


























Künstliche Intelligenz ist als Job-Killer berüchtigt. Millionen würden arbeitslos, weil ihre Tätigkeit künftig von Algorithmen und Maschinen erledigt werden könne. Derartige Versprechen treiben zwar Aktienkurse der KI-Branche in die Höhe, soziologischen Untersuchungen zur Realität im Arbeitsalltag halten sie jedoch nicht stand.
Während Tech-Konzerne von AGI und Massenautomatisierung träumen, beobachtet Florian Butollo, Soziologieprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, etwas anderes: mehr Anpassungsdruck, mehr Komplexität und oft mehr Arbeit. Angesichts der Alterspyramide spricht Butollo in seinem aktuellen Buch „Das knappe Gut Arbeit“ darüber, warum Digitalisierung und KI das Grundproblem nicht lösen, dass wir künftig zu wenige Arbeitskräfte haben werden – besonders für wichtige Arbeiten, etwa in der Pflege und zur Betreuung von Kindern, Alten und Kranken.
Prof. Dr. Florian Butollo, Jahrgang 1976, lehrt Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit Schwerpunkt „Digitale Transformation und Arbeit“. Zuvor war er an der TU Berlin tätig und Mitglied diverser Expertengremien, unter anderem als Sachverständiger in der Enquetekommission „Künstliche Intelligenz“ des Bundestags. Im Suhrkamp Verlag erschien Ende März sein Buch „Das knappe Gut Arbeit. Automatisierung, Arbeitskräftemangel und sozialer Konflikt“.
(Bild: David Ausserhofer)
Im Interview mit c’t-Redakteur Hartmut Gieselmann erklärt Butollo, warum KI bislang kaum Jobs vernichtet, weshalb Produktivitätsversprechen oft scheitern und warum die eigentliche Herausforderung in der Verteilung gesellschaftlich notwendiger Arbeit liegt. Dazu macht der Soziologieprofessor auch Vorschläge zu staatlichen Programmen, die diese Verteilung verbessern könnten.
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