





















Der viele Jahre hoch angesehene Ruhrbischof soll in drei Fällen in den Fünfzigerjahren bis Achtzigerjahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt haben, ein möglicher Übergriff gegen einen Jungen gilt als »in der Schilderung konsistent«, sagten die Forscher. Hengsbach soll unter anderem Mädchen an die Brust gefasst und eine 16-Jährige zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Einen Firmling soll Hengsbach Ende der Sechzigerjahre in der Sakristei aufgefordert haben, sich auf seinen Schoß zu setzen und »hin- und herzurutschen«.
»Hengsbach war ein Sexualstraftäter – ohne Wenn und Aber«, sagte der Sprecher der Betroffenen, Johannes Norpoth. Die Kirche müsse Konsequenzen ziehen und Macht in ihren Strukturen begrenzen.
»In mindestens drei Fällen sexualisierter Gewalt gegen junge Frauen ist davon auszugehen, dass sie so stattgefunden haben, wie Betroffene sie schildern«, räumte der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ein. Betroffenen sei über viele Jahrzehnte nicht geglaubt worden, sagte er.
Overbeck räumte auch selbst Versäumnisse im Kontext des Falls ein: Er habe Informationen aus Paderborn über einen Missbrauch durch Hengsbach, die ihm bereits 2011 vorlagen, jahrelang nicht weitergegeben. Er habe den Vorgang unterschätzt, weil er sich nicht habe vorstellen können, dass ein Bischof »zu solchen furchtbaren Taten fähig ist«, sagte er. Dies sei eine Fehleinschätzung gewesen und habe den Aufarbeitungsprozess verzögert.
Die Forscher sprechen außerdem von »destruktivem Machtmissbrauch des Bischofs gegenüber unterstellten Klerikern«. Hengsbach habe laut Zeugenaussagen mehrfach von sexualisierter Gewalt erfahren, aber abwehrend reagiert und keine Konsequenzen für die Beschuldigten gezogen. Eine mögliche Mitwisserschaft und täterschützendes Verhalten würden bei der Fortsetzung der Studie bis zum Herbst 2027 untersucht.
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