

























Dem sprechenden Namen zum Trotz handelt es sich bei „Star Fox“ nicht um ein Remake des gleichnamigen Originals aus dem Jahr 1993, sondern um eine Wiederbelebung des 1997 erschienenen Nachfolgers „Lylat Wars“ (außerhalb Europas bekannt als „Star Fox 64“).
Das Remake für die Switch 2 nutzt die grundsätzliche Handlung und das Spielprinzip des knapp 30 Jahre alten Vorbilds, baut drumherum aber ein in jeder Hinsicht massiv erweitertes Abenteuer. Das vom Entwicklungsteam Velan Studios erschaffene Spiel bietet jetzt Sprachausgabe, sehr viel mehr Handlung, die in schicken Echtzeit-Cutscenes präsentiert wird, verbesserte Steuerung, umfassende Mehrspielermodi sowie spektakulär aufgemöbelte Grafik.
Eine der größten Überraschungen im „Super Mario Galaxy Film“ war der Auftritt von Fox McCloud. Ebendieser „Star Fox“ ist einer der unbesungenen Helden von Nintendo. Trotz vieler Spiele im Lauf der Jahre hat es Fox bislang nie so richtig in die ganz vorderste Reihe der Nintendo-Helden geschafft. Ob sich das mit „Star Fox“ wohl ändert? Die Chancen standen noch nie besser.
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Genau wie das Original ist auch das neue „Star Fox“ ein Railshooter. Sprich: Die Bewegung der verfügbaren Vehikel durch die Levels ist zwar vorgeschrieben, die Spieler dürfen sich innerhalb dieser Korridore allerdings frei bewegen, um die in Formationen angreifenden Gegner in farbenprächtige Explosionen zu verwandeln. Die Ausnahme von dieser Regel ist der „Allbereichsmodus“, der in „Lylat Wars“ seine Premiere feierte. Diese vergleichsweise seltenen Abschnitte brechen mit dem linearen Railshooter-Konzept, indem sie die Spieler frei durch begrenzte Arenen fliegen lassen – was vor allem genutzt wird, um Bosskämpfe interessanter zu machen.
Anders als im Ursprungsspiel ist Herr McCloud neuerdings auch nicht mehr ausschließlich im Raumschiff „Arwing“ unterwegs, sondern besteigt zwischendurch auch mal ein U-Boot sowie einen, äh, Schwebe-Panzer namens „Landmaster“. Die beiden zusätzlichen Gefährte spielen sich sehr anders als der Arwing und bringen eine interessante Abwechslung in die Kampagne, kommen aber nur relativ selten zum Einsatz – die meiste Zeit verbringt man im Cockpit des Raumflitzers.
Eine weitere Besonderheit der „Star Fox“-Reihe ist die relative Freiheit. Denn die Kampagne besteht zwar aus sieben hintereinander angeordneten Missionen, die sich mit etwas Geschick in gut einer Stunde durchspielen lassen. Aber danach ist das Spiel noch lange nicht vorbei, denn die schick in Szene gesetzte Levelkarte hat dann noch deutlich mehr zu bieten. Oftmals muss man sich vor Missionsbeginn für einen von zwei Wegen entscheiden, was zu unterschiedlichen Locations führt. Und auch innerhalb der Missionen selbst warten immer wieder mal unterschiedliche Pfade, die ihrerseits zu neuen Aktivitäten und Ausgängen führen.
Oder anders ausgedrückt: „Star Fox“ möchte wieder und wieder und wieder durchgespielt werden. Nicht nur, um wirklich alles zu sehen (und den höchsten der drei Schwierigkeitsgrade freizuschalten), sondern vor allem auch, um die Tonnen an Personalisierungsmöglichkeiten zu erhalten, die vor allem im Mehrspielermodus zum Einsatz kommen.
„Star Fox“ ist gleich in mehrfacher Hinsicht für mehrere Piloten gemacht. Zum einen darf die komplette Kampagne kooperativ gespielt werden: Entweder an einer Konsole (der eine Spieler ist dann Pilot, der andere Bordschütze) oder via Gameshare auf zwei Systeme verteilt. Zusätzlich gibt es auch noch den „Kampfmodus“, in dem Platz für maximal acht Sternenfüchse ist, die sich online direkt aus der Luft knallen und um die Territorien-Vorherrschaft kämpfen. Das Ganze ist sehr unterhaltsam, Lücken im Kader werden mit Bots gestopft. Und wenn eine USB-Kamera an der Switch 2 baumelt, dann wird auf Wunsch die Gesichtsbewegung der Piloten über eine AR-Funktion auf eine „Star Fox“-Figur der Wahl gemappt, was für sehr unterhaltsame Resultate sorgt.

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)Egal ob Mehrspielermodus oder Kampagne, man darf auf Knopfdruck jederzeit zwischen der klassischen Außenansicht und der Cockpitperspektive wechseln. Die Außenperspektive ist grundsätzlich sehr übersichtlich, allerdings sitzt der Arwing gerne mal etwas zu prominent im Bild und verdeckt dadurch die Sicht auf heranstürmende Feinde. Aus dem Cockpit heraus hat man alles immer bestens im Blick, allerdings nicht ganz so viel davon. Außerdem ist die jederzeit ausführbare Fassrolle („Do a barrel roll!“) aus der Ego-Ansicht eine sehr schwindelerregende Erfahrung.
Genau wie bei „Metroid Prime 4: Beyond“ gibt es auch in „Star Fox“ die Möglichkeit, einen der Switch-2-Joy-Con als eine Art Mausersatz zu benutzen. Genau wie da ist das aber auch hier in erster Linie ein nett gemeintes Gimmick, das man im Tutorial mal ausprobiert und danach nie wieder anfasst. Die „Mauskontrolle“ an sich arbeitet zwar bemerkenswert präzise, aber der Joy-Con ist fast so ergonomisch wie ein Trabant, und daher für den längerfristigen Spieleinsatz kaum zu gebrauchen.
Genau wie in der Vorlage ist Fox McCloud auch im Remake nur sehr selten allein unterwegs, meist sind die Teamkollegen Slippy Toad, Peppy Hare und Falco Lombardi dabei. Was aber ehrlicherweise nicht immer eine gute Nachricht ist. Denn zwar liefern sie immer wieder mal nützliche Hinweise, sie sind aber sonst in erster Linie dafür da, Hilfe schreiend durchs Bild zu fliegen, wenn ihnen mal wieder ein besonders verbissener Gegner im Nacken sitzt. Hilft man ihnen in diesen Momenten nicht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie verwundet zurück zur Basis fliegen müssen, woraufhin sie dann für einige nachfolgende Missionen nicht mehr zur Verfügung stehen.
Außerdem muss man einen gewissen Oldschool-Spieldesignschwerpunkt akzeptieren, wenn man mit „Star Fox“ richtig Spaß haben möchte. Das Checkpunkt-System zum Beispiel basiert größtenteils darauf, dass man manuell durch entsprechende Leuchtringe fliegt, um es zu aktivieren. Macht man das nicht, muss man bei einem Lebensverlust den Level meist ganz von vorn beginnen – was natürlich spätestens bei den oftmals mehrstufigen Bosskämpfen ordentlich nervt.
Dieser Frust wird zumindest zu einem gewissen Teil von der schlicht wundervollen Präsentation abgefedert: „Star Fox“ ist ein wirklich schickes Spiel, mit Tonnen an wuchtigen Grafikeffekten, beeindruckend stabiler Framerate und einem exzellenten Soundtrack, der sich an den N64-Kompositionen orientiert und diese sehr pompös ins 21. Jahrhundert ballert.
Es gibt immer noch nicht so richtig viele Technik-Showcases für die Switch 2. „Metroid Prime 4“ war schon ein ziemliches Brett, aber „Star Fox“ legt da noch eine Schippe obendrauf. Was hier zum Teil im Sekundentakt explodiert und kracht und scheppert und leuchtet und funkelt, würde auch einen hochgezüchteten Spiele-PC glücklich machen. Grafisch ist „Star Fox“ ganz klar ein Switch-2-Vorzeigetitel.
Inhaltlich werden kleinere Brötchen gebacken, die aber ebenfalls sehr lecker sind: Die Kampagne macht viel Spaß und bietet jede Menge Wiederspielwert, der Multiplayermodus ist angenehm unkompliziert und fröhlich. Klassische Railshooter sind heutzutage echt selten geworden – es ist schön, einen echten Klassiker in derart polierter Form wiedererleben zu dürfen.
„Star Fox“ ist seit dem 25. Juni 2026 für Nintendo Switch 2 verfügbar. Der UVP liegt bei 49,99 Euro (Download) bzw. 59,99 Euro (physisch), die Altersfreigabe bei 12 Jahren.
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(dahe)
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