
























Durchhalteparolen zum Trotz informiert Binance Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) über die Schließung. Die Kryptobörse konnte bislang keine von der EU vorgeschriebene Zulassung für den Handel mit Kryptowährungen erreichen. 1000 weitere Anbieter gehen ebenfalls. Derweil darf Anthropic „unter Umständen“ das Alter und die Identität der KI-Nutzer per Ausweis und Biometrie bestimmen. Das besagt deren kürzlich aktualisierte Datenschutzrichtlinie. Zwar soll dies nur einen kleinen Teil der Anwender betreffen, doch es gibt Kritik an der Wahl des Dienstleisters für die Identitätsprüfung. Eine andere KI-Firma braucht für den eigenen Börsengang optimistische Stimmung. Für OpenAI kommt deshalb eine Kooperation mit Broadcom gerade recht. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen einen neuen KI-Chip angekündigt, der OpenAIs Inferenz-Software effizienter und schneller verarbeiten können soll – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der zwielichtige Markt für den Handel mit Kryptowährungen wird im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zum 1. Juli teilweise bereinigt. Laut Branchenbeobachtern gibt es derzeit mehr als 1200 Anbieter, doch nur gut 200 haben eine Lizenz erworben. Prominentester Abgang ist Binance, die als weltweit größte Kryptowährungsbörse gilt. Das US-Unternehmen wollte eine griechische Lizenz, hat seinen Antrag jedoch zurückgezogen, nachdem die griechische Behörde vorige Woche eine Ablehnung signalisiert hatte. Daraufhin aufgenommene Gespräche mit Behörden einiger anderer Länder dürften nicht gefruchtet haben, die Vorschriften sind ja jetzt einheitlich. Dennoch verspricht Binance, Europa nicht zu verlassen und einen anderen Weg zu suchen: Binance stellt Kryptowährungshandel im Europäischen Wirtschaftsraum ein.
Eine Woche später wird Anthropics aktualisierte Datenschutzrichtlinie wirksam, durch die sich das US-amerikanische KI-Unternehmen einen Ausweis der Nutzer der eigenen KI-Modelle vorlegen lassen könnte, um deren Alter und Identität zu prüfen. Laut Anthropic-Mitarbeitern soll dies nur einen kleinen Teil der Nutzer betreffen und betrügerische Aktivitäten unterbinden. Beobachter kritisieren allerdings die Auswahl der für die Identitätsprüfung eingesetzten Firma Persona Identities. Denn die Identitätsdaten werden nach Prüfung im Gegensatz zu anderen Firmen nicht unmittelbar gelöscht und der auch von umstrittenen Unternehmen gestützte Dienstleister könnte von der US-Regierung zur Herausgabe der Daten verpflichtet werden: Anthropic darf für die Nutzung von Claude künftig einen Ausweis verlangen.
Ein Anthropic-Mitbewerber setzt hingegen auf eigene Chips. Denn OpenAI unterstützt Broadcom bei der Entwicklung eines Prozessors namens Jalapeño, der für Inferenzen Künstlicher Intelligenzen optimiert ist. Ziel sind kürzere Latenz und geringerer Energieverbrauch. Jalapeño ist eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC), besteht also aus speziell auf OpenAIs Inferenz-Software zugeschnittenen Schaltkreisen. Nicht gedacht ist das Gerät für das Training großer Sprachmodelle. Details zu dem neuen KI-Chip fehlen bislang, aber laut internen Tests soll dieser bei Inferenzen pro Watt mehr leisten werde als derzeit für diesen Zweck verfügbare Halbleiter. Ziel des gemeinsamen Projekts ist wohl, vor OpenAIs Börsengang die Börsenphantasie anzuregen: OpenAI und Broadcom kündigen neuen KI-Chip Jalapeño an.
In Deutschland geht die Erfassung des digitalen Alltags in die nächste Runde. Am Mittwoch hat die zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche begonnen: Bürger sind aufgerufen, bis zum 1. Juli die tatsächliche Mobilfunkversorgung vor Ort auf den Prüfstand zu stellen. Mithilfe der kostenlosen App „Mobilfunk-Check“ der Bundesnetzagentur können Smartphone-Nutzer unkompliziert Daten über die Netzqualität dort erfassen, wo sie gerade sind. Ziel der Crowdsourcing-Aktion #CheckDeinNetz ist, ein flächendeckendes und realistisches Abbild der Mobilfunkversorgung aus Anwenderperspektive zu gewinnen sowie weiße Flecken präzise zu lokalisieren. Das soll die Planung künftige Ausbau- und Unterstützungsmaßnahmen verbessern und den Druck auf Netzbetreiber erhöhen: Zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche läuft und ist Funklöchern auf der Spur.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem die bundesweite Störung, die den deutschen Bahnverkehr am Dienstagabend zum Erliegen gebracht hat. Wie konnte es zu diesem massiven Ausfall kommen und was muss sich ändern? EU-weit wurden die Weichen für den digitalen Euro gestellt, und das EU-Parlament hat dabei auch über Obergrenzen für Nutzerbestände diskutiert. Wie viele digitale Euro soll jeder Bürger maximal halten dürfen und warum braucht es überhaupt solche Grenzen? In Norwegen wird KI aus Grundschulen verbannt: Kinder sollen zuerst Lesen und Schreiben lernen, bevor sie KI-Tools nutzen dürfen. Ist das ein weitsichtiger pädagogischer Schritt oder Digitalisierungsverweigerung? Das sind die Themen heute um 17 Uhr in der #heiseshow: Bahnstörung, Digitaler Euro, KI-Bann in Schulen.
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(fds)
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