

















Der europäische Pkw-Markt hat im ersten Quartal des Jahres 2026 weiter zugelegt. Nach Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA stiegen die Neuzulassungen in der EU im Zeitraum Januar bis April um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) kamen dabei auf einen Marktanteil von 19,7 Prozent, nach 15,3 Prozent im selben Zeitraum 2025.
Laut Pressemitteilung des Lobbyverbands der europäischen Autoindustrie ACEA wurde das Wachstum maßgeblich von einer „starken Verbrauchernachfrage nach einer Reihe elektrifizierter Technologien“ getragen. Neue und überarbeitete Steuervergünstigungen sowie Förderprogramme in den großen europäischen Ländern hätten die Entwicklung zusätzlich gestützt. Gleichzeitig warnt der Verband vor „anhaltenden geopolitischen Faktoren, die Unsicherheit und Abwärtsrisiken erhöhen“.
In absoluten Zahlen wurden bis Ende April 746.899 neue BEV in der EU zugelassen. Die drei größten der vier wichtigsten EU-Märkte verzeichneten dabei kräftige Zuwächse: Italien legte um 73,1 Prozent zu, Frankreich um 48,2 Prozent und Deutschland um 41,3 Prozent. Lediglich Belgien kam auf ein marginales Plus von 1,1 Prozent. Zusammen stehen diese vier Märkte für 64 Prozent aller BEV-Neuzulassungen in der EU.
Die meistgewählte Antriebsart bleiben allerdings Hybridfahrzeuge ohne externen Ladeanschluss (HEV) mit einem Marktanteil von 38,2 Prozent und 1.447.864 Neuzulassungen. Plug-in-Hybride (PHEV) legten auf 9,6 Prozent Marktanteil zu, nach 7,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Besonders stark war ihr Wachstum in Italien mit einem Plus von 99,2 Prozent.
Der kombinierte Marktanteil von Autos mit alleinigen Otto- und Dieselmotoren ist im Vergleichszeitraum drastisch gesunken: von 38,1 Prozent auf nur noch 30,2 Prozent. Benziner kamen auf 854.843 Neuzulassungen (22,5 Prozent Marktanteil), wobei die Zulassungszahlen in allen großen Märkten zweistellig zurückgingen. Frankreich verzeichnete ein Minus von 36,6 Prozent, Spanien von 18,6 Prozent, Italien von 18 Prozent und Deutschland von 17,2 Prozent. Auch Dieselfahrzeuge verzeichneten mit einem Rückgang von 16,1 Prozent weitere Einbußen und halten nun noch 7,7 Prozent Marktanteil.
Der Verband ordnet die positiven Zahlen vorsichtig ein. ACEA beschreibt das Plus von 4,2 Prozent als Erholung, die jedoch stark von politischen Rahmenbedingungen abhängt. Ohne die Förderinstrumente für elektrifizierte Antriebe wäre das Wachstum deutlich schwächer ausgefallen, wie der Verband bereits im Zusammenhang mit einer Ende 2024 nach unten korrigierten BEV-Prognose für 2025 betont hatte. Damals hatten Analysen den erwarteten BEV-Marktanteil für 2025 von 27 auf 21 Prozent gesenkt.
Konkrete Prognosen für das Gesamtjahr 2026 veröffentlicht ACEA in der aktuellen Mitteilung nicht. Der Verband verweist jedoch darauf, dass Handelskonflikte, Energiepreisrisiken und Unsicherheiten im internationalen Umfeld den weiteren Jahresverlauf belasten könnten. Die Fortsetzung des Wachstumstrends hänge wesentlich davon ab, ob Förderprogramme bestehen bleiben und ob die Ladeinfrastruktur sowie wettbewerbsfähige Ladestrompreise gesichert werden könnten. Auch ein starker März habe überproportional zum positiven Gesamtbild beigetragen, der Trend sei damit anfällig für Störungen.
Für Deutschland zeigen die Zahlen eine klare Verschiebung im Antriebsmix: Während BEV-Zulassungen um 41,3 Prozent zulegten und Plug-in-Hybride um 17,6 Prozent wuchsen, brachen Zulassungen für Verbrenner um 17,2 Prozent ein. Eine Tendenz, die sich langfristig halten dürfte und bereits heute Auswirkungen auf Zulieferer hat, die auf Verbrennungsmotoren spezialisiert sind.
(fpi)
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