

















Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz will seine autonome Fahrassistenz MB.Drive Assist Pro ab Ende 2026 in ersten deutschen Städten für einige Fahrzeugmodelle verfügbar machen. Das System bietet eine autonome Tür-zu-Tür-Navigation auf Basis des SAE-Levels 2++. Anfang 2027 soll es „deutschlandweit ausgerollt werden“.
Mercedes' teilautonome Fahrassistenz MB.Drive Assist Pro ist zuerst auf der IAA 2025 angekündigt worden und konnte Anfang dieses Jahres von heise Autos in einem Mercedes CLA ausprobiert werden. Das System basiert auf dem SAE-Level 2++, bei dem das Fahrzeug selbst lenken kann, aber der Fahrer immer in der Verantwortung bleibt und jederzeit wieder übernehmen können muss. Die Fahrerin oder der Fahrer darf während der Fahrt zeitweilig die Hände vom Lenkrad nehmen, jedoch nie die Augen von der Straße abwenden – daher spricht man bei diesem Grad der Automation auch von „hands-off, eyes-on“.
Dieser Automatisierungsgrad ist bis Ende dieses Jahres zunächst in Innenstädten erlaubt, wie der Mercedes-Entwicklungsvorstand Jörg Burzer in einem LinkedIn-Beitrag nach einem Termin mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) schreibt. Die ersten Städte werden laut dem Handelsblatt Stuttgart und München sein. „Damit bringen wir diese Technologie neben China und den USA nun auch auf unseren Heimatmarkt“, teilte Burzer mit. Dabei erfolgt die Einführung des Systems „in enger Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium“.
Deutschland ist dabei nicht das erste Land, in dem MB.Drive Assist Pro verfügbar sein wird: Denn in China bietet Mercedes das teilautomatisierte Fahren schon seit Herbst 2025 an. Dafür kooperiert das Unternehmen mit der chinesischen KI- und Softwarefirma Momenta. In den USA und auch für den hiesigen Markt setzt Mercedes auf den US-Konzern Nvidia als Partner. Das System setze hardwareseitig auf etwa 30 Sensoren, darunter zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren, erklärt Mercedes.
Laut Mercedes-Benz soll das Level-2++-System „Fahrassistenz und Navigation zu einem neuen, sicheren Fahrerlebnis“ verschmelzen. So lasse sich das Fahrzeug auf Knopfdruck „mit fortschrittlicher SAE-Level-2-Unterstützung durch die Stadt navigieren – vom Parkplatz bis zum Ziel“. Mithilfe eines kooperativen Lenkansatzes seien zudem Lenkanpassungen jederzeit möglich, ohne das System zu deaktivieren, erklärt das Unternehmen.
Dass Mercedes künftig verstärkt auf Level 2 setzt – das bestätige der Konzern im Zuge der Ankündigung der überarbeiteten S-Klasse Anfang dieses Jahres – hat dem Unternehmen zufolge unter anderem wirtschaftliche Gründe. Denn nur wenige Kunden sind bereit, für die recht übersichtlichen Fähigkeiten dieses autonomen Levels mehrere Tausend Euro zusätzlich zu investieren. Unter anderem kann Mercedes den Einsatz teurer Lidar-Sensoren sparen.
Durch weniger technischen Aufwand im Fahrzeug bei Level 2 gehen geringere Kosten einher. Mercedes geht damit einerseits von einer größeren Verbreitung aus, andererseits eröffnet es dem Hersteller die Möglichkeit, aus gesammelten Daten zu lernen. Davon profitieren dann auch Systeme, die versprechen, in bestimmten Situationen allein klarzukommen. Denn Mercedes stampft Level 3 und 4 nicht komplett ein. Jedoch lässt Mercedes offen, wann vollautonomes Fahren hierzulande Einzug halten könnte. In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), lässt Mercedes derweil die S-Klasse als Robotaxi mit Momenta-Software fahren.
Das MB.Drive Assist Pro-System kommt jedoch nicht in allen Fahrzeugen zum Einsatz, zudem lässt es sich nicht einfach per Softwareupdate nachrüsten. So soll das Einstiegsmodell CLA das System nicht unterstützen, da Mercedes die Hardware laut Handelsblatt in Deutschland bislang nicht verbaut. In den teureren Modellen wie dem GLC und der S-Klasse seien die Sensoren standardmäßig an Bord. Neben Mercedes-Benz hat übrigens auch BMW seinen Fokus von Level 3 auf Level 2 verschoben.
(afl)
此内容由惯性聚合(RSS阅读器)自动聚合整理,仅供阅读参考。 原文来自 — 版权归原作者所有。