

















Bei Samsung haben die Gewerkschaftsmitglieder mit großer Mehrheit für eine Einigung mit dem Konzern gestimmt, die hohe Bonuszahlungen vorsieht und einen fast dreiwöchigen Streik in letzter Minute abgewendet hat. Das berichtet die Korea Times unter Berufung auf zwei der Gewerkschaften. Bei der größten, der vor allem Angestellte der Halbleiterproduktion angehören, haben demnach über 80 Prozent der Stimmberechtigten dafür votiert (bei einer Wahlbeteiligung von 97 Prozent). Bei der deutlich kleineren, die aus Angestellten anderer Abteilungen besteht, waren es demnach nur gut 21 Prozent. Insgesamt lag die Zustimmungsrate deshalb bei rund 74 Prozent. Eine dritte Gewerkschaft hat gegen die Einigung geklagt, weil sie unterschiedlich hohe Boni je nach Abteilung vorsieht.
Die vorige Woche erzielte Einigung sieht eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an Angestellten der Halbleitersparte vor. Laut Bloomberg gibt es in der Chipherstellung Boni in einer Höhe von bis zu 600 Millionen Won (rund 340.000 Euro), in anderen Abteilungen aber lediglich etwa 6 Millionen Won (3400 Euro). Dieser enorme Unterschied schüre intern heftige Unzufriedenheit, schreibt der Finanznachrichtendienst. Er dürfte auch erklären, warum die Zustimmung bei der kleineren National Samsung Electronics Union so viel niedriger ausgefallen ist. Die Samsung Electronics Company Union versucht die Einigung deshalb sogar gerichtlich zu verhindern.
Auslöser des Konflikts waren die Rekordgewinne, die Samsung seit Monaten einfährt. Nachdem der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix im Herbst eine gewerkschaftliche Forderung nach einer Vergütungsreform akzeptiert hat, die unter anderem höhere Boni vorsieht, war die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Angestellten bei Samsung in die Höhe geschnellt. In der Folge haben die Arbeitnehmervertretungen gefordert, dass ein größerer Teil des Unternehmensgewinns für Boni reserviert wird. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, wollten die Gewerkschaften 18 Tage lang streiken, mit potenziell weitreichenden Folgen. Das wurde erst kurz vor Beginn des Ausstands abgewendet. Mit der breiten Zustimmung zur Einigung könnte der Konflikt nun enden.
(mho)
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