
























Gut ein halbes Jahr nach der umstrittenen Öffnung eines Ladenbereichs der Billig-Onlineplattform Shein in Paris soll der Anbieter wieder aus dem Traditionskaufhaus BHV Marais verschwinden. Die Zusammenarbeit werde beendet, teilte die Leitung des Geschäfts mit, die das Kaufhaus vom derzeitigen Besitzer SGM übernimmt. Ein genaues Datum wurde nicht bekannt. Der französischen Zeitung »Le Parisien« zufolge will das Management, dass Shein bis zum Jahresende wieder auszieht. Shein im BHV Marais sei ein Fehler gewesen.
Unter großem Andrang und Protest war im Pariser Kaufhaus im November ein Ladenbereich von Shein eröffnet worden. Es war der erste Ladenbereich dieser Art des Onlinehändlers, weitere folgten in anderen BHV-Warenhäusern. Das BHV Marais teilte mit, sich wieder stärker auf Artikel rund um das Haus konzentrieren zu wollen. Näher auf Shein ging das Management in seiner Mitteilung nicht ein.
Im vergangenen Jahr war geprüft worden, ob Shein die Verbraucherverordnung einhalte. Die Behörde wirft dem Onlineriesen vor, dass dies in zahlreichen Punkten nicht der Fall sei. Shein habe Verkaufsbestätigungen versandt, die nicht konform waren. So fehlten Preis, Datum, Lieferzeitraum, Informationen zum Verkäufer und zur Garantie sowie zum Widerrufsrecht. Das Widerrufsrecht sei auch nicht eingehalten worden. Verbraucher hätten nicht unter den vorgesehenen Bedingungen vom Verkauf zurücktreten können. Auch habe Shein nicht ausreichend Informationen zu Umweltstandards ihrer Produkte geliefert – etwas mit Blick auf Mikroplastik, hieß es von der Behörde.
Ein Sprecher von Shein stellte klar, dass das Unternehmen die Strafe anfechten wolle. Es sei kein Schaden für Verbraucher ersichtlich geworden. Eine solch hohe Sanktion sei nicht zu rechtfertigen, bemängelte Shein.
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