prozent. Eigentlich hätte das Ergebnis bis zum 11. Juni bekannt gegebenem werden müssen.
Laut Wahlkommission fand der Urnengang diesmal in 501 der 547 Wahlkreise statt. Demnach beteiligten sich daran rund 40 Millionen Menschen. Insgesamt waren 54 Millionen Wahlberechtigte registriert.
Der Behörde zufolge waren 143 Wahllokale am Wahltag aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet worden. An mehreren Orten in den Regionen Amhara und Oromia wurde die Stimmabgabe zudem unterbrochen. Nähere Angaben machte die Wahlkommission dazu nicht.
Zwar traten mehr als 40 Parteien gegen die PP an, doch den meisten fehlten die Mittel für den Wahlkampf. Die Oppositionspartei Ezema stellte nur 293 Kandidaten auf, die PP war mit 461 Kandidaten vertreten. In 64 Wahlkreisen trat die Regierungspartei ohne Gegenkandidaten an.
2018 war Abiy mit dem Versprechen einer Demokratisierung des 130-Millionen-Einwohner-Landes ins Amt gekommen. Unter seiner Führung wurden inhaftierte Oppositionelle freigelassen. Zudem entschärfte er überraschend die Spannungen mit dem Nachbarland Eritrea, wofür er 2019 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Allerdings wich er im Laufe der Zeit von seinem Kurs ab, sein Führungsstil war zunehmend geprägt von Repressionen.
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