
























Das beliebte Klimagerät Midea Portasplit ist wenige Tage nach Beginn der ersten großen Hitzewelle im Juni 2026 fast in ganz Deutschland ausverkauft. In Foren und auf speziellen Webseite tauschen Wärmegeplagte Tipps aus, um doch noch eins der begehrten Geräte zu ergattern. Derweil nutzen Geschäftemacher die Wärme für ihre Zwecke: Auf allen möglichen Kanälen von E-Mail bis hin zu Social Media werden billige Ventilatoren als teure „Mini-Klimaanlagen“ angepriesen.
Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff und bis zum Wochenende sind teilweise Temperaturen um 40°C vorhergesagt. Wohl dem, der eine Klimaanlage sein Eigen nennt – und wehe den Nachzüglern, die sich erst jetzt auf die Suche begeben. Denn eines der beliebtesten Geräte, die Midea Portasplit, ist mittlerweile fast überall ausverkauft. Auf der heise-eigenen Preisvergleichsplattform Geizhals sind derzeit (Stand: 23. Juni, 11:45 Uhr) noch drei Angebote online, die jedoch bereits ungültig sind. Ein Marktplatzpartner des Erstplatzierten Saturn verkauft die Anlage zwar noch, aber fast zum doppelten Marktpreis.
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Ähnlich sieht’s bei anderen Preisvergleichen aus, die wir stichprobenartig überprüft haben: Zwar sind Portasplit-Geräte gelistet, doch entweder auf der jeweiligen Shopseite ausverkauft oder mit mehrwöchigen oder -monatigen Lieferzeiten versehen. Das gilt übrigens ebenso für die Portasplit Cool, die ohne Heizfunktion auskommen muss und eine um 1/3 geringere Kühlleistung hat (8.000 statt 12.000 BTU). Auch dieses Gerät ist nur noch vereinzelt zu haben.
Auch in deutschen Baumärkten sucht man die Anlage mittlerweile vergebens. Ein findiger Entwickler hat aus den Live-Verfügbarkeitsdaten der großen deutschen Baumarktketten eine Karte gebastelt und unter „braucheklima.de“ online gestellt. Sie leuchtet am Dienstagmittag bis auf vereinzelte grüne Punkte im Nordwesten jedoch tiefrot: Lediglich in drei von über 1100 Baumarktfilialen ist die Midea Portasplit noch vorrätig. Amazon und eBay: Leergekauft. Selbst auf AliExpress, das zu jedem noch so absonderlichen Kaufwunsch das passende Produkt hat, finden sich nur noch Ersatzfilter für das Split-Klimagerät.
Auf Reddit tauschen sich Kaufwillige über Bezugsquellen aus, etwa im Subreddit /r/MideaPortaSplit. Hier herrscht ebenfalls Schulterzucken: Vereinzelten Erfolgsmeldungen dank telefonischer Rückfrage im Baumarkt steht der Verdacht gegenüber, dass Scalper sich mittlerweile automatischer Methoden bedienen, um die begehrten Geräte zu sichern. Bei Kleinanzeigen finden sich Angebote, das Gerät für 350 Euro pro Woche zu mieten, Verkaufsangebote sind durchweg vierstellig. Zudem ist die Betrugsgefahr bei derart beliebten und hochpreisigen Artikeln sehr hoch, sodass ein gerüttelt‘ Maß der etwa 100 Angebote Nepp sein dürften.
Der Traum von der Split-Klimaanlage für kühle Nächte scheint zumindest für die nächsten Wochen ausgeträumt zu sein. Doch wer für den Spätsommer gerüstet sein möchte, kann ein Klimagerät vorbestellen. Auf bestell.bar, einem Angebot der heise-Gruppe, können Interessenten sich registrieren und erhalten bei Verfügbarkeit automatisch eine Benachrichtigung: Verfügbarkeitsprüfung Klimaanlagen und Midea Portasplit. Auch Preisvergleiche wie geizhals bieten über die Preiswarner-Funktion eine ähnliche Funktion an.
Bis zur Lieferung im Juli oder August müssen sich alle Hitzegeplagten vorerst anders behelfen. Zum Beispiel mit einer Monoblock-Klimaanlage, die sich mit etwas Bastelaufwand zum Zwei-Schlauch-System umrüsten lässt. Zugegeben: Die Kühlleistung ist schlechter als bei der Portasplit – dafür ist die Verfügbarkeit deutlich besser.
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Egal, wie groß die Verzweiflung ist: Auf Betrugsmaschen sollte man nicht hereinfallen. Wer – wie der Autor dieser Meldung – in den vergangenen Tagen auf Shoppingplattformen nach der Midea Portasplit oder vergleichbaren Geräten suchte oder ein Aufbauvideo auf Youtube anschaute, landete unweigerlich im Visier windiger Geschäftemacher. Diese bewerben mit einer großangelegten Kampagne ihren angeblichen Ausweg aus der schweißtreibenden Situation: „Mini-Klimaanlagen“ sollen zu Preisen zwischen 50 und 130 Euro Linderung bringen. Die KI-generierten Werbeseiten machen allerlei Quatschversprechen: Mit nur 45 Watt Leistungsaufnahme seien Geräte wie „Breezo“ und „Breezamax“ in der Lage, 30qm große Räume zu kühlen. Und das, indem sie die Wärmeenergie „intern neutralisieren“ – offenbar gelten die Gesetze der Thermodynamik doch nicht so universell wie von Physikern angenommen.
Mit Online-Werbung wie in diesem Bildschirmausriss wollen Geschäftemacher „Mini-Klimaanlagen“ in der Sommerhitze losschlagen.
Hinter den vollmundigen Versprechen verbergen sich hingegen simple Akku-Ventilatoren, die allenfalls einen leichten Windhauch ins überhitzte Zimmer zaubern – von Kühlung kann keine Rede sein. Daher: Finger weg!
Es bleibt das Fazit: Wer antizyklisch kauft, ist klar im Vorteil. Noch vor wenigen Wochen war es kein Problem, eine Midea Portasplit zu ergattern, jetzt wirkt das Gerät eher wie ein Lottogewinn. Also bleibt nur der Rat: Viel trinken, im Schatten bleiben und spätestens im Herbst nach einem Klimagerät für den Sommer 2027 schauen.
(cku)
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