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Reparaturen nach New-Glenn-Explosion könnten bis 2028 dauern
Werner Pluta · 2026-06-02 · via heise online News

Schlechte Nachrichten für die Raumfahrt: Die Reparaturen an der Startrampe in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida werden sich hinziehen. Die Startrampe wurde bei der Explosion der Rakete des US-Raumfahrtunternehmens Blue Origin schwer beschädigt.

Es werde einige Zeit dauern, die Anlage wiederherzustellen, sagte Jared Isaacman, Direktor der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA), dem US-Fernsehsender CNBC. Es sei sogar möglich, dass die Arbeiten erst im Jahr 2028 abgeschlossen werden.

Die vollgetankte Schwerlastrakete vom Typ New Glenn war am Donnerstag bei einem Test explodiert. Der Feuerball richtete schwere Zerstörungen an der Rampe LC-36A an. Isaacman besichtigte den Unfallort am Freitag zusammen mit Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos und Blue-Origin-Chef Dave Limp.

Die NASA wolle auf jeden Fall, dass Blue Origin erfolgreich sei, sagte Isaacman. Das bedeute: „Wiederherstellen, die Startrampe reparieren, entsprechendes Fachwissen bereitstellen, auf jeden Fall eine Analyse der Ursache. Finden wir heraus, was kaputt ist, und dann müssen wir weitermachen.“

Für die Raumfahrtbranche ist der Unfall ein schwerer Rückschlag: Die zerstörte Startrampe ist die einzige, von der aus die New Glenn abheben kann. In der zweiten Jahreshälfte sollte die New Glenn mehrere Missionen fliegen. Unter anderem sollte Blue Origin für die NASA eine Mondmission mit dem Lander Blue Moon Mark 1 Endurance auf den Weg bringen.

Das hat für Blue Origin auch wirtschaftliche Folgen: Die NASA wird als Alternative für Flüge ins All nun auf Erzkonkurrent SpaceX zurückgreifen. „Bei Schwerlasttransporten, also wirklich schwere Lasten, gibt es SpaceX und Blue Origin, und einer der beiden steht offensichtlich gerade ohne Rampe da“, sagte Isaacman.

Auch für Amazon ist das ein Problem: Das Schwesterunternehmen baut gerade eine Konstellation für einen Satelliteninternetdienst auf. Hier war New Glenn für Satellitentransporte eingeplant.

(wpl)