






















Block-Storage für virtuelle Maschinen und S3-kompatibler Objektspeicher sind die Aushängeschilder des freien Objektspeichers Ceph. Die Komponenten RBD (RADOS Block Device) und RADOS Gateway (Reliable Autonomic Distributed Object Store) oder RGW (RADOS Gateway) eignen sich gut für klar definierte Anwendungsfälle in der Virtualisierung und dem Cloud-Computing. CephFS hingegen erhält bis heute weniger Aufmerksamkeit – obwohl es den Ursprung von Ceph bildet. Denn entstanden ist Ceph im Auftrag der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) als NFS-Ersatz. Die EPA wollte ein POSIX-kompatibles Dateisystem, das horizontal skaliert, keine zentralen Engpässe aufweist und auf Standardhardware läuft. Das beschreibt CephFS: ein klassisches Dateisystem mit POSIX-Semantik, das sich wie NFS oder ext4 nutzen lässt, intern aber vollständig auf einem verteilten Objektspeicher basiert.
Martin Gerhard Loschwitz ist Gründer und Geschäftsführer von True West und bietet skalierbare IT-Infrastruktur rund um OpenStack und Kubernetes an.
Dennoch galt CephFS lange Zeit als experimentell oder zumindest als nicht vollständig produktionsreif. Insbesondere die Konsistenz, das Failover und die Skalierbarkeit der Metadatenserver (MDS) waren über Jahre hinweg Gegenstand intensiver Entwicklung. Viele Administratoren mieden CephFS, weil es nicht denselben Reifegrad wie RBD oder RGW hatte. Seit mehreren Releases gilt CephFS als stabil und produktiv einsetzbar. Die MDS-Architektur ist ausgereift, das Failover funktioniert zuverlässig, und auch die Skalierung über mehrere Metadatenserver hinweg ist inzwischen praxistauglich. Werkzeuge für Management, Monitoring und Debugging vereinfachen den Betrieb deutlich.
Damit rückt CephFS wieder stärker in den Fokus – nicht unbedingt als Ersatz für klassische NAS-Systeme, aber als ernst zu nehmende Option für verteilten File-Storage mit Standardhardware, insbesondere dort, wo Anwendungen ein POSIX-Dateisystem erwarten, aber von der Skalierbarkeit und Fehlertoleranz eines verteilten Systems profitieren sollen. Ein weiterer Vorteil von CephFS liegt in der engen Integration mit dem restlichen Ceph-Ökosystem. Wer bereits RADOS nutzt, betreibt CephFS ohne zusätzlichen Storage. Daten, die über CephFS geschrieben werden, landen im selben Cluster wie RBD-Volumes oder Object-Storage-Buckets. Das vereinfacht den Betrieb, das Monitoring und die Kapazitätsplanung erheblich.
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