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DER SPIEGEL - Schlagzeilen

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Neue Olympia-Prämie: 10.000 Dollar für alle Athleten – au...
DER SPIEGEL · 2026-06-25 · via DER SPIEGEL - Schlagzeilen

Das IOC hat auf seiner 146. Vollversammlung in Lausanne nach jahrzehntelanger Ablehnung von Preisgeldern bei Olympia entschieden, die Athletinnen und Athleten erstmals in seiner 132-jährigen Geschichte direkt an den Einnahmen zu beteiligen. Demnach sollen alle Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer künftig 10.000 US-Dollar (umgerechnet rund 8800 Euro) erhalten.

Die Organisation legt dafür einen Fond über 140 Millionen Dollar pro Olympia-Zyklus auf, 14.000 Sportlerinnen und Sportler sollen den Zuschuss beantragen dürfen. Die Entscheidung gilt bereits rückwirkend für die Winterspiele in Mailand/Cortina, das gab das IOC am Mittwoch bekannt.

In Deutschland kommt der Beschluss gut an, etwa bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe. »Die Entscheidung des IOC ist ein bedeutender Schritt hin zu mehr Wertschätzung für Olympionikinnen und Olympioniken weltweit«, sagte Max Hartung, Sprecher des Sporthilfe-Vorstandes.

Der frühere Fecht-Weltmeister und Olympiateilnehmer, sich einst als Gründungspräsident des Vereins Athleten Deutschland für eine Gewinnbeteiligung der Sportlerinnen und Sportler eingesetzt hatte, ergänzte: »Wer es zu den Spielen schafft, investiert Jahre an harter Arbeit, Disziplin und Verzicht - diese Leistung verdient auch eine direkte finanzielle Anerkennung«.

Kirsty Coventry und Pau Gasol, 2025, als Coventry zur neuen IOC-Präsidentin ernannt wurde

Kirsty Coventry und Pau Gasol, 2025, als Coventry zur neuen IOC-Präsidentin ernannt wurde

Foto: Thanassis Stavrakis / AP / dpa

Fußballprofis und Tennismillionäre können spenden

Der neue Zuschuss sei eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Förderstrukturen, sagte auch Karin Orgeldinger aus dem Sporthilfe-Vorstand. »Gerade für viele Athletinnen und Athleten kann diese Unterstützung eine spürbare Entlastung bedeuten – sei es zur Sicherung ihrer sportlichen Laufbahn oder mit Blick auf die berufliche Zukunft nach dem Sport«, sagte sie.

Allerdings können auch Sport-Millionäre das Geld beantragen. »Sie sind berechtigt, dieses Geld zu empfangen. Sie entscheiden, wie sie damit umgehen. Wir wollen, dass auch sie gewürdigt werden«, sagte Pau Gasol, der Vorsitzende der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees, am Rande des IOC-Sondergipfels in Lausanne. »Sie sollten das mit Bedacht nutzen«, mahnte Gasol.

Der frühere Basketball-Star aus Spanien, selbst einst Großverdiener in der NBA, wies darauf hin, dass jeder Sportler die Prämie auch spenden oder ablehnen könnte. Diese Möglichkeit stehe auch hoch bezahlten Fußballprofis, Tennis-Millionären oder Ski-Stars offen. Nicht abgerufene Zuschüsse verbleiben im Fonds des IOC und sollen zukünftigen Sportler-Generationen zugutekommen.

Ausgezahlt wird der Zuschuss über die Nationalen Olympischen Komitees. Die NOKs müssen nachweisen, dass die Sportlerinnen und Sportler die volle Summe erhalten haben.

Chance für Deutschland? IOC ändert Modus der Olympia-Vergabe

Drei Monate vor der Wahl des deutschen Olympia-Bewerbers hat das IOC zudem den Modus der Vergabe künftiger Spiele verändert. So soll es in Zukunft im Auswahlverfahren eine zusätzliche Prüfphase geben, zudem bekommen die IOC-Mitglieder bei der finalen Entscheidung über die Gastgeber wieder mehr Mitsprache. Unter dem neuen Regelwerk sollen die Sommerspiele 2036, für die sich auch Deutschland bewirbt, erst Mitte 2029 vergeben werden.

Los Angeles und Brisbane als die kommenden beiden Ausrichter hatten noch jeweils elf Jahre im Voraus den Zuschlag erhalten.

Der einstimmige Beschluss bei der außerordentlichen Generalversammlung in Lausanne könnte zusätzliche Dynamik in die Kür des deutschen Kandidaten bringen. Möglich ist, dass der kürzere Zeitraum zwischen Vergabe und Olympia-Eröffnung Bewerber bevorteilt, die wie Deutschland auf viele bereits bestehende Wettkampfstätten setzen und Erfahrungen mit Großveranstaltungen haben.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September auf seiner Sonder-Mitgliederversammlung in Baden-Baden, ob Berlin, München oder die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Zentrum nominiert wird. Der DOSB hat beim IOC offiziell schon sein Interesse an den Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 hinterlegt.